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Rezension: Couture: Wenn Liebe stärker ist von Emma S. Rose

Rezension: Couture: Wenn Liebe stärker ist von Emma S. RoseAutor: Emma S. Rose
Indie
Seitenanzahl: 424
Erscheinungsjahr: 2017
Preis: eBook 3,99 € | Taschenbuch 11,99 €
Genre: Liebe

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Inhalt:

Seit dem Tod ihrer Eltern schlägt sich Feli gemeinsam mit ihrer Schwester Isa durchs Leben. Von Job zu Job, immer darauf bedacht, genug zum Leben zu haben. Als sie ihren Job verliert, steht sie vor dem Abgrund. Infolgedessen kommt sie in eine bedrohliche Situation, aus der sie der attraktive Chris befreit. Von da an scheint es bergauf zu gehen: Dank ihm kann sie im Szene-Club „Couture“ anfangen. Doch ihre Schwester macht Probleme und zu allem Überfluss fühlt sie sich zu dem Womanizer Chris hingezogen – eine Liebe, die keine gute Idee zu sein scheint …

Meine Meinung:

Ich liebe Bücher, in denen es die Protagonisten nicht leicht haben und nicht alles perfekt ist. „Couture“ klang daher trotz unpassendem Cover nach interessanter Lektüre.

Und tatsächlich verschmilzt Emma S. Rose ernste Themen mit leichtem Liebesroman. So muss Feli, die die Story aus ihrer Sicht erzählt, einiges im Leben zurückstecken, um für ihre kleine Schwester zu sorgen. Mich hat ihr Engagement wirklich gerührt und fand es klasse, wie sie sich durchgekämpft hat. Manches Mal litt ich mit ihr, wenn sie z.B. die Gaben der Tafel in Anspruch nehmen musste. Ich habe auch meinen Stolz, weswegen ich sehr gut verstehen konnte, wie schwer es ihr gefallen ist.

„Immer wieder war ich mir sicher gewsen, dass es grausam war zu sterben. Heute wusste ich, dass es viel schlimmer war zurückzubleiben.“ -Feli (Kapitel 2)

Überhaupt ist Feli ein Mensch, wie er jeder sein könnte. Es fällt einem leicht, sich mit ihr zu identifizieren, auch wenn man noch nie in ihrer Situation gesteckt hat.

Auch die anderen Charkater sind der Autorin wunderbar gelungen, Menschen mit Ecken und Kanten – nobody’s perfect! Auch Chris nicht, der sich für Feli einsetzt, aber auch seine Vergangenheit mit sich herumträgt. Oder Carmen, die sich zu einer guten Freundin mausert. Und Isa, ein Teenager mit allen Problemen derer, erst recht nicht.

Dennoch bekommt man hier keine schwere Kost serviert. Es ist trotz allem ein leichter Liebesroman, wobei ich nicht weiß, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Manchen der Themen, besonders auf Isa bezogen, hätte etwas mehr Tiefe gutgetan. Es ist alles zu schnell abgehandelt worden. Ab einem gewissen Punkt lief einfach alles zu reibungslos und die Konflikte waren die typischen Liebesroman-Klischees.

Natürlich ist es ein Liebesroman, aber ich finde, wenn man solche Themen anschneidet, sollte man das auch konsequenter durchziehen …

Leider hat man der Geschichte auch das fehlende Lektorat angemerkt, wodurch ich einige Male gestolpert bin, ein paar Sachen werden unnötig wiederholt und eine Sache wurde zu meinem Bedauern nur angeschnitten, aber nicht aufgelöst.

Dennoch: Humor, ernste Themen, prickelnde Leidenschaft gepaart mit einem flüssigen, lebhaften Schreibstil ergeben ein Buch, das man schnell durchgelesen hat.

Fazit:

Lockere Unterhaltung mit wichtigen Themen

 
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Rezension: Der letzte erste Blick von Bianca Iosivoni

Rezension: Der letzte erste Blick von Bianca Iosivoni
Cover: Lyx

Autorin: Bianca Iosivoni
Teil 1 der Firsts-Reihe
Verlag: Lyx
Seitenanzahl: 496
Erscheinungsjahr: 2016
Preis: eBook 9,99 € | Klappbroschur 12,99 €
Genre:
Liebesroman

 
Vielen lieben Dank an den Lyx Verlag für das Rezensionsexemplar!
 

