Messebericht

Rezension: Aus dunklen Federn von Sonja Rüther (Hrsg.)

Aus dunklen Federn von Sonja Rüther
Cover: Amazon

Herausgeber: Sonja Rüther
Verlag: Briefgestöber
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: eBook 4,99 € | Taschenbuch 12,95 €
Genre: Anthologie, Horror, Mystery

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Vielen Dank an den Verlag Briefgestöber und Vincent Voss für das Rezensionsexemplar!

 

 

Inhalt:

Eine Anthologie mit Geschichten verschiedenster Art, über realen Grauen bis zu fantastischem. 

Die Autoren sind: Markus Heitz, Thomas Finn, Vincent Voss, Sonja Rüther, Hanka Jobke, Boris Koch und Lena Falkenhagen.
Als Extra gibt es noch von den Autoren individuell erstellte Titelseiten zu ihren Geschichten.   

Meine Meinung:

Von Horror Anthologien erwarte ich recht viel, ich will mich gruseln oder auch mal ekeln.
„Aus dunklen Federn“ ist tatsächlich recht bunt gemischt, es gibt vorwiegend sehr gute Geschichten – und welche, die mich überhaupt nicht überzeugen konnten.

In diesem Buch sind Autoren vereint, von denen ich das erste Mal gehört und/oder was gelesen habe, nur Vincent Voss war mir vorher bekannt und hat auch hier mit seinen Geschichten „Farben des Frühlings“ und „Destruenten“ wieder auf voller Linie überzeugt.

Natürlich ist auch Markus Heitz ein Name, höchstwahrscheinlich sogar der Headliner dieser Antho, doch von ihm hab ich das erste Mal etwas gelesen – und vermutlich das letzte Mal. Von seinen Geschichten war ich sehr enttäuscht, „Exeplenum“ hab ich sogar abgebrochen.
Schade, denn dadurch wurde mein Eindruck dieser Sammlung geschmälert.

Alle anderen Geschichten waren nämlich ausgezeichnet, hatten ihren ganz eigenen Charme, so verschieden sie auch waren.
Ich wüsste jetzt gar nicht, welche ich herausheben sollte: Hanka Jobke schaffte es mit einer Seite Gänsehaut zu erzeugen, Sonja Rüther ließ mich eine Spinne mögen und Boris Koch hat dafür gesorgt, dass ich mich mal wieder so richtig altmodisch gegruselt hab. 

Auch ein absolutes Highlight: die selbst gestalteten Titelseiten – tolle Idee, super umgesetzt, einfach was Besonderes.

Definitiv werde ich die Autoren dieser Antho im Auge behalten und hoffe auf ein weiteres Werk dieser Art, denn alles in allem ist „Aus dunklen Federn“ eine großartige Sammlung deutscher Autoren.

Fazit:

Bunt gemischte, hochklassige Anthologie

Messebericht

Rezension: Kannibalen von Frank Festa (Herausgeber)

Kannibalen von Frank Festa (Hrsg.)
Cover: Festa Verlag

Herausgeber: Frank Festa
Verlag: Festa
Seitenanzahl: 320
Erscheinungsjahr: 2011
Preis: Taschenbuch 13,95 €
Genre: Horror, Anthologie

 
Vielen herzlichen Dank an den Festa Verlag für das kosten- und bedingungslose Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares!

 

Inhalt:

Kannibalen ist eine Anthologie, die Frank Festa zusammengestellt hat und einige Kurzgeschichten namhafter Autoren wie Edward Lee, H.P. Lovecraft, Tim Curran, Greg Gifune und anderen enthält. Natürlich zum Thema Kannibalismus.
Zwischen die einzelnen Geschichten hat der Verleger interessante Zeitungsartikel zum Thema gesetzt, die zeigen, dass Kannibalismus nicht so selten ist, wie wir immer annehmen.
 

