ProtaInterviewLiliennächteKT

Rezension: Nächstes Jahr am selben Tag von Colleen Hoover

Nächstes Jahr am selben Tag von Colleen Hoover
Cover: dtv

Autor: Colleen Hoover
Originaltitel: November 9th
Verlag: dtv
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsjahr: 2017
Preis: eBook 11,99 € | Taschenbuch 14,95 €
Genre: Liebe, Jugend, Drama, Coming of Age

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Inhalt:

Fallon hat genau am 9. November Furchtbares erleben müssen und hasst seitdem jenen Tag. Bis sie zwei Jahre später Ben am 9. November kennenlernt – und mit ihm vereinbart, dass sie sich jedes Jahr an genau jenem Tag wiedertreffen. Ohne jeglichen Kontakt zwischendrin gehen beide weiter durchs Leben und fiebern stets dem 9. November entgegen. Sie geben sich viel, brauchen sich und dass, ohne sich eigentlich richtig zu kennen …

Inhalt:

Bei diesem Buch muss ich sagen, dass mich der Klappentext gar nicht so wirklich ansprach. Aber hey – es ist ein Hoover! Und wenn jemand schreiben kann, dann sie.

Und tatsächlich hatten mich Fallon und Ben bereits nach wenigen Seiten in ihren Bann gezogen. Allein ihr Kennenlernen hat mich schmunzeln und mein Herz aufgehen lassen. Fallon hatte es nicht leicht, ich konnte sie so gut verstehen – und sie brauchte genau jemanden wie Ben. Er tat ihr gut, er half ihr, ihr Selbstbewusstsein zurückzuerobern. Dabei hatte er selbst zu kämpfen …

„Behaglichkeit kann manchmal so etwas wie eine Krücke sein, auf die man sich stützt, statt zu versuchen, wieder ohne Hilfe zu laufen. Ziele erreicht man aber nur, wenn man sich überwindet, dafür zu arbeiten.“ -Fallon O’Neill auf Seite 85

Dieses Buch ist in meinen Augen etwas Besonderes. Zwar kommen beide zu Wort und schildern ihre Sichtweisen, aber nur jene an diesem einen Tag im Jahr. Was also zwischendrin passiert, erfährt man gar nicht groß. Ich weiß nicht, ob ich das gut finde oder es mich stört, denn ich hätte gern erlebt, wie Fallon sich nach Ben entwickelt hat oder wie sich manche Dinge in Bens Leben ergeben haben. Man erfährt es letztendlich nur aus kurzen Erzählungen von ihnen. Es ist eben mal ganz was anderes. Die ganze Geschichte konzentriert sich auf einen Tag im Jahr. Einen einzigen …

Anders als in ihren sonstigen Büchern ahnte ich hier schnell, worauf es hinausläuft, womit Ben zu kämpfen hat. Nicht in seiner vollen Tragweite, die mich wirklich mitgenommen hat, aber doch grob. Und dennoch saß ich da und musste lesen und lesen und lesen … Es war wie ein Sog, ließ mich nicht los. Ich habe mich in Ben und Fallon verliebt. Die beiden sind herrlich … normal. Trotz des Leides, das sie beide durchmachen mussten, sind sie humorvoll, schlagfertig und einfach wie füreinander gemacht. Fallon liebt Bücher (allein deswegen muss man sie lieben!) und Ben ist endlich mal kein Bad Boy, sondern steht zu seinen Stärken – und Schwächen.

Ich hab mit ihnen mitgelitten, gehofft, gebangt und war letztendlich fassungslos, wie grausam das Leben sein kann.

„Wer auch immer gesagt hat, dass die Wahrheit wehtut, hat massiv untertrieben. Die Wahrheit ist ein mieses Dreckstück.“ -Fallon O’Neill auf Seite 29

Dieses Buch hat mich berührt, mir tolle Charaktere ans Herz wachsen lassen (habe mich besonders über ein Wiedersehen mit Tate & Miles aus „Zurück ins Leben geliebt“ gefreut) und mir gezeigt, dass „Insta-Love“ (Zitat Fallon) nicht immer unrealistisch sein muss – dass man einen Menschen aber auch nicht nach kurzer Zeit vollkommen kennt. Und dass man nie alle Fakten kennt, wenn dein Gegenüber nicht bereit ist, sie dir offen zu zeigen.

