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Interview mit Andreas Acker

Diese Woche ist sein neues Buch „Castingshow“ bei Amazon erschienen und heute gibt’s ein Interview mit dem deutschen Autor Andreas Acker, dessen Bücher „Beschleunigung der Angst“ und „Unrein“ ja wahre Perlen des Selfpublishings sind. Ich bin sehr froh, dass ich ihn euch heute vorstellen darf!

Interview mit Andreas Acker
Andreas Acker

Hallo Andreas, danke, dass du dich bereit erklärt hast, dich meinen Fragen zu stellen. Wie immer das Wichtigste zuerst: stell dich doch bitte den Lesern vor.

Andreas Acker, 1975 in Heide in Schleswig-Holstein geboren. Mit zwölf Jahren verschlug es mich in den Hochtaunuskreis, wo ich bis heute lebe und arbeite. Verheiratet, zwei Söhne, Bankkaufmann. Leidenschaftlicher Tennisspieler, ebenso leidenschaftlicher Fan des 1.FC Köln und Musikliebhaber. Außerdem rede ich viel, wenn es um Themen geht, die mich interessieren (Schreiben, Musik, Fußball etc.) Nur zur Warnung 🙂

Bankkaufmann, Sportler, Fußballfan – wie bist du da zum Schreiben gekommen?

Ich schreibe schon mein ganzes Leben. Angefangen habe ich mit vierzehn Monaten, damals noch mit Wachsmalstiften auf Tapeten. Da dies bei meinen Eltern auf grobes Unverständnis gestoßen ist, sind meine Frühwerke, so fürchte ich, wohl für immer verloren. Leider kann ich mich auch nicht mehr an die Handlung dieser ersten Stories erinnern (das Alter, siehe Punkt 1), aber ich vermute stark, dass sie von den Helden meiner Kindheit handelten. Ernie und Bert oder Captain Future. Heute ist es so, dass ich meinen Söhnen zu erklären versuche, dass es eine schlechte Idee ist, Kurzgeschichten auf Tapeten zu verewigen. So ändern sich die Zeiten.
Auf jeden Fall habe ich im Laufe meines Lebens immer irgendetwas geschrieben, meistens Kurzgeschichten oder Kritiken für Musikalben. Während meines berufsbegleitenden Studiums (frag mich nicht warum, aber es war so), merkte ich immer mehr, dass mir das nicht mehr genügte. Ich wollte Romane schreiben und veröffentlichen. Allerdings schrieb ich erstmal weiter Kurzgeschichten, da ich mich noch nicht an einen Roman traute. Diese Stories veröffentlichte ich im Internet. Das Feedback hat mich zumindest insoweit ermutigt, die Feder nicht aus der Hand zu legen, und so machte ich weiter. Ich begann damit, an Ausschreibungen für Kurzgeschichten teilzunehmen und hatte so erste Erfolge (und viele Misserfolge). Aber was war das ein großartiges Gefühl, als meine erste Geschichte angenommen wurde! Ich glaube, an dem Tag habe ich richtig Feuer gefangen. Nachdem dann ca. ein halbes Dutzend Kurzgeschichten von mir erschienen sind, wollte ich wissen, ob ich einen Roman schreiben kann. Ich begann mit den Arbeiten an „Die Beschleunigung der Angst“. Von der Möglichkeit des Selfpublishing habe ich erfahren, als meine Frau mir einen Kindle geschenkt hatte. Dies tat sie deswegen, weil sämtliche Regale im Hause unter ihrer Bücherlast ächzten und um Gnade flehten und wir keinen Platz mehr hatten, weitere zu stellen. Ich las mich in das Thema Selfpublishing ein und empfand dies als spannende Möglichkeit, seine Werke einem breiten Publikum vorzustellen. Mittlerweile habe ich drei Romane im Selfpublishing veröffentlicht.

Ok, jetzt bin ich neugierig geworden (wo ich ja eh nie genug von deinen Geschichten bekommen kann): wo kriegt man die Kurzgeschichten her?

Hm, die sind glaube ich zum Teil gar nicht mehr lieferbar, weil es einige Verlage gar nicht mehr gibt. Ich hoffe, das hat nichts mit meinen Kurzgeschichten zu tun. Aber voraussichtlich Ende des Jahres erscheint eine Anthologie im Machandel Verlag. Dort wird eine Kurzgeschichte von mir und viele weitere von wirklich tollen Autoren dabei sein.

Du bedienst ja mehrere Genre, bei „Die Beschleunigung der Angst“ war es Thriller, mit „Unrein“ Fantasy – wie kam es dazu?

Ich lese Bücher aus nahezu jedem Genre, doch am meisten finden sich in meinen realen und virtuellen Bücherregalen Werke, die den Genres Horror, Thriller oder Fantasy zuzuordnen sind. Mich persönlich haben Mixturen und Überschneidungen von verschiedenen Genres schon immer sehr interessiert, in der Literatur wie in der Musik. So hatte ich schon länger die Idee im Hinterkopf, einen Thriller zu schreiben, der in einem Fantasyszenario spielt. Anreichern wollte ich das Ganze mit einer guten Portion Horror. Allerdings fehlte mir die passende Story. Ich kannte nur meinen Hauptcharakter, Berzerk Momentum, entsann seinen Hintergrund und die Welt in der er lebt. Irgendwann erzählte ich einem guten Freund und Testleser der ersten Stunde – Christian – von meinem Vorhaben und dass ich keine Story hätte. Da grinste er und sagte mir, dass ich doch bereits einen perfekten Antagonisten hätte, und erinnerte mich an eine meiner Kurzgeschichten über ein verwunschenes Artefakt, das nur Leid mit sich bringt. Ich hatte diese Kurzgeschichte für eine Ausschreibung geschrieben, sie aber nie abgeschickt. Wahrscheinlich aus dem Grunde, weil ich die zulässige Zeichenanzahl ums Doppelte überschritten hatte. Aber mir gefällt der Gedanke, dass irgendwie schon damals gespürt hatte, dass ich mit der Story noch mehr würde anfangen können. Auf jeden Fall war Christians gutes Gedächtnis die Initialzündung für UNREIN. Ich hatte nun nicht nur einen Protagonisten sowie einen Antagonisten, sondern auch ein Grundgerüst, an dem ich mich orientieren konnte. Der Rest war zwar trotzdem ein langer Weg, doch ohne Christian wäre UNREIN wahrscheinlich nie oder zumindest nicht in dieser Form erschienen. Aus diesem Grund ist das Buch auch ihm gewidmet. Mir hat das Schreiben auf jeden Fall einen Riesenspaß bereitet und ich freue mich, dass ich von Lesern bisher ein wirklich tolles Feedback erhalte. Und wer weiß, vielleicht wird man Berzerk und seine Crew mal wiedertreffen.

Das hoffe ich doch stark! Also denkst du, ein Autor sollte sich nicht in Genreschubladen stecken lassen?
Generell will ich das nicht sagen. Es spricht ja nichts dagegen, sich auf etwas zu spezialisieren, das man beherrscht. Mir machen allerdings verschiedene Genres so viel Spaß, dass ich mich darin ausprobieren und diese eben gerne auch mal untereinander mischen will. Wie gesagt, mich reizen diese Mischungen.

Hast du literarische Vorbilder? Vielleicht hopsen die ja auch munter umher?

