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Filmkritik: Die Schöne und das Biest (2017)

Die Schöne und das Biest

Originaltitel: Beauty and the Beast
Studio: Walt Disney Pictures
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2017
Länge: 130 Minuten
FSK: 6
Regie: Bill Condon
Darsteller: Emma Watson, Dan Stevens, Luke Evans, Josh Gad,
Genre: Disney

Inhalt:

Belle lebt mit ihrem Vater Maurice in einem kleinen französichen Örtchen, sehnt sich jedoch nach der großen Welt und Abenteuern, die sie in ihren Büchern findet. Als ihr Vater auf einer Geschäftsreise von einem erschreckenden Biest gefangen genommen wird, tauscht sie ihr Leben gegen seines und begibt sich in endgültige Gefangenschaft – und lernt, dass es nicht auf Äußerlichkeiten ankommt. Doch ihr Verehrer Gaston hat es sich in den Kopf gesetzt, sie zu heiraten und schreckt dafür vor gar nichts zurück …

Meine Meinung:

„Tales as old as time“ – wer in meinem Alter ist, wird sich an „Die Schöne und das Biest“ als ein wunderschönes Disney-Märchen aus den 90ern erinnern. Liebe, Romantik, Humor, tolle Musik – das sind die Erinnerungen, die ich an diesen Film hab. Wenn ich nur die Eingangsmelodie höre, bekomme ich Gänsehaut …

Daher war ich mehr als skeptisch, als ich hörte, dass auch einer meiner Lieblings-Disney-Filme dem Realverfilmungswahn zum Opfer gefallen ist. Dann kam der Trailer und ich sah, dass man versucht war, sich nah ans „Original“ von 1994 zu halten und  war doch gespannt.

Am 16. März startete der Film in den deutschen Kinos und am 17. saß ich in Nürnberg mit ein paar Bloggerkolleginnen (Sasijas Tardis, In Flagranti Books und Nenaties Bücherwelt) im Kino. In 3D – wo ich das doch gar nicht mag.

Und wieder wieder bekräftigte sich meine Einstellung: Man sollte sich erst alles ansehen und sich dann eine Meinung bilden.

Die Schöne und das Biest hat mich verzaubert. Disney ist eine überzeugende Realverfilmung mit einer großartigen Emma Watson als Belle gelungen. Man hielt sich tatsächlich nah ans Original, brachte jedoch auch neue Aspekte und kleine Änderungen ein, die sich perfekt ins Gesamtbild fügten. Gehen die Änderungen zu weit? Ich finde nicht. Es ist schön, zu wissen, warum das Biest so geworden ist oder warum Maurice seine Tochter alleine großgezogen hat.

Dazu wurden von Alan Menken schöne neue Lieder komponiert, die wunderbar passen – anfangs hatte ich die Befürchtung, es würde zuviel Gesang werden, das hat sich jedoch schnell gegeben. Und ich konnte gar nicht anders, als bei den allbekannten Liedern mitzuwippen (wäre ich nicht im Kino gewesen, hätte ich mitgesungen). Zum Thema Gesang muss man sagen, dass sich beim einem Realfilm die deutsche Synchronisation der Lieder wesentlich schlechter anfühlt, da die Lippenbewegungen nicht zusammenpassen. Überhaupt frage ich mich, warum das nötig gewesen ist – die Originallieder vom Cast gesungen wären so viel schöner gewesen. Allerdings ist  die deutsche Synchronisation gut und die alten Lieder genau die aus dem Original. Sogar Belles neue Gesangsstimme klingt der der alten erstaunlich ähnlich … Einzig Madame Garderobe (Audra McDonal) hat mich mit ihrem arienhaften Gesang nicht für sich eingenommen – das war mir doch zu viel des Guten.

Und man merkt einfach, dass der Cast unheimlich viel Spaß beim Drehen hatte. Die großen Gesangsszenen weckten in einem die Lust, mitzusingen und mitzutanzen, die Freude kam richtig herüber. Obwohl ich kein Luke Evans – Fan bin, muss ich sagen, dass er mich als Gaston beeindruckt hat. Er ist Gaston – die perfekte  Besetzung wie auch Emma Watson als Belle. Besser hätte man es nicht treffen können. Und das Biest – wie könnte man sich in ein so humorvolles, liebevolles Biest nicht verlieben? Mir persönlich hat es sehr gefallen, dass man Dan Stevens darunter erkannt hat. Seine Mimik, seine Gestik – das ist gut gemacht.

Der heimliche Star des Films ist jedoch Josh Gad als LeFou – ich liebe diesen kleinen Knirps in der Realverfilmung. Er hat ein Herz, merkt, was richtig und falsch ist, und wird einfach hervorragend dargestellt.  Die Darsteller-Riege ist hochkarätig besetzt und das merkt man – jede Szene passt, jede Rolle ist perfekt besetzt. Es wurde sichtbar Herzblut in die Suche nach den richtigen Charakteren gesteckt.

Mein einziger Wermutstropfen sind die animierten Lieblinge Lumiére, Mrs. Potts, Tassilo, von Unruh und all die anderen. Da merkt man durchaus den Haken an solchen Verfilmungen. Die Effekte erreichen einfach nicht den Charme der damaligen animierten Figuren. Sie waren eingeschränkt in ihrer Art und Weise, in ihrer Mimik, ihrer Gestik – sie erreichten mich nicht. Nur durch ihre Stimmen. Diese Probleme habe ich kommen sehen und sie wurden bestätigt.

Dafür haben mich die 3D-Effekte das erste Mal überzeugt: Ich wandelte im wundervollen Schloss, ich befand mich mitten im Kampf der Dorfbewohner gegen die Schlossbewohner – ich war mittendrin statt nur dabei.

Trotz der Mängel ist dieser Film einfach bezaubernd, ich habe gelacht, gelitten, wollte singen und tanzen – und habe zum Schluss fast ein Tränchen verdrückt.

Fazit:

Gelungene Realverfilmung aus dem Hause Disney

Trailer: