Rezensionsbild Das Original von John Grisham mit Bücherstapel

Rezension: Das Original von John Grisham

Posted: 09/05/2017

Inhalt:

Der Universität Princeton werden durch einen klug inszenierten Überfall wertvolle, handgeschriebene Manuskripte des Autors F. Scott Fitzgerald gestohlen. Schnell wird ein Teil der Diebesbande gefasst, doch die Manuskripte verschwinden. Das FBI tappt im Dunkeln, doch das Ermittlerteam der Versicherung hat einen Verdächtigen: Bruce Cable, Buchhändler auf Camino Island, Florida und Sammler wertvoller Erstausgaben. Um möglichst nah an ihn heranzukommen, locken sie die junge Autorin Mercer Mann mit viel Geld: Sie soll sich in sein Leben einschleichen und herausfinden, ob er die Manuskripte besitzt. Doch sie hat nicht mit seinem Charme gerechnet …

Buchcover Das Original von John Grisham
Cover: Heyne

Autor: John Grisham
Originaltitel: Camino Island
Verlag: Heyne
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsjahr: 2017
Preis: eBook 15,99 € | Hardcover 19,99 €
Genre: Krimi

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Vielen lieben Dank an den Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

 

Meine Meinung:

Der neue Roman von John Grisham ist mal kein Thriller und hat wenig bis nichts mit der Justiz zu tun. Stattdessen liefert er eine Milieustudie über Autoren und deren Bücher ab.

Mercer ist eine Autorin, die unter Schreibblockade leidet und seit ihrem ersten Buch nichts mehr zustandebekommt. Und dem Leser werden im Laufe des Buches noch mehrere solcher Charaktere begegnen. Und da wird mit vielen Klischees hantiert: der ewige Streit zwischen anspruchsvoller und Unterhaltungsliteratur, das lieblose Herunterschreiben, nur um Geld zu verdienen, trunk- und sexsüchtige Autoren und vieles mehr. Die Charaktere wirken auf mich etwas überzeichnet – oder Grisham kennt nur solche Typen. Das Bild, das von der Literaturszene gemalt wurde, behagte mir nicht. Dennoch erkennt man in Das Original Grishams Liebe zur Literatur.

Neid und Klatsch sind der Hauptinhalt der illustren Runde und es wird viel gefeiert, getrunken und neuen Autoren Tipps gegeben – alles Dinge, die die Story nicht vorantreiben. Sicher hat es seinen Charme, aber an und für sich war vieles unnötig und hat die Geschichte in die Länge gezogen.

Das Original von John Grisham – mehr blasse Milieustudie als spannender Krimi

Die Geschichte an sich ist relativ glatt mit wenig Tiefen, dabei fängt es vielversprechend an: Die ersten 50 Seiten liest man in einem Rutsch weg, der Beutezug und seine Folgen werden spannend beschrieben – und dann kommt Mercer ins Spiel. Lange Spaziergänge am Strand folgen ebenso wie Umherschlendern in der Stadt. Dazu ein Buchhändler, der mir nicht wirklich sympathisch ist. Zu überheblich, zu abgehoben.  Allerdings gestaltete sich seine Sammelleidenschaft für mich als überaus interessant. Hintergründe, Zahlen, Fakten. Nur Grisham kann so etwas spannend und interessant aufbereiten, sodass mein Interesse durchaus geweckt wurde.

So konnte ich trotz allem nicht aufhören zu lesen. Wie würde es sich auflösen? Wie erwartet? Oder würde es mich doch überraschen? Dank des zuviel verratenden Klappentexts weiß man, dass nicht alles so ist, wie es scheint. Man wird  leider nicht im Dunkel gelassen und kann nicht mitfiebern, was geschieht. Eine gewisse Spannung baut sich natürlich gegen Ende auf, aber das Ende selbst ist dann wenig überraschend. Wenngleich wieder so spannend erzählt wie der Anfang. 

Solche Aktionen wie zu Beginn und Ende hätte ich mir gewünscht. Mehr Crime-Elemente als Milieustudie, einfach mehr Spannung. Denn das Grisham schreiben kann, weiß man. Deswegen liest man das Buch zügig durch, aber es hinterlässt einen traurigen Beigeschmack. Es wäre viel mehr drin gewesen, als einem letztendlich geboten wurde. So gestaltete sich Das Original von John Grisham als seichte Unterhaltung mit mäßiger Spannung.

Fazit:

Kein Thrill, kein Crime – untypisch Grisham

 

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