Eine ganze Menge. Stephen King (wird jetzt keinen überraschen), Dean Koontz, Dan Simmons, Richard Laymon, Michael Connelly, Harlan Coben, Don Winslow, Tad Williams, George R.R.Martin. Am meisten beeindruckt hat mich aber wohl der in Deutschland leider viel zu wenig bekannte F.Paul Wilson und dessen Buchreihen um Repairman Jack sowie sein Adversary Cycle. Diese aus mehreren Romanen bestehenden Serien gehen ineinander über und ergänzen sich. Seine Art, verschiedene Genres miteinander zu verbinden und ineinenaderfließen zu lassen, hat mich glaube ich ziemlich inspiriert. Ich kann jedem, der ihn noch nicht kennt, nur raten, mal einen Blick in seine Bücher zu werfen, allerdings sollte man auf jeden Fall mit den Starts der Reihe beginnen, da diese aufeinander aufbauen und man sich viel Spaß nimmt, wenn man mittendrin beginnt.

Ja, der Meister – man muss ihn lieben. Von der Reihe von F. Paul Wilson hab ich auch schon gehört. Muss ich wohl doch mal reinlinsen. 
Gut, anderes Thema, bevor wir uns ewig verfransen: Wie sieht für dich gute Werbung aus? Immerhin bist du einer derjenigen, von denen man in den Social Media wenig hört und die auch nicht negativ auffallen.

Hm, das ist eine gute Frage. Es ist nett, dass Du sagst, dass ich nicht negativ auffalle, aber ich fürchte, ich falle überhaupt nicht auf. Ich hänge der (wahrscheinlich hoffnungslos veralteten) Überzeugung an, dass es keine bessere und nachhaltigere Werbung gibt als die Mund-zu-Mund-Propaganda. Wenn man ein Buch von jemandem empfohlen bekommt, dem man vertraut, hat das denke ich deutlich mehr Wert und Effekt als jedes Werbebanner.

Deshalb versuche ich immer, verschiedene Blogger für meine Romane zu gewinnen, die von ihren Eindrücken berichten.

Ansonsten bin ich – so fürchte ich – noch nicht wirklich im Social-Media-Zeitalter angekommen.

Dazu kommt, dass Werbung und Marketing richtig Zeit kostet. Und da die Zeit, dem Schreiben nachzugehen, begrenzt ist, entscheide ich mich immer für das Schreiben und hoffe, dass Leser, denen meine Bücher gefallen, es kräftig weitersagen.

Als Autorin kann ich das mittlerweile nur bestätigen. Es ist ein Balance-Akt. Was denkst du, ist der größte Fehler, den man machen kann?

Auf das Schreiben bezogen? Da ist das Schlimmste wohl, etwas halbherzig anzugehen. Das wird der Leser immer merken und es zurecht abstrafen.
Generell ist das Schlimmste wohl, zu wenig Zeit mit den Menschen zu verbringen, die man liebt.

Sehr schön gesagt! 

Ich bin ja jemand, der immer Musik zum Schreiben braucht – wie geht es dir da? Hörst du Musik beim Schreiben?

Oh ja! Immer! Ohne geht nicht. Wie ich bereits erwähnt habe, bin ich ziemlicher Musikliebhaber, und es vergeht kaum eine Woche, in der nicht drei oder mehr CDs nach Hause geliefert werden. Da eine Gesamtliste meiner Favoriten zu lange würde, will ich nur mal die Bands aufführen, die ich in den letzten Wochen beim Schreiben gehört habe: Front Line Assembly, Mind in a Box, Skinny Puppy, Acretongue, VNV Nation, Apoptygma Berzerk, Nine Inch Nails, Anathema, God is an Astronaut, Phillip Boa, Frames (ohne The), Solstafir, The Chemical Brothers, Fluke, The Crystal Method, Kraftwerk, The Sisters of Mercy.

Ziemlich bunte Mischung, wie ich gerade feststelle 🙂

Meistens höre ich beim Schreiben am liebsten handgemachte Musik, gerne auch nur Instrumentales, weil mich da keine Stimme ablenkt. Beim Überarbeiten höre ich am liebsten Elektronisches. Warum das so ist, habe ich noch nicht herausgefunden.

Wir haben wohl einige Gemeinsamkeiten. Vielen Dank für das interessante und ausführliche Interview! Ich hoffe, wir sehen uns nächstes Jahr in Leipzig wieder und ich wünsche dir viel Erfolg mit deinen Büchern!

Bisher erschienen:

Die Beschleunigung der Angst
Unrein
Castingshow
Die Beschleunigung des Sturms

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Interview mit Hope Cavendish

 

Im Zuge der Blogtour zu den Zeitgenossen hatte ich die Möglichkeit, die Autorin Hope Cavendish zu interviewen. 

Herzlich Willkommen, liebe Hope. Möchtest du dich vielleicht kurz vorstellen?

Interview mit Hope Cavendish
Hope Cavendish

 

Mein Name ist Hope Cavendish. Zumindest ist dies das Pseudonym, das ich gewählt habe, weil ich in meinem Brotjob etwas völlig anderes mache als in meinem Traumjob. Mein Brotjob ist die Bildbearbeitung, ich schreibe unter anderem Fachartikel darüber und gebe Kurse. Mein Traumjob hingegen ist das Schreiben. Diese Tätigkeiten richten sich an größtenteils unterschiedliche Zielgruppen, darum wollte ich zum Beispiel auf der Homepage, auf der ich über meine Kurse und andere Projekte informiere, nicht auch noch meine Vampirroman-Serie bewerben.
Insofern stand für mich fest, unter einem Pseudonym zu schreiben, als ich mich schließlich eines Tages entschlossen hatte, meine Geschichten zu veröffentlichen.

Und wie genau kamst du zum Schreiben?

Vermutlich wie die meisten – aus Liebe zum Lesen. Wer es liebt, beim Lesen in andere Welten abzutauchen, möchte eines Tages doch selbst versuchen, solche Welten zu erschaffen. Ich habe bereits als Teenager damit angefangen, aber glücklicherweise nie etwas davon veröffentlicht. Denn das meiste war doch reichlich melodramatisch.
Später, während des Studiums, habe ich mich dann etwas mehr mit der handwerklichen Seite des Schreibens auseinandergesetzt, durch Praktika und freie Mitarbeit in mehreren Redaktionen. Irgendwann wurde es jedoch vordergründiger, auch mal ein wenig Geld zu verdienen, so dass das Schreiben bei mir für einige Jahre in Vergessenheit geraten ist. Dank verschiedener Internetkontakte und unser Schreibforum lebte die alte Leidenschaft später aber dann doch wieder auf und so entschloss ich mich schließlich, es ernsthafter zu versuchen.

Ja, da gebe ich dir Recht, das Gefühl es doch einmal selbst probieren zu wollen, kenne ich.
Ich weiß, dass dein Job sehr zeitintesiv ist, da interessiert mich doch, wie du das Schreiben einbindest. Wie kontinuierlich schreibst du?

Ich wünschte, ich könnte immer zu festen Zeiten schreiben, aber das ist leider nicht machbar. Nicht zuletzt, weil ich mir mit meinem Mann ein Arbeitszimmer teile und er seinen eigenen Arbeitsprozess gerne laut kommentiert. 🙂 Da sind für mich dann nur Arbeiten möglich, die weniger Konzentration erfordern. Dafür ist er aber beruflich oft unterwegs und so nutze ich solche Stunden dann, um den Plot weiterzuentwickeln und die Handlung auszuarbeiten.

Ohje, dass das stört, glaube ich. Ist aber sicher auch manchmal lustig.
Nun hast du ja entschlossen, die Zeitgenossen selbst zu veröffentlichen und nicht über einen Verlag. Da ich das Self-Publishing nach wie vor interessant finde, würde ich gerne deine Gründe erfahren.