Inhalt:

Emery Lance zieht von Montana nach West Virginia, um zu studieren. Und zu flüchten. Das Abschlussjahr an der High School war die Hölle für sie und in West Virginia erhofft sie sich, ein neues Leben aufbauen zu können. Und wenn sie dafür mit der Nervensäge Mason ein Zimmer teilen muss, ist das eben so. Immerhin nicht mit seinem besten Freund Dylan, der sie in den Wahnsinn treibt. Doch nicht alles läuft wie geplant und sie muss lernen, dass die Vergangenheit nun ein Teil ihres Lebens ist …

Meine Meinung:

Neuanfang, weglaufen, großes Geheimnis – und nervtötender Mitbewohner. Das klingt nach spannender und zugleich unterhaltsamer Lektüre.  Die Hälfte davon stimmt …

Denn das Buch hat mich wirklich unterhalten. Humorvoll, charmant und mit einfach tollen Charaktere, die man nur ins Herz schließen kann.
 
Mit Emery und Dylan hat Bianca Iosivoni ein wirkliches Traumpaar geschaffen. Endlich mal ein Good Guy, der auch dazu steht, einer zu sein. Ein Mann, der Herzen zum Schmelzen bringen kann, aber dennoch nicht langweilig ist. Und Emery (ich hab mich in diesen Namen verliebt) als der perfekte Gegenpart: klug, humorvoll, nicht auf den Mund gefallen. Die Gefechte zwischen den beiden bereiten einen Spaß und bringen einen zum Lachen. Der Running-Gag, dass die beiden sich ständig Streiche spielen, hat mir überaus gut gefallen. Ich fühlte mich einfach sehr wohl mit ihnen.
 
Überhaupt möchte man in dieses Buch kriechen und Zeit mit den Charakteren verbringen. Elle, Tate, Mason, Luke – alle mit Ecken und Kanten und doch eine eingeschworene Clique, die füreinander einsteht und alles stehen und liegen lässt, wenn es sein muss. Die Chemie ist spürbar. Hut ab vor der Autorin.
Zu den Ecken und Kanten gehört auch, dass ich Emery manches Mal gern geschüttelt hätte und ihr Verhalten nicht verstand. Gleichzeitig erkennt man darin den Widerspruch, den sie in sich trägt.
 
Der lockere Schreibstil passt wunderbar dazu. Leicht, fluffig, gespickt mit vielen Anspielungen bezüglich Musik und Serien – manchmal schon fast etwas zuviel, es wirkte teilweise fast erzwungen auf mich. Aber alles in allem hätte ich nicht glücklicher sein können – wenn, ja, wenn sich die Geschichte nicht so gezogen hätte.
 
So weh es nun tut, das schreiben zu müssen: Es passierte einfach nichts. Alles war vorhersehbar, das große Geheimnis schnell erkennbar und Dylans Verhalten wirkte … konstruiert. Wie auch manch andere Züge der Geschichte. Es plätscherte so vor sich hin, sodass ich mich manchmal dabei erwischte, wie ich Passagen, die nicht den oben genannten Charme versprühten, nur überflog. Und das haben die Charaktere nicht verdient …

So schlagen zwei Herzen in meiner Brust: eines für die Clique, die ich sehr schnell eben darin eingeschlossen habe, und eines, das ihnen, so grausam das klingt, mehr entlockt sehen wollte.

Fazit:

Charaktere zum Verlieben

 
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Rezension: Bestechung von John Grisham

Rezension: Bestechung von John Grisham
Cover: Heyne

Autor: John Grisham
Originaltitel: The Whistler
Verlag: Heyne
Seitenanzahl: 448
Erscheinungsjahr: 2017
Preis: eBook 18,99 € | Hardcover 22,99 €
Genre: Justiz

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Vielen lieben Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

Inhalt:

Lacy Stoltz arbeitet für das BJC, eine Behörde, die für Berufsaufsicht und standeswidriges Verhalten von Richtern in Florida zuständig ist. Meist eintönige Arbeit, mal ein alkholsüchtiger Richter hier, mal ein kleines Delikt da. Bis jemand an sie herantritt, weil er Beweise gegen einen den korruptesten Richter in der Geschichte der Vereinigten Staaten haben will. Lacy und ihr Kollege Hugo übernehmen, nichtsahnend, dass sie damit in ein Wespennest des organisierten Verbrechens stechen …

Meine Meinung:

Ohja, das klang mal wieder nach einem typischen Grisham: Bestechung, Gefahr, Mord.

Nur die Story wurde diesmal nach Florida verlegt, aber auch im Sunshine State geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Das Setting ist überaus interessant, begibt Grisham sich diesmal in indianische Gefilde. Die Tappacola haben ihre eigenen Gesetze, in die der amerikanische Staat kaum eingreifen kann. Wie also etwas nachweisen?

Korrupte Stammesräte, ein untergeschobener Mord, Geldwäsche, ein Kasino und dahinter eine komplexe Organisation, die eine Richterin in der Tasche hat,  die dem allen freie Bahn gibt.

Bereits von Anfang an war ich gefesselt von der Story, flog durch die Seiten, immer auf der Suche nach der nächsten Überraschung, nach dem großen Twist … und ich suchte und suchte …

Der Roman ist wie immer sehr gut geschrieben, Rechtliches wurde spannend aufbereitet. Das war wie immer top. Nur der Rest bewegte sich im unteren Mittelfeld. Die Charaktere blieben merkwürdig blass, ich empfand kaum Mitgefühl, baute keine Verbindung auf. Wenn ich ehrlich bin, war mir egal, was mit ihnen passierte. Ich mochte niemanden, ich hasste niemanden. Sie waren alle nur Akteure in dem großen Fall. Nur der interessierte mich. Allerdings wird in dem von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Man erfährt von den Hintermännern, entdeckt die Hintergründe. Ein paar kleine Ungereimtheiten wurden bezüglich der Spannung eingebaut – aber sie rissen mich nicht mit. Es ließ mich kalt, wie es aufgelöst wurde. Und das kenne ich von Grisham eben nicht. In seinen Werken fiebert man mit, leidet mit – dafür war hier kein Platz.

Einzig und allein die Verschwörung ließ mich am Ball bleiben, denn sowas kann er wie kein anderer beschreiben. Aber auch da fehlten mir die Twists, die Überraschungen. Es war eben von Anfang an klar, worauf es hinauslaufen würde – die Frage war nur: Wie. Und dieses Wie ließ mich trotz aller Widkrigkeiten weiterlesen.

Ich fühlte mich unterhalten, durchaus. Aber man ist von Grisham besseres gewohnt. Viel besseres. Geschichten, die einen das Buch nicht beiseitelegen lassen. Hier wäre soviel Potenzial dagewesen, das einfach nicht genutzt wurde. Denn daraus hätte was sehr gutes werden können.

Fazit:

Fast wäre es was geworden

 
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Rezension: Saint Falls von David Michel Rohlmann (Hrsg.)

Rezension: Saint Falls von David Michel Rohlmann (Hrsg.)
Cover: Maria Engels

Herausgeber: David Michel Rohlmann
Indie
Seitenanzahl: 410
Erscheinungsjahr: 2017
Preis: eBook 3,99 € | Taschenbuch 9,99  | Sammlerausgabe 13,90 €
Genre: Anthologie, Crime

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Inhalt:

Saint Falls ist eine Stadt voller Verbrechen. Drogen, Gewalt, Sex – und Magie! Eine Stadt am Abgrund, beherrscht von zwei Syndikaten. Wolf und Beast kämpfen beide um die Vorherrschaft und das mit allen Mitteln. Als ein mysteriöses Drachenei auftaucht, scheint ein Krieg der beiden Gangsterbosse unausweichlich. Denn wer es in die Hände kriegt, hat die Macht …

Meine Meinung:

Irgendwo tief in jedem von uns schlummert doch ein Kind, das wie damals Märchen liebt. Die Autoren rund um David Michel Rohlmann hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, unsere allseits bekannten und geliebten Märchen erwachsenengerecht zu gestalten. Gewalt, Drogen und auch ein wenig Sex …

Der Hase und der Igel liefern sich illegale Wettrennen, Dornröschen ist ein drogenabhängiges, verwöhntes Gör, Maleficent arbeitet für Wolf, Rotkäppchen verdient ihr Geld als Stripperin, Sheherazade als Prostituierte und Schneewittchen stellt gemeinsam mit Frau Holle Drogen her. Das ist Saint Falls.

