Rezension: Bestechung von John Grisham

Posted: 05/09/2017

Inhalt:

Lacy Stoltz arbeitet für das BJC, eine Behörde, die für Berufsaufsicht und standeswidriges Verhalten von Richtern in Florida zuständig ist. Meist eintönige Arbeit, mal ein alkholsüchtiger Richter hier, mal ein kleines Delikt da. Bis jemand an sie herantritt, weil er Beweise gegen einen den korruptesten Richter in der Geschichte der Vereinigten Staaten haben will. Lacy und ihr Kollege Hugo übernehmen, nichtsahnend, dass sie damit in ein Wespennest des organisierten Verbrechens stechen …

Rezension: Bestechung von John Grisham
Cover: Heyne

Autor: John Grisham
Originaltitel: The Whistler
Verlag: Heyne
Seitenanzahl: 448
Erscheinungsjahr: 2017
Preis: eBook 18,99 € | Hardcover 22,99 €
Genre: Justiz

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Vielen lieben Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

 

Meine Meinung:

Ohja, das klang mal wieder nach einem typischen Grisham: Bestechung, Gefahr, Mord.

Nur die Story wurde diesmal nach Florida verlegt, aber auch im Sunshine State geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Das Setting ist überaus interessant, begibt Grisham sich diesmal in indianische Gefilde. Die Tappacola haben ihre eigenen Gesetze, in die der amerikanische Staat kaum eingreifen kann. Wie also etwas nachweisen?

Korrupte Stammesräte, ein untergeschobener Mord, Geldwäsche, ein Kasino und dahinter eine komplexe Organisation, die eine Richterin in der Tasche hat,  die dem allen freie Bahn gibt.

Bereits von Anfang an war ich gefesselt von der Story, flog durch die Seiten, immer auf der Suche nach der nächsten Überraschung, nach dem großen Twist … und ich suchte und suchte …

Der Roman ist wie immer sehr gut geschrieben, Rechtliches wurde spannend aufbereitet. Das war wie immer top. Nur der Rest bewegte sich im unteren Mittelfeld. Die Charaktere blieben merkwürdig blass, ich empfand kaum Mitgefühl, baute keine Verbindung auf. Wenn ich ehrlich bin, war mir egal, was mit ihnen passierte. Ich mochte niemanden, ich hasste niemanden. Sie waren alle nur Akteure in dem großen Fall. Nur der interessierte mich. Allerdings wird in dem von Anfang an mit offenen Karten gespielt. Man erfährt von den Hintermännern, entdeckt die Hintergründe. Ein paar kleine Ungereimtheiten wurden bezüglich der Spannung eingebaut – aber sie rissen mich nicht mit. Es ließ mich kalt, wie es aufgelöst wurde. Und das kenne ich von Grisham eben nicht. In seinen Werken fiebert man mit, leidet mit – dafür war hier kein Platz.

Einzig und allein die Verschwörung ließ mich am Ball bleiben, denn sowas kann er wie kein anderer beschreiben. Aber auch da fehlten mir die Twists, die Überraschungen. Es war eben von Anfang an klar, worauf es hinauslaufen würde – die Frage war nur: Wie. Und dieses Wie ließ mich trotz aller Widkrigkeiten weiterlesen.

Ich fühlte mich unterhalten, durchaus. Aber man ist von Grisham besseres gewohnt. Viel besseres. Geschichten, die einen das Buch nicht beiseitelegen lassen. Hier wäre soviel Potenzial dagewesen, das einfach nicht genutzt wurde. Denn daraus hätte was sehr gutes werden können.

Fazit:

Fast wäre es was geworden

 
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