Nachdem ich einmal entschlossen hatte, die Geschichte zu veröffentlichen, habe ich zu recherchieren begonnen, welche Möglichkeiten ich hierfür hätte. Zu diesem Zweck habe ich viel zu dem Thema gelesen, mich monatelang in unzähligen Autoren-Foren und Schreiber-Netzwerken umgesehen, um mich möglichst umfassend zu informieren. Letztendlich habe ich mich dann für das Self Publishing entschieden und zwar aus folgenden Gründen:

1. Ich kann viel eigenverantwortlicher arbeiten, indem ich mich selbst darum kümmere, wer mein Manuskript lektoriert, wie mein Cover gestaltet wird, wie und wo mein Buch vertrieben und wie und wo es vermarktet wird.
Dies bedeutet zwar einen erheblich größeren Arbeitsaufwand für mich, andererseits behalte ich dadurch aber über die verschiedenen Aspekte des Veröffentlichungsprozesses viel größere Kontrolle.

2. Verlage entscheiden nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, welche Themen sie veröffentlichen und welche Genres sie bedienen – und richten sich hierbei oft nach vermeintlichen Trends. Wenn ich mein Buch selbst veröffentliche, muss ich solche Trends nicht berücksichtigen und muss auch keine Kompromisse eingehen.

3. Ich kann im Großen und Ganzen das Tempo und den Ablauf meines Veröffentlichungsprozesses selbst bestimmen und muss nicht die manchmal jahrelangen Vorlaufzeiten eines Verlages abwarten.

5. Ich behalte alle Rechte an meinem Buch, kann also selbst entscheiden, was wann in welcher Form veröffentlicht wird und entscheide selbst über etwaige Weiterverwertungen.

6. Ich erhalte deutlich höhere Tantiemen als bei einem Verlag.

Gut, wenn man sich auskennt. Schlecht, wenn man die Zeit nicht hat. Hat alles seine Vor- und Nachteile. Wobei historische Vampirromane momentan bei den Verlagen ankommen müssten 😉
Warum ist es denn ein Historienroman geworden?

Witzigerweise hat Geschichte zu Schulzeiten nicht zu meinen Lieblingsfächern gehört. Der Unterricht hatte damals oft aus einer Litanei aus Zahlen und Fakten bestanden – Könige, Regierungszeiten, Schlachten, Kriege. Selten wurde einmal thematisiert, wie die Menschen seinerzeit lebten, und was sie so umtrieb. Genau diese Alltagsgeschichte haben mir aber später historische Romane und Filme nähergebracht, so dass dieses Thema plötzlich für mich interessanter wurde.
Als dann vor ein paar Jahren durch die Twilight-Serie Vampire mal wieder populärer wurden, habe ich mich gefragt, was mich persönlich eigentlich so an diesen Wesen fasziniert. Und die Antwort war: ihre Unsterblichkeit. Mich faszinierte der Gedanke, sehr lange oder gar ewig zu leben und dabei Zeitzeuge vieler historischer Ereignisse und Entwicklungen sein zu können. Wie muss es wohl sein, wenn die Welt um einen herum sich im Laufe der Jahrhunderte verändert? Wie sehr verändert man selbst sich dabei? Oder schafft man es dennoch, sich im Grunde treu zu bleiben? So entstand die Idee, eine Geschichte zu entwickeln, die sich mit diesen Fragen befasst.

Und wie sieht’s mit den Vampiren aus? Hast du dich schon immer für sie interessiert?

Hm, im Vorschulalter vermutlich noch nicht. 😉 Ich glaube, meine erste Begegnung mit dem Thema war Polanskis Film „Tanz der Vampire“. Ich war etwa 10 Jahre alt und habe mich gleichzeitig gegruselt und amüsiert. Später waren es die „Dracula“-Filme der Hammer Studios mit Christopher Lee und während des Filmstudiums sah ich erstmalig Murnaus „Nosferatu“ von 1922. Coppolas „Dracula“-Verfilmung und „Interview mit einem Vampir“ präsentierten Vampire dann wieder in einer Eleganz und Ästhetik, die den alten Klassikern entsprach und die mir persönlich sehr gefiel.

Es gibt verschiedene Arten von Vampiren, das stimmt. Sehr breit gefächertes Genre.
Jetzt bringt so ein Historienroman natürlich viel Recherche mit sich. Wie sieht das bei dir aus?

Eine erste Anlaufadresse ist oft Wikipedia, nicht zuletzt wegen der manchmal sehr nützlichen Angaben zu weiterführender Literatur. Stoße ich mit der Internetrecherche an Grenzen bzw. habe ich Zweifel hinsichtlich der Zuverlässigkeit der Quellen, dann suche ich nach geeigneter Literatur. Vieles lässt sich hierbei im (modernen) Antiquariat finden, da gibt es viele Schätze, die zu Unrecht nicht mehr aufgelegt werden. Zudem sind auch Geschichtsmagazine oft sehr hilfreich.

Das Internet ist allerdings nicht immer nur von Vorteil. Woher weißt du, was stimmt und was nicht?

Natürlich kann man so etwas nie mit 100%iger Gewissheit beurteilen. Man kann nur versuchen, die Quellen mit gesundem Menschenverstand zu überprüfen und gegebenenfalls verschiedene Quellen miteinander vergleichen.
Gelegentlich weiche ich ja auch absichtlich ein wenig von den Fakten ab, wenn ich der Ansicht bin, dass es der Dramaturgie meiner Geschichte dient. Schließlich schreibe ich ja Fiktion und keine Dokumentation. 😉

Das sei auch erlaubt, denke ich.
Was darf man neben den Zeitgenossen denn noch von dir erwarten?

Vorerst werden mich (und hoffentlich auch die Leser) die Zeitgenossen noch eine Weile beschäftigen, denn die Geschichte hat noch ein paar Überraschungen für die Protagonisten vorgesehen. (Band II wird nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.) Nebenbei habe ich mit „Das Feuerwerk“ auch noch eine kleine Sammlung altmodischer Schauergeschichten veröffentlicht.
Ich habe natürlich auch schon Pläne für ein paar Projekte nach den Zeitgenossen, unter anderem einen Roman, der sich mit einer Substanz beschäftigt, die die Menschen im Laufe der Jahrhunderte immer wieder beeinflusst hat. Das wird in jedem Fall jedoch auch wieder ein rechercheintensives Projekt, darum weiß ich noch nicht, welche meiner Ideen ich als Nächstes umsetzen werde.

Vielen Dank für das interessante Interview, für die Einblicke in deine Arbeit und Motivationen – ich wünsche dir und den Zeitgenossen sehr viel Erfolg!

Mehr Infos zur Blogtour findet ihr hier – dort findet ihr auch viele Infos rund um die Zeitgenossen und ihrer Autorin!

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Interview mit Carmen Weinand

Heute hab ich die Ehre, euch eine sehr geschätzte Bloggerkollegin und nun auch Autorin vorstellen zu dürfen: Carmen Weinand von Horror and More.

Carmen, ich freue mich sehr, dich hier auf meinem Blog begrüßen zu dürfen!
Möchtest du dich vielleicht kurz vorstellen?

Ja, hallo erstmal (hahaha!)
Nein, ich bin jetzt ganz ernst. Wirklich!
Ich heiße Carmen Weinand und ja, das ist mein richtiger Name, obwohl ich eigentlich eine geborene Lo Zito bin. Das ist mein Spaghetti-Name, denn mein Papa ist Sizilianer. Also immer schön aufpassen, sonst hole ich den Geigenkasten raus!
Ich bin Jahrgang 1969 und gehöre zu den sensiblen Fischen ohne Selbstbewusstsein. Ja, ich weiß, das ist wirklich traurig, aber ich strample schon mein ganzes Leben lang dagegen an. Deswegen wurde ich auch nicht Friseurin, wie mein Papa (nur in weiblich), sondern Energieelektronikerin. Klingt hochtrabend, bedeutet aber nichts weiter als Elektrikerin, Fachrichtung Betriebstechnik. Inzwischen bin ich auch verheiratet und Mutter eines Sohnes, Jahrgang 1999.

Ernstsein ist langweilig. Dass du eine halbe Italienerin bist, ist mir neu – ich werde mit meinen Fragen aufpassen, dass ich mir nicht deinen Zorn zuziehe 😉
Also, ganz harmlos: wie kam es denn zu „Horror and More“?

Die Idee, einen Horrorblog zu eröffnen, kam mir, als ich im Netz nach Gleichgesinnten suchte, mit denen ich mich ein wenig austauschen kann, von denen ich evtl. gute Lesetipps, Empfehlungen oder auch Warnungen erhalten kann. Ich fand irre viele Kosmetikblogs, Fantasy-Blümchen-Blogger und diverse Foren zum Thema Horror, in denen ich mich aber bis heute einfach nicht wohlfühlen kann. Leider fand ich (fast) keine Horrorblogs, die sich ausschließlich mit meiner Lieblingslektüre beschäftigen. Daran wollte ich etwas ändern. Vielleicht war ich nicht DIE erste Horrorbloggerin, aber mit ziemlich großer Sicherheit eine der ersten mit diesem Genre als Hauptthema. Das bezieht sich jetzt aber nur auf Bücher. Was Filme und andere Interessengebiete angeht, gab es schon viele viele viele Seiten vor Horror and more. Mit dem Bloggen kam Facebook und mit Facebook kam der lang ersehnte Austausch.

Der bis heute andauert, wie ich mitreden kann 😉 Ja, Facebook hat schon so seine Vorteile. 
Nun hast du vor kurzem deine erste eigene Kurzgeschichten-Sammlung „In dir“ bei Amrûn veröffentlicht, nachdem du dein Debüt in den Horror-Legionen brachtest. Wie bist du denn zur Autorin geworden?

Das kam eigentlich nicht von ungefähr. Ich schreibe schon etwas länger an einer humorigen Erfahrungskiste, hatte das dann aber zunächst auf Eis gelegt, weil ich zu viele andere Dinge gleichzeitig in der Pipeline hatte.
Dann ergab sich in einer Facebookgruppe die Idee, das Projekt „Horror-Legionen“ zu starten. Weil ich die üblicherweise verwendeten Autorenbiografien in solchen Anthologien sterbenslangweilig finde und grundsätzlich überlese, beschloss ich, mich mit fantastisch angehauchten Kurzbiografien zu beteiligen. Ich lieferte eine Beispiel-Biografie ab und wurde sozusagen „gebucht“. Wenig später kam dann auch die Frage auf, warum ich nicht einfach mal eine Geschichte beisteuere. Also schrieb ich eben eine Geschichte. Da diese anscheinend gut ankam (ich persönlich finde diese Geschichte heute richtig mies), folgte schnell die nächste Anthologie. Und dann fragte mich Jürgen Eglseer von Amrûn, ob ich mir eine eigene kleine Sammlung vorstellen könnte. Nun ja, ich konnte 🙂 So kam es dann zu „“In Dir““.

Hättest du denn auch als Indie veröffentlicht?

Das kann ich nicht einmal beantworten, weil ich es nicht weiß.

„In Dir“ wurde (zurecht) erfolgreich, aktuell 10 x 5 Sterne bei Amazon, von 14 Rezensionen. Wie fühlt sich das an?

Erfolgreich? Ich weiß nicht, ob es das ist, wenn ich ehrlich sein soll. Ich habe keinerlei Einblick in die Verkaufszahlen und weiß erst mehr, wenn ich meine erste Abrechnung sehe. 😉 Aber die guten Bewertungen und der Zuspruch von Freunden und Bekannten: DAS fühlt sich wirklich gut an.

Also ich kenne Leute, die das erfolgreich nennen würden 😉
Was darf man von dir als Autorin noch erwarten?

Von mir als Autorin wird es eines ganz sicher niemals geben: Anspruch.

Ich schreibe so, wie ich selber auch lese: unterhaltungsorientiert. Ich mag Trash und Popcorn, Action, Klischees, Blut, Grauen und jede Menge Fäkalsprache. Meine Geschichten werden immer das enthalten, was ich selber gerne lesen würde. Seit Jahren bettele ich bei den Autoren in meinem Bekanntenkreis um eine deftige Geschichte über dämonische Besessenheit. „Der Exorzist“ ist mein allerschlimmster Albtraum und deswegen eine meiner Lieblingsgeschichten. Leider kommen die Kollegen (bis auf einen) nicht so wirklich in die Hufe, also musste ich eben selber ran 😉 Das ist es, was man von mir als Autorin zu erwarten hat.

Klingt vielversprechend und ist genau das, was ich von dir erwartet habe. Man darf also gespannt sein. 🙂
Ist denn schon was geplant? Roman, Kurzgeschichten, irgendwas, auf das sich deine Fans freuen können?

Ja natürlich 🙂 Demnächst erscheint ja eine weitere Anthologie bei Amrûn, die sich mit dem Thema „Bösartiges Frühstück“ befasst. Dort erscheint dann meine Geschichte „Der erste Kaffee“. Weiterhin wurde ich auch zu Horror-Legionen II wieder eingeladen, so dass ich mir dafür noch ein mieses, fieses Stück Schreibgut aus den Fingern saugen werde. Dann schreibe ich gerade am oben bereits erwähnten Projekt weiter. Das wird dann schon eher Buchlänge haben und es ist KEIN Horror. Na ja, vieleicht in gewissem Sinne schon. Lasst euch überraschen! Und wenn ich das fertig habe, DANN … ja dann … werde ich richtig böse. 

Du verstehst es, die Leute neugierig zu machen. Kein Horror, doch Horror – hau in die Tasten! 
Nun ist Horror ja doch immer noch eher ein Nischengenre. Was sagt denn dein Familien- und Bekanntenkreis dazu, dass du horrormäßig gut schreibst?

Der Apfel fällt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm. Deswegen bin ich wirklich froh, dass mein Sohn Dennis auf das steht, was seine Mama macht. Tatsächlich ist es sogar etwas, das er auch in der Schule erzählt. Darauf kann ich mir wahrscheinlich was einbilden. Aber mit Küsschen verabschieden ist auch weiterhin bei Todestrafe verboten. Ansonsten habe ich noch einen begeisterten Bruder, der mir ab und zu auch die eine oder andere Anregung liefert. Mein Mann kann mit diesem Genre leider rein gar nichts anfangen. Deswegen bin ich hier auch diejenige, die nachts nachsehen muss, wenn es ein komisches Geräusch gibt.
Meine Eltern finden zwar gut, dass ich schreibe, aber nicht WAS ich schreibe. Dem Rest der Familie ist es höchstwahrscheinlich völlig egal. Ich denke, die wenigesten von ihnen lesen überhaupt. 