Und all diesen Figuren und noch vielen mehr (unmöglich, alle aufzuzählen) werden in dieser Anthologie Geschichten gewidmet. Aber nicht nur das, nein, jeder hat auch noch Gastauftritte in anderen. Denn das Besondere an diesem Buch ist, dass alle einzelnen Geschichten ein großes Ganzes ergeben. Jede spielte auf eine andere an und zusammengenommen wird letztlich eine durchlaufende Handlung konstruiert. Jede Geschichte steht für sich – und doch wieder nicht. Alles führt zu einem spannenden und überraschenden Finale mit einem tollen Ende, das einer solchen Sammlung gebührt. So kann man diese Anthologie durchaus als Episodenroman betiteln.

Es gibt quasi ein Gerüst, an dem sich die Autoren orientieren, Orte, die eine wichtige Rolle spielen, wie z.B. das Happy End, die Kneipe des Wolfs. Oder das Glass Coffin, ein Hotel. Die Räuberhöhle, ein Cafe, es gibt so vieles … Und die Autoren geben sich an diesen Orten gekonnt die Klinge in die Hand, teilweise spielen sich die Geschichten parallel ab.

Nun sollte man meinen, dass verschiedene Autoren auch verschiedene Schreibstile haben und das störend wirken könnte. Überraschenderweise ist dem nicht so. Jeder der sechs Autoren hat natürlich eine andere Erzählart, der eine kühler, die andere romantischer, aber das ist erfrischend. Ich könnte auch keine Geschichte herausstellen, die mir am besten gefallen hat. Ich habe diese Abwechslungs richtiggehend genossen. Und doch muss ich sagen, dass jede Figur in jeder Geschichte seinen eigenen Grundton behielt. Keiner der Autoren hat die Figur verfälscht in der Art, wie man sie bereits kannte. Wolf war immer Wolf, Beast immer Beast, egal, von wem geschrieben. Ein Zeichen, wie eng die Autoren zusammengearbeitet haben.

Rezension: Saint Falls von David Michel Rohlmann (Hrsg.)

„Saint Falls“ hat sich für mich als reinster Lesegenuss entpuppt. Es war unglaublich spannend und aufregend, ich wurde unterhalten, durfte lachen, schmunzeln und auch oftmals erschrocken aufkeuchen. Ich litt mit den Charakteren, empfand Hass und Zuneigung – die Klaviatur der Gefühle wird mit dieser Geschichtensammlung wunderbar bespielt.

Die Anspielungen in den Geschichten zu ihren Vorlagen sind herrlich und es bedarf viel Fantasie, sie so umzuarbeiten – ich ziehe meinen Hut.

Man hat vorher absolut keine Ahnung, was einen als Nächstes erwartet. Welche Märchenfigur wird auftauchen? Auf welcher Seite wird sie stehen? Überhaupt auf einer oder arbeitet sie doch nur für sich? Nichts scheint unmöglich – wie im Märchen eben. Und doch mit mehr Blut und Gewalt. Märchen für Erwachsene und sicher auch etwas für diejenigen, die Anthologien bisher eher weniger abgewinnen konnten …

Info:

Ich hatte mich vorab für die auf 200 Stück limierte Sammlerausgabe entschieden und es zu keinem Zeitpunkt bereut – die Bilder peppen das Werk nochmals auf und somit ist dieses Buch ein Highlight in jedem Regal. Diese ist bei jedem der sechs Autoren erhältlich.

Fazit:

Märchenhafte Unterhaltung

 

Enthaltene Kurzgeschichten:

Maria Engels – Diebesgut          

David Michel Rohlmann – Straßenrennen

Maria Engels – Macy und der Wolf

Jenny Wood – Welkende Rosen

Maria Engels – C:\User\Cal>start blue light

Maria Engels – Kälte

David Knospe – Schnee ist dicker als Blut

Cat Lewis – Mit Haut und Haar

Jonas F. Rohlmann – Feenschuld

David Michel Rohlmann – Das Eis, das Kind und die Maschine

Jenny Wood – Das Mädchen für tausendundeine Nacht

David Michel Rohlmann – Pures Glück

David Michel Rohlmann – Teufelsratschlag

Jenny Wood – Aus Asche geboren

David Knospe – Schwein gehabt

David Michel Rohlmann – Die Jagd

Cat Lewis – Teufelspakt

David Michel Rohlmann – Teufelswette

Maria Engels und David Michel Rohlmann – Märchenkrieg

Epilog

 
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Rezension: Das Liebesleben der Suppenschildkröte von Theresia Graw

Rezension: Das Liebesleben der Suppenschildkröte von Theresia Graw
Cover: Blanvalet

Autor: Theresia Graw
Verlag: Blanvalet
Seitenanzahl: 320
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: eBook 8,99 € | Klappbroschur 9,99 €
Genre: Chick-Lit

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Vielen lieben Dank an Blanvalet für das Bereitstellen dieses Leseexemplares!