Fazit:

Die Wahrheit ist ein mieses Dreckstück

 

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Rezension: Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Leviathan

Cover: S. Fischer Verlag

Autor: David Levithan
Originaltitel: Every Day
Verlag: Fischer
Seitenanzahl: 400
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: eBook 8,99 € | Hardover 16,99 €
Genre: Jugend, Liebe, Drama

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Inhalt:

A führt ein außergewöhnliches Leben. Denn jeden Tag ein anderes. Nie weiß er, in welchem Körper er erwacht, nie weiß er, wessen Leben er ein Tag lang führen wird. Und es ist ihm egal, er hält einfach durch, Tag für Tag. Denn es ist sein Leben. Bis er Rhiannon trifft, die ihm zeigt, dass es nicht egal ist, kein eigenes Leben zu haben.

Meine Meinung:

Was für ein erfrischend anderes Buch, was für eine interessante Idee.

Jeden Tag in einem neuen Körper aufzuwachen, sich an neue Gesichter und neue Eigenarten zu gewöhnen. Das ist As Leben. Doch wie kann man so ein eigenes Leben führen, sich verlieben und glücklich werden, wenn man doch am nächsten Tag meilenweit entfernt sein kann?

A ist ein spannender Charakter, viel reifer als für 16 Jahre üblich. Nicht männlich und nicht weiblich, hat er (ich nenne es dennoch mal so) jeden Tag ein anderes Geschlecht und Aussehen. Und dennoch ist er im Inneren der Gleiche. Er kann den Menschen ihre Geschichten ansehen, aus den Menschen lesen und sammelt weitaus mehr Erfahrungen, als er es in diesem Alter sollte.
Er versucht, das Leben seines Körpers nie zu beeinträchtigen, keine Spuren zu hinterlassen und keine Veränderungen zu bewirken.

Bis er eines Tages Justin ist und sich in dessen Freundin verliebt. Ab da stellt er alles in Frage und ist bereit, jedes Leben eines jeden Jugendlichen zu verändern. Und hat er nicht irgendwo auch das Recht dazu? Selbst glücklich zu werden?

Eine sehr spannende Geschichte, tiefgründig und doch durch den Autor leicht umgesetzt. Der Leser lebt mehrere Leben, indem er A in jedes davon begleitet. Ob Junkie oder Depressiver, Schönheitskönigin oder unscheinbares Sklavenkind. Und zieht aus jedem seine Erfahrungen und teilt sie mit uns. Und erst, als er Rhiannon kennenlernt, ist er bereit, sich selbst ein Leben zuzugestehen und bringt seinen Körper dadurch teilweise auch in Schwierigkeiten – und hinterlässt Spuren.

Es wird spannend, berührend, witzig – es ist einfach ein sehr gelungenes Jugendbuch, endlich mal etwas anderes. Und irgendwie hofft ein Teil von mir auf eine Fortsetzung …

Fazit:

Hunderte Leben oder doch lieber nur eines?

 

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Rezension: Maybe someday von Colleen Hoover

Cover: dtv

Autor: Colleen Hoover
Originaltitel: Maybe Someday
Verlag: dtv
Seitenanzahl: 432
Erscheinungsjahr: 2016
Preis: eBook 9,99 € | Klappbroschur 12,99 €
Genre:
Liebe, Drama

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Inhalt:

Sydneys Geburtstag ist die reinste Hölle. Sie erfährt, dass ihr Freund sie mit ihrer besten Freundin betrogen hat und so steht an ihrem Festtag auf der Straße. Ihr Nachbar Ridge fühlt sich dafür verantwortlich und nimmt sie in seine WG auf. Jedoch nicht ganz uneigennützig, denn Sydney soll dem Songschreiber aus seiner Schreibblockade helfen. Doch keiner rechnet damit, dass Songs nicht nur beim Hören Gefühle transportieren …

Meine Meinung:

Wieder einmal hat Colleen Hoover es geschafft, einen so vollkommen in ihren Bann zu ziehen, dass man sich wünscht, das Buch würde nie enden.

Ein Buch über das Songschreiben, auf eine so ganz andere Weise, wie das sonst geschieht. Durch den eindringlichen Schreibstil merkt man das Knistern am eigenen Leib, sieht die Funken sprühen – und weiß dabei ganz genau, dass es nicht sein darf. Vielleicht irgendwann …

Der Aufbau des Romans ist etwas anders als sonst, denn hier kommen (statt einzelne Bücher aus den unterschiedlichen Sichtweisen zu schreiben) Ridge und Sydney abwechselnd zu Wort, sodass man genau weiß, was der jeweils andere fühlt. Was durchaus zu Gänsehaut führen kann und besonders dabei hilft, Ridges Situation besser zu verstehen. Denn da gibt es ja auch noch Maggie, an die er sich auf ganz besondere Weise gebunden fühlt.

In „Maybe Someday“ hat die Autorin ihren vermutlich besten männlichen Charakter geschaffen: einfühlsam, steht zu seinen Gefühlen und offen und ehrlich. Was auch die anderen auf ihre Weise sind, aber Ridge … Irgendwas