Naja, für die ältere Generation ist Horror wahrscheinlich wirklich gewöhnungsbedürftig. Dafür prahlt dein Sohn mit dir 😉
Wie beziehst du denn Schreiben und Bloggen überhaupt in deinen Tagesablauf mit ein? 

Das ist schwierig, weil ich mich derzeit in der Situation befinde, meine Schwiegereltern pflegen zu müssen. Manchmal habe ich jede Menge Zeit und oft aber auch nicht. Grundsätzlich versuche ich gerade, die Rezensionstätigkeit etwas einzuschränken, weil dieses Ding astronomische Ausmaße angenommen hat. Wenn ich den verbliebenen Rezi-Berg „abgearbeitet“ habe, werde ich mir feste Schreib-Zeiten einrichten. An jedem Tag eine Seite sollte wohl zu schaffen sein.

Ansonsten habe ich keine festen Regeln. Kommt Zeit, kommt Text. Allerdings hatte ich auch schon massig Zeit und null Kreativschub. Shit happens, oder?

Erstmal: Respekt, dass du dich um deine Schwiegereltern kümmerst! Das ist sicher nicht immer leicht. Und dann noch Bloggen UND Schreiben: Hut ab!
Was mich als kleine Schreibmaus und Bloggerin natürlich brennend interessiert:
Siehst du einen Konflikt darin, dass du Autorin UND Bloggerin bist?

Jein.
Schreibende Blogger haben in etwa denselben Ruf wie Maler und Lackierer, die in ihrer Freizeit Portraits zeichnen. Ein Blogger darf alles schreiben, nur vermarkten sollte er möglichst nichts. Ist doch so, oder? Ich bin viel im Netz unterwegs, lese hier und dort mal was mit und bin mir ziemlich sicher, dass gerade eine Veröffentlichung von mir ganz besonders den „Experten“ ein Dorn im Auge ist. Niemand spricht es direkt aus, aber es liegt im Raum: Wie kann sie es wagen? Und womöglich macht sie beim Schreiben noch dieselben blöden Fehler, die sie in ihren Buchbesprechungen gerne mal bemängelt.
Hach ja, was soll man sagen? Aber sicher mache ich die. Und ich habe das große Glück, gleich über einen Verlag veröffentlichen zu dürfen, der sich um genau solche Klopper liebevoll kümmern wird.
Trotzdem werde ich weiter eine Leserin und somit auch eine Kritikerin bleiben. Wenn man mich fragt, ob ich veröffentlichen möchte, wäre ich doch ziemlich beschränkt, diese Chance nicht zu nutzen.
Allerdings bewerte ich nach wie vor nur fremde Werke und nicht meine eigenen – und auch nicht die, in denen nur eine einzige Geschichte von mir enthalten ist. Eine Rezension zu Horror-Legionen wir es also von mir nie geben. Auch nicht auf Amazon mit vier oder mehr verschiedenen Nutzer-Accounts. Das überlasse ich anderen Autoren.
Meine eigene Internetseite und meine Facebookseite geben mir die Möglichkeit, sowohl als Bloggerin als auch als Autorin auf mich aufmerksam zu machen.
Den Konflikt an sich haben Blogger auch so schon, ohne, dass sie plötzlich Autor werden. Aber wem erzähle ich das? Du kennst es selbst, oder? Die Anschuldigungen, dass man käuflich sei, unverschämte Forderungen und noch unverschämtere Anfragen, usw. Meine Erfahrungen als Bloggerin lehren mich, was ich als Autorin besser nicht tun sollte. Wenn ich es also schaffe, meine Machwerke halbwegs gut zu verkaufen, ohne meinen Lesern auf zig verschiedene Arten von morgens bis abends auf den Sack zu gehen, dann habe ich wohl doch etwas richtig gemacht.

Ja, das kenne ich wirklich nur zu gut. Und ich finde deine Einstellung wirklich gut – das ist vermutlich wirklich ein Vorteil, den wir Blogger Autoren voraus haben: wir wissen, wie man es nicht machen sollte. 

Carmen, vielen Dank, dass du mir Rede und Antwort gestanden hast. Ich wünsche dir mit deinem Blog wie auch mit deinen Werken weiterhin sehr viel Erfolg, zeig, was du kannst!
Alles Gute dir!

Carmens Blog Horror and more
H&M bei Facebook
„In Dir“ bei Amazon

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Interview mit Michael Meisheit

Heute hab ich  ein kleines Schmankerl für euch, den Drehbuchautoren Michael Meisheit, der mit seinen Romanen „Soap“ und „Nicht von dieser Welt“ nun auch Erfolge als Romanautor feiert. Ich freue mich, dass er sich die Zeit für meinen kleinen Blog genommen hat.

Interview mit Michael Meisheit
Michael Meisheit

Herzlich Willkommen, Michael!

Stell dich doch bitte kurz den Lesern vor, damit sie sich ein Bild von dir machen können.

Ich bin 41 Jahre alt, lebe mit meiner Frau und meinen zwei kleinen Kindern in Berlin-Kreuzberg. Obwohl ich im schönen Köln geboren wurde, ist Berlin meine Wahlheimat. Die würde ich mit keiner anderen Stadt tauschen. Außer vielleicht mal für eine Weile mit New York oder Istanbul. Ich bin „hauptberuflich“ Drehbuchautor, schreibe seit über 15 Jahren für die Fernsehserie „Lindenstraße“ Drehbücher. Und habe mich 2012 in das Abenteuer „Selfpublishing“ gestürzt, veröffentliche also nun meine Bücher selbst …

Drehbuchautor und nun Romanautor – da liegt die nächste Frage ja auf der Hand: wie kamst du zum Schreiben?

Seit ich denken kann, habe ich eine große Liebe zum Film und zum Erzählen von Geschichten. Mit dem Schreiben habe ich schon als Teenager angefangen – in Form von Kurzgeschichten und ähnlichem. Der Drehbuchautor war die logische Konsequenz. Ich wurde dann von meinem Filmstudium in Ludwigsburg sozusagen wegengagiert für die „Lindenstraße“. Parallel schrieb ich sehr gerne kurze Texte im Internet – vor allem auf der Seite jetzt.de. Und ich arbeitete eine Weile lang auch mal an einem Roman. Das war aber immer nur „so nebenbei“. Erst die Möglichkeiten des Selfpublishings vor allem über Amazon haben mich dann dazu gebracht, mal „ernsthaft“ etwas zu veröffentlichen. Nämlich eben jenen Roman, den ich vor Jahren geschrieben habe – „Soap“. Dann die Texte von jetzt.de – „Irgendwas ist immer“. Und zuletzt meinen fiktiven Blog Vanessa X., der zu „Nicht von dieser Welt“ wurde.

Ich stelle es mir schwer vor, als Drehbuchautor ständig neue Inspirationen zu kriegen, denn alles war ja irgendwie schon mal da. Woher nimmst du deine? Ja, welch ausgelutschte Frage, aber ich bin trotzdem neugierig.

Meine Lieblingsfrage, der ich einen ganzen Running Gag in „Soap“ gewidmet habe, wo die Hauptfigur Lukas sich ja auch als Drehbuchautor versucht. Das Problem ist: Ich kann die Frage nicht richtig beantworten. Die Ideen oder Inspirationen sind einfach da. Im alltäglichen Leben, in Erzählungen von anderen, in Zeitungsberichten, in Filmen und Büchern. Sie sind überall. Man muss nur mit offenen Augen durch die Welt gehen und Fragen stellen. Ideen zu haben ist nicht das Problem. Sie auszuarbeiten ist das, was einen Autor ausmacht …

Wie stehst du denn dann in der Hinsicht zum Thema „Klischee“?