 

 

 

Inhalt:

Sophie ist Anfang 40, alleinerziehende Mutter zweier Kinder und beruftstätig. Diese Kombi macht es ihr recht schwer, einen Mann zu finden. Der letzte potenzielle Kandidat hat vor ihren Kindern Reißaus genommen. Nach einem Auffahrunfall mit dem Anwalt Roland knistert es und sie entscheidet kurzerhand, ihr Mutterdasein zu verschweigen. Doch je mehr Zeit vergeht, desto schwerer wird es, ihm die Wahrheit zu sagen. Als wäre das nicht schon genug, nimmt auch ihr Job chaotische Ausmaße an.

Meine Meinung:

Wer mich kennt, weiß, dass ich humorvolle Bücher mag. Ich lache gerne, habe aber einen recht eigenwilligen Humor. „Das Leben der Suppenschildkröte“ hat mich daher nur teilweise abgeholt.

Sophie ist recht chaotisch, aber eine liebevolle Mutter – großer Pluspunkt. Dass sie ihre Kinder dann aber eines Mannes wegen verleugnet – Minuspunkt. Aber gut, ich wusste, worauf ich mich einließ und habe auf viele Irrungen und Wirrungen seitens des Klischees gehofft. Die aber nicht so wirklich eingetroffen sind. Sophie muss Roland zwar öfter mal belügen, aber richtig kritisch, dass er hinter ihre Lüge kommen konnte, war es nie. Bis sie irgendwann dann eben doch aufgeflogen ist.

Anfangs gefiel mir Sophie – sie war chaotisch, locker, eine gute Mutter und auch sarkastisch. Der Einstieg gestaltete sich daher als sehr interessant. Doch mit der Zeit ließen meine positiven Gefühle ihr gegenüber nach.

Mir war es zeitweise etwas unangenehm, zu lesen, wie sich eine erwachsene Frau so verbiegt, nur um einen Mann zu finden. Ja, ich verstehe den Wunsch nach einer intakten und liebevollen Beziehungen, aber diese Verzweiflung – die konnte ich noch nie nachvollziehen. Vielleicht bin ich naiv, vielleicht schon zu lange glücklich vergeben, aber ich fand das teilweise lächerlich.

Ein Problem war sicherlich, dass ich mich nicht in Sophie hineinversetzen konnte. Sie ist gute 15 Jahre älter, hat zwei Kinder (ich keine) und sucht eben einen Mann. Und sie war mir zu launig – viel zu launig. Sie wechselte ihre Meinung fast stündlich und das Hin und Her zwischen den Männern am Ende – ich wollte die Frau furchtbar genervt schütteln. Aber so richtig. Und die Kinder mussten alles mitmachen. Daumen runter.

Als richtig sympathsich empfand ich sie also nicht. Dafür schloss ich Björn und Miriam ins Herz und die Kinder waren auch sehr süß. Sophies Bruder hingegen ist ein unerträglicher Stalker, dessen (Ex)Freundin wohl verrückt sein muss. Komisches Verhalten scheint also in der Familie zu liegen.

Zwischendurch entstand sicher die eine oder andere Situationskomik, vor allem bedingt durch Sophies Job, die heitere Familienkolumne ihrer Kollegin fortzuführen. Ich hab mich sehr amüsiert, als Björn, Sophie und die Kinder heile Familie auf der Bühne spielen mussten. Und auch die Kolumnen sind sehr amüsant zu lesen, denn jeder muss doch wissen, dass dem nicht so ist – anscheinend bis auf die Leserinnen jener Kolumne. Aber das reichte mir einfach nicht.

Ich hatte mir mehr erhofft. Mehr Humor, mehr mitfiebern, mehr Gefühle. Durch den flüssigen Schreibstil und aufgrund der Leichtigkeit hatte ich den Roman zwar schnell durch, aber er kann nicht als Highlight bezeichnet werden. Nicht gut, nicht schlecht, solide Unterhaltung für zwischendurch, die man schnell wieder vergisst. Vielleicht auch eher für eine andere Altersgruppe als die meine interessant.

Fazit:

Solide Unterhaltung

 
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