Enthaltene Kurzgeschichten:

Greg F. Gifune – Schnee-Engel
E.T.A. Hoffmann – Cyprians Erzählungen
Harlan Ellison – Auf der Suche nach dem verlorenen Atlantis
Tim Curran – Maden
Anthony Boucher – Sie beißen
H.P. Lovecraft – Das Bild im Haus
Edward Lee – Madenmädchen im Gefängnis der toten Frauen
David Case – Der Kannibalenschmaus
Robert Barbour Johnson – Tief unten
Edgar Allan Poe – Arthur Gordon Pym, der Kannibale
Robert Bloch – Das Festmahl in der Abtei
Brian McNaughton – Lord Glyphtards Geschichte
Graham Masterton – Eric, die Pastete
 

Meine Meinung:

Kannibalismus war und ist bis heute ein Tabuthema, ein Thema, das nie groß in die Schlagzeilen kam (mit Ausnahmen, siehe Armin Meiwes) und auch in Filmen eher übertrieben dargestellt wird mit abnormalen Mutanten wie in „The Hills Have Eyes“. Selbst die Literatur gibt nicht allzuviel her. Zumindest nichts offensichtliches, denn wer sucht, der findet auch sicher etwas.
 
Frank Festa hat sich die daher Mühe gemacht und einige Kurzgeschichten gesammelt und der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Werke, die zeigen, dass das Thema von vielen Autoren zumindest kurz behandelt wird und so doch in mehr Köpfen umherschwirrt, als man es bisher kannte, wie z.B. die Hannibal Lecter Reihe von Thomas Harris.
 
Und seine Arbeit hat er wirklich gut gemacht, denn er hat hervorragende Geschichten aufgetan, die mich zum Großteil sehr ansprachen. Gut gelungen ist hierbei auch die Mischung gegenwärtiger und teils futuristischer Werke wie „Schneeengel“ von Greg F. Gifune oder „Madenmädchen im Gefängnis“ von Edward Lee (die doch unterschiedlicher nicht sein könnten) und Werke früherer Autoren und „Meister“ wie H.P. Lovecraft und Edgar Allan Poe.
 
Ernstere Geschichten, gemischt mit trashigen Erzählungen und altertümlich anmutenden Werken. Für jeden etwas dabei, alles in Bereich von ca. 20 Seiten, eine hat etwas mehr, die andere dafür etwas weniger Umfang.
 
Dadurch kommt es auch hier, dass einem eine Geschichte mehr und eine weniger zusagt, doch letzendlich ist es eine ausgewogene Mischung, die mir sehr gut gefallen hat.
Besonders hervorgetan hat sich für mich, dass bei manchen Erzählungen der Grund für den Kannibalismus angesprochen wird, wie z.B. das beängstigende Szenario, irgendwo verschollen zu sein und keine Nahrung zu haben. Und somit für sein Überleben sorgen zu müssen. Das fand ich sehr gut, sodass es auch eine gewisse Realität verliehen bekommt unter all denen, denen man die Fiktion sehr anmerkt.
Über die wenigen, die mich nicht so begeistert konnten, kann ich da leicht hinwegsehen. Bis auf die letzte von Graham Masterton. Allen Tierfreunden sei zu empfehlen, die Finger von dieser Geschichte zu lassen. Sie war für mich teils zuviel, was schon etwas heißen mag, da auch die anderen nicht ohne sind. Hier geht es eben um ein Tabuthema.
 
Erschreckender als alle Geschichten empfand ich jedoch die Zeitungsausschnitte. Alle aus deutschen Blättern, jedoch Geschehnisse aus aller Herren Länder. Berichte über Menschenfleisch in Dönerbuden, über Familien, die ihre Kinder einsperrten und ihnen Fleisch entnahmen – erschreckende Wahrheiten über die Menschheit. Wenn nur die Hälfte davon wahr ist, …
 
Abschließend bleibt zu sagen, dass dem Hause Festa ein wahrer „Leckerbissen“ über das Thema Kannibalismus gelungen ist und ich froh bin, mich meiner Neugier ergeben zu haben, denn diese Anthologie hat alles, was ein gute Kurzgeschichtensammlung braucht: ausgewogene Mischung der Erzählungen von guten Autoren gepaart mit dem Schrecken realer Taten. Wer seine Grenzen austesten will, ist hier sicher richtig.
Auch ist es eine gute Möglichkeit, kleine Werke gewisser Autoren kennenzulernen, die man so vielleicht nicht unbedingt kennen würde. Ich bin neugierig auf weiteres von einigen der hier vertretenden Schreiber.
 

Fazit:

Gelungene Anthologie gepaart mit realem Schrecken
 

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