Klischees sind für die kreative Arbeit wichtig. Sie helfen, Figuren schnell zu charakterisieren. Gerade bei Nebenfiguren ein Segen. Aber natürlich ist es für komplexe Figuren wichtig, die Klischees zu brechen, mit ihnen zu spielen usw. Das kann richtig Spaß machen und ist gerade im Bereich Humor ein wahnsinnig wichtiger Aspekt der Arbeit – man sollte sich also mit Klischees auskennen!

Was sagen deine Kollegen bei der „Lindenstraße“ zu deinen Erfolgen als Indie-Autor?

Sie freuen sich für mich. Und staunen auch ein wenig, denn selbst in (Drehbuch-) Autorenkreisen ist es noch nicht so bekannt, welche Möglichkeiten man mittlerweile hat, um seine Arbeit selbst zu veröffentlichen.

Könnte mir vorstellen, dass einige doch nebenbei auch an Romanprojekten arbeiten, gut, dass sie dich haben.  Aber mal ganz ehrlich: hast du deine Kollegen und Stars deiner Serie in „Soap“ eingebunden?

Das habe ich tunlichst vermieden, weil mir klar war, dass das nur Ärger geben würde. Es ist ja kaum eine Figur dabei, die nicht ihr Fett wegbekommt. Und so unbeschwert hat es dann beim Schreiben auch viel mehr Spaß gemacht.

Kann ich mir vorstellen, aber bei einer Person die man nicht mag, ist die Versuchung sicher nicht klein. Nun gut, anderes Thema:

Du bist bekennender Selfpublisher, aber hast du nicht doch mal versucht, Soap bei einem Verlag unterzubringen?

Als ich „Soap“ vor ca. 10 Jahren geschrieben habe, gab es das Selfpublishing noch nicht. Ich habe ein paar Versuche unternommen, sogar eine gute Literaturagentin für das Buch gefunden. Aber es hieß dann immer. „Ja, sehr witzig, aber Medien in Büchern, das läuft nicht.“ Ich habe das denn schnell versanden lassen. Als ich nun neu angefangen habe, war für mich die Frage nach Verlagen gar nicht relevant, denn ich fand ja gerade toll, dass ich alles alleine machen konnte.

Warum hast du dich dafür entschieden? Es ist ja doch ein Berg Arbeit, den man erledigen muss, was sonst der Verlag übernehmen würde. Was waren für dich die Vorteile?

Dass ich komplett selbst die Kontrolle habe. Das ist ein enormer Unterschied zu meiner bisherigen Arbeit, der einfach gut tut. Ich arbeite gerne im Team und finde es auch schön, wenn ich nicht alles selbst machen muss – was ja bei einem Drehbuch auch gar nicht gehen würde. Aber zur Abwechslung ist dieses Selbermachen wirklich wunderbar. Und mittlerweile mach ich ja auch beim Selfpublishing gar nicht mehr alles selbst, sondern suche mir mehr und mehr professionelle Leute, die bestimmte Arbeiten wie Cover-Design oder Lektorat für mich übernehmen. Das heißt also: Komplette Kontrolle, überschaubarer Arbeitseinsatz. Optimal.

Meinen Respekt hast du. Ich denke, ich würde mich da nicht rantrauen.
Zu Beginn hast du um deine Verkaufszahlen kein Geheimnis gemacht, im Gegenteil. Wie kam das an und wie bist du überhaupt auf die Idee gekommen, darüber öffentlich Buch zu führen?

Mittlerweile mache ich schon ein wenig ein Geheimnis darum, denn „Nicht von dieser Welt“ war ja nun ein Bestseller und mit dem Erfolg kamen recht schnell auch die Neider. Zudem ging es mir beim Veröffentlichen der Zahlen nie darum zu sagen: Seht her, was ich tolles gemacht habe. Sondern es ging mir darum, dass andere an meinen – teilweise auch schwierigen – Erfahrungen teilhaben konnten, um daraus Schlüsse für die eigene Arbeit zu ziehen. Genau wie ich aus den diversen Blogs und Foren sehr viel für meine Selfpublisher-Arbeit geschöpft habe. Die Community ist eine enorme Stärke der unabhängigen Autoren.

Das Thema Bestseller… Denkst du denn, ein Self-Publisher kann den ganz großen Bestseller landen?

Das hat es ja bereits gegeben. Nika Lubitsch hat mit „Der Siebte Tag“ über 100.000 eBooks verkauft. Das nenne ich doch mal einen großen Bestseller. Natürlich fehlt nach wie vor eine wichtige Komponente: Der Buchhandel. Die Selfpublisher-Szene ist überwiegend eine eBook-Szene und noch enger gefasst eine Kindle-Szene. Anderswo gibt es eben noch nicht die Möglichkeiten, sich so zu präsentieren. Für den Buchhandel könnte das theoretisch möglich sein – in den USA geht es bereits – aber da müssen wahrscheinlich noch eine Menge festgefahrene Strukturen verändert werden. Dann wäre es sicher auch kein Problem, dass ein Selfpublisher auf der Spiegel-Bestseller-Liste ganz weit oben landet …

Das sehe ich genauso, denn ehrlich: es war ein eingeschränkter Bestseller.
Du führtest mit „Nicht von dieser Welt“ ja selbst kurzzeitig die Amazon-Listen an – was war das für ein Gefühl?

Das war echt ein Gefühl nicht von dieser Welt. Ich hatte ja durchaus angekündigt, dass ich einen Bestseller „produzieren“ wollte. Meinte damit aber nur, dass ich in Sachen Marketing alles so gut machen wollte – mit professioneller Unterstützung – dass meine Ausgaben wieder reinkommen und vielleicht ein klein bisschen mehr. Ich hoffte auf 1.000 verkaufte Bücher und träumte vielleicht auch mal von 5.000. Aber was dann passiert ist – und immer noch passiert – war wirklich unfassbar. So richtig kapiert, wie gut es läuft, habe ich es erst, als ich Dan Brown überholt habe. Platz soundso in den Kindle-Charts war jetzt ja nicht so greifbar. Aber dass wochenlang mehr Leute mein Buch kaufen wollten als „Inferno“, fand ich schon krass.

Das ist auch ein großer Erfolg, meinen Glückwunsch!
Nun ist ja das Thema der Manipulation unter SPlern ganz groß. Wie stehst du dazu, auch in Hinsicht auf deinen eigenen Erfolg?

Manipulation von „Rezensionen“ bei Amazon? Ja, dazu gibt es eine Menge Gerüchte. Aber es gibt genauso viele Gerüchte, dass Verlage Leute bezahlen, die Konkurrenten mit schlechten Bewertungen versehen und die eigenen Bücher hochjubeln sollen. Ich glaube nicht, dass es im Selfpublishing-Bereich diesbezüglich mehr schwarze Schafe gibt als in allen anderen Bereichen, in denen man sich durch „verbesserte“ Bewertungen mehr Erfolg erhofft. Ich glaube aber auch, dass das Thema mehr diskutiert wird als es tatsächlich relevant ist. Autoren und Leser mögen nun einmal Verschwörungstheorien.

Und was „Nicht von dieser Welt“ angeht: Das Buch hat so viele negative Bewertungen, da wäre ich ein verdammt schlechter Manipulator, wenn ich daran etwas gedreht hätte. Nein, im Ernst: „Nicht von dieser Welt“ sollte manche Leute als entspannendes Beispiel dienen. So relevant sind die „Rezensionen“ gar nicht für den Erfolg. Mein Buch ist gerade als es ganz oben war von einfach jedem gekauft worden, eine Menge Leute haben dann gemerkt, dass es überhaupt nix für sie ist und haben das auch geschrieben. Aber das hat kaum jemanden abgeschreckt, es trotzdem zu kaufen …

Rezensionen sind nicht alles, das stimmt, auch wenn schlechte sicherlich schmerzen.
Zurück zu dir, denn eins interessiert mich noch: können wir auf mehr von dir hoffen?

Wie gesagt: Ideen zu haben ist nicht das Problem! Und ich habe ja auch noch meine Arbeit als Drehbuchautor, die ich nicht nur sehr gerne mache, sondern mit der ich auch sehr eingebunden bin. Aber wenn wieder etwas Zeit ist, werde ich dann wirklich mal einen neuen Roman schreiben. Bisher basierten ja alle drei veröffentlichten Werke auf alten Texten von mir. Jetzt brenne ich geradezu darauf, etwas „frisches“ zu schreiben …

Nicht nur du, auch wir sind gespannt. Danke für das Interview und deine Zeit!

Michael Meisheit bei Facebook

Sein Blog

ProtaInterviewLiliennächteKT

Interview mit Miss von Xtravaganz

Ich freue mich, heute eine tolle Künstlerin auf meinem Blog begrüßen zu dürfen, eine Dame, die vor und hinter der Kamera ihr Können zeigt und immer wieder überrascht. 
Hallo Miss von Xtravaganz!
 
Interview mit Miss von Xtravaganz
Fotograf: Rennbus
Stell dich doch bitte denjenigen vor, die dich nicht kennen.
 
Seit knapp 8 Jahren stehe ich unter dem Pseudonym “Miss von Xtravaganz“ vor der Kamera, was zu einem meiner größten und liebsten Hobbies geworden ist. Ich habe über 150 Shootings vor der Kamera gemacht und ich hoffe, es werden noch viele viele mehr. Seit mittlerweilen fast 3 Jahren habe ich die Seiten gewechselt und bin mit meinem Fotografenname “XzentriC“ auch hinter der Kamera tätig. Ich bewege mich in den Themenbereichen Gothic, Fantasy, Pinup, Rockabilly, Steampunk, Burlesque und Fashion. Als Model fertige ich viele meiner Outfits, Perücken, Accessoires und Requisiten selbst. Ich bin immer bemüht viel Liebe is Detail in meine Arbeiten zu stecken und bei meinen Fotografenprojekten übernehme ich gerne Hairstyling & Makeup meiner Modelle sowie die Bildbearbeitung der Fotos.
 
Miss von Xtravaganz – wie kamst du darauf?
 

Meine erste offizielle Homepage hatte bereits den Titel Xtravaganz.com. Ein Fotograf hat mich damals immer gerne mit “die Miss von der Xtravaganz Homepage“ angeschrieben, irgendwann wurde daraus die Kurzform “Miss von Xtravaganz“ und bis heute ist es irgendwie geblieben. 🙂

Interview mit Miss von Xtravaganz
Fotograf: Sven Veo
 
Mir gefällt er und er passt definitiv!
Wie ist es denn zu dem Hobby „Modeln“ gekommen? Ist nun kein alltägliches Hobby, zu dem man mal eben so kommt.
 
Mit 16 Jahren hat alles damit angefangen, dass ich eine liebe Bekannte eine Digicam in die Hand gedrückt habe und sie Bilder von mir, meinen Outfits und dem Makeup gemacht hat. Die Bilder waren hauptsächlich in Chatprofilen oder meiner Beepworld Seite ausgestellt. So hat mich ein Münchner Fotograf gefunden und mit ein professionelles Shooting in einem Studio angeboten (damals war ich bereits 18). Im ersten Moment war ich zwar skeptisch, aber der Fotograf hat mich mit dem Argument überzeugt: “Du hast ja nichts zu verlieren oder? Und im besten Fall hast du eine CD mit guten Bildern“, obwohl ich ihn überzeugen wollte, dass ich kein Modeltyp bin. Naja, mittlerweile 8 Jahre geworden, in denen ich vor der Kamera stehe! 🙂
 
Und wie kamst du hinter die Kamera?
 
Ich habe eine Zeit lang mit einer Fotografin und einem anderen Model ein paar gemeinsame Projekte umgesetzt, wo ich nur als Visagistin tätig war. Spasshalber hat mir die Fotografin irgendwann ihre Kamera geliehen und ich bin mit dem Model alleine losgezogen. Dabei habe ich gemerkt wieviel Spass es macht andere nach meinen Vorstellungen zu verwandeln und mit ihnen gemeinsam Ideen umzusetzen. Bis heute übernehme ich bei meinen Fotoprojekten als Fotografin meistens die Visaarbeit.
 
Da muss ich doch mal fragen: hast du eine Ausbildung in eine der Richtungen?
 
Ich habe keine Ausbildung in eine der Richtungen gemacht, mein Studium geht in eine ganz andere Richtung und mittlerweile muss ich sagen, dass ich darüber ganz froh bin. Mein Hobby ist und bleibt Ausgleich zum Studium!
 
Interview mit Miss von Xtravaganz
Model: Der Fuchs
 
 
Ist es denn Hobby und Vergnügen oder doch mehr Arbeit? Auch bezüglich des Zeitaufwandes, der ja nicht zu unterschätzen ist.
 
Definitiv Vergnügen! Vor wie hinter der Kamera zu stehen ist für mich reines Hobby und hat mit meinem Beruf/Studium nichts zutun. Es gibt nichts schöneres als die Kamera auszupacken oder ein lange geplantes Outfit endlich komplett vor dem Spiegel zu sehen oder eine lange gehegte Idee mit einem Model umzusetzen. Ich bin zwar sehr mit meinem Studium eingespannt, aber ein Shooting im Monat muss immer drin sein. Wenn ich einen Monat mal nicht zu einem Shooting komme, vermiss ich meine Kamera schon sehr.
 
Der Zeitaufwand ist natürlich höher, wenn ich selber vor der Kamera stehe. Ich versuche immer meinen Outfits eine persönliche Note zu verleihen und gestalte meine Outfits gerne um, nähe Kleinigkeiten, bastle Accessoires und Requisten, das kostet natürlich auch etwas Zeit.
 
Ein Fotoshooting als Fotografin liegt meistens bei einem halben Tag. Die Modelle kommen zu mir, bekommen Hairstyling und Makeup und dann gehts auch schon zur Location – meistens dauert ein Shooting 1-2 Stunden, da ich in der Regel pro Model nur ein Outfit shoote (Makeup, Haare und Location stimme ich gerne aufeinander ab) . Nachdem Shooting kommt noch die Bildbearbeitungszeit hinzu, aber meine Bilder sind nicht so aufwendig bearbeitet, dafür ist nochmal gut 1-2 Stunden einzuplanen. Die ersten Bilder gibts dann meistens gleich nach dem Shooting via Mail.
 
Was fotografierst du am liebsten? Irgendeine bestimmte Stilrichtung?
 
Als Fotografin beschäftige ich mich hauptsächlich mit der Peoplefotografie. Ich freue mich immer, wenn ich Anfragen von Modellen bekomme, die selber schon ihren Stil gefunden haben und das in ihren Outfits und Stylings ausdrücken. Ich liebe es ausgefallene Typen zu fotografieren. Genauso toll ist es aber, wenn man Modelle einfach mal in andere Rollen stecken kann und ihren Typ komplett verändern kann. Deshalb arbeite ich gerne mit Anfängermodellen, die noch nicht all zu viele Shootings hatten und experimentierfreudig sind.
 
Das letzte Jahr habe ich mich vermehrt mit dem Thema “Natur & Fashion“ auseinandergesetzt und bin von meinem “ausgefallenen“ Trip gewichen, ich hoffe, dass ich meinem Stil immernoch treu geblieben bin. Es macht einfach Spass sich nicht auf einen Themenbereich festzulegen, sondern immer wieder etwas neues auszuprobieren. Wahnsinnig gerne fotografiere ich momentan auch bei Events, aber auch nur zum Spass an der Freude für meinen Blog. Mein Hauptaugenmerk liegt aber auf der Peoplefotografie.
 
Und dein Lieblingsstil, für den du gerne vor der Kamera stehst?
 
Das kann ich mich gar nicht festlegen. Meine bevorzugten Themenbereiche decken sich mit meinen (oben schon genannten) Arbeitsbereichen. Nur die Bereiche Akt & Teilakt überlasse ich lieber anderen, die die Figur dazu haben 😉
 
Interview mit Miss von Xtravaganz
Fotograf: Beha-Fotodesign
 
 
Die richtige Figur liegt im Auge des Betrachters, wie ich finde. Was mir bei dir gleich zu Beginn positiv aufgefallen ist: du bist kein Größe 34-Model – was ruft das allgemein für Reaktionen hervor?
 
Man sollte immer unterscheiden zwischen einem “Model“ und einem “Hobbymodel“. Ich stehe einfach wahnsinnig gerne vor der Kamera, auch wenn ich nicht dem gängigen “Modeltyp“ entspreche. Es ist für mich ein Hobby und nicht mein Beruf, darum halte ich es einfach: wer mit mir arbeiten möchte, der wird sich bei mir für ein Projekt melden und wenn ich jemanden nicht ins Konzept passe, dann wird er auch kein Interesse an mir und meinen Arbeiten haben.
 
In der heutigen Zeit des Internets sind Fotoshootings keine Seltenheit , jeder der sich gerne ablichten lassen möchte kann sich in Fotoforen als “Model“ oder “Fotograf“ anmelden, da ist für jeden Geschmack und für jedes Projekt etwas dabei. Ansonsten bekomme ich eigentlich wenig Reaktionen zu meiner Konfektionsgröße,die meisten sehen es ja auf meinen Bildern, dass ich mehr wiege und entweder gefallen ihnen meine Bilder oder sie schauen sie halt nicht an 😉
 
Eigentlich bekomme ich sogar mehr positive Reaktionen von anderen, die mir schreiben, dass sie es toll finden, dass ich auch mit mehr auf den Rippen vor der Kamera stehe. Ich hoffe, dass sich andere dadurch auch ermutigt fühlen mal ein paar Bilder von sich machen zu lassen!
 
Ich finde es definitiv toll!
Hinzu kommt, dass deine Bilder dich oft in „ungewöhnlichen“ Outfits zeigen – bist du privat auch so ausgefallen oder nur vor der Kamera?
 
Ich habe bereits in meiner Teenagerzeit angefangen mich für die Gothic Szene zu interessieren. Meine Alltagsklamotten waren zwar weitgehend unspektakulär,meine ersten Shootingoutfits waren jedoch auch meine typischen Weggehoutfits. Für meine Fotoshootings kommt es ja schon öfter vor, dass man mal an “öffentlicheren“ Orten rumsteht und das ein oder andere Feedback von Passanten bekommt. Bisher habe ich aber nur positive Resonanz zu meinen Outfits bekommen, am beliebtesten sind trotzdem immer Petticoatoutfits oder natürlich große Roben.
 
Interview mit Miss von Xtravaganz
Fotograf: Ewiglich
 
 
Da fragt man sich doch, woher du die Inspirationen für deine Shootings nimmst?
 
Meistens steht als erstes eine Outfit oder eine Makeupidee, egal ob ich vor oder hinter der Kamera stehe. Ich beschreibe meine Themenrichtung, das dazugehörige Outfit und die Makeupidee dem Fotografen und gemeinsam wird nach einer Location gesucht (bei meinen Modellen lass ich mir gerne Outfits vorschlagen und überlege mir dann Makeup & Hairstyling). Der Fotograf lässt nochmal seine Ideen mit einfliessen und meistens kommt am Schluss dann nochmal etwas ganz anderes heraus! Aber das ist ja genau das Schöne daran, dass man immer individuelle Ergebnisse erreichen kann. 
 
 
Die Mischung macht auch die unterschiedlichen Models und auch Fotografen, für die du vor der Kamera stehst. Wie entstehen diese Kontakte?
 
Nachdem ich mein erstes Fotoshooting hatte wurde ich gleich von neuen Fotografen angeschrieben, die gerne Projekte mit mir umsetzen wollten. Heute kommt das immer wieder aufs Projekt an, wenn mir die Arbeiten eines Fotografen besonders gut gefallen, schreibe ich diese auch selber an. Manchmal finde ich meine Fotografen über Jobausschreibungen (über Facebook oder andere Fotoforen), wo sich die Fotografen dann selbst für meine Projekte bewerben können oder ich werde auch einfach so von Fotografen angeschrieben. Wenn man zu Shootings kommen möchte, muss man natürlich auch selber aktiv werden und nicht nur abwarten.
 
Als Fotografin lasse ich mich gerne selbst von Modellen finden, weil ich mir bei vielen Modellen gar nicht trauen würde nach einem Shooting zu fragen. Da freut es mich dann umso mehr, wenn die Modelle auf mich zu kommen und nach einem Shooting fragen.
 
Model: Sternenprinzessin
 
 
Wie finden Familie und Freunde deine Arbeit? Unterstützen sie dich?
 
Meine Eltern waren am Anfang schon etwas überrascht über mein neues Hobby. Als ich aber nach dem ersten Fotoshooting nach Hause kam und meine Bilder präsentierte, waren sie schon sehr stolz. Zumindest hängt noch eines dieser ersten Bilder in meinem Elternhaus und ich freue mich immer, wenn meine Eltern nach neuen Shootingprojekten fragen und meine Mappen sehen möchten.
Bei meinem Freundeskreis freue ich mich natürlich immer sehr, wenn ich Lob von ihnen für mein Arbeiten bekomme! Ich glaube ich habe auch schon die meisten von ihnen auf Fotos gebannt, weil es einfach nochmal ganz was anderes ist, wenn man Menschen ablichtet, die man schon länger kennt und diese dann ins rechte Licht rücken darf.
 
 
Das freut mich und verwundert gar nicht.
Hast du denn in dieser Richtung noch Zukunftswünsche oder Ambitionen?
 
Es gibt als Model immer wieder tolle Fotografen mit denen ich gerne zusammenarbeiten würde und genauso gibt es auch immer wieder tolle Modelle für neue Projekte. Ich wünsche mir auf jeden Fall, dass ich immer genügend Zeit für mein Hobby habe und es noch lange ausüben kann! Damit wäre ich schon sehr zufrieden! 🙂
 
 
Das wünsche ich dir und uns Zuschauer.
Ich danke dir für das sehr interessante Interview und den Blick hinter deine Kulissen!
Ich wünsche dir alles Gute und ganz viel Erfolg für deine Arbeiten!
 
 
!Alle hier verwendeten Bilder wurden mit Erlaubnis von Miss von Xtravaganz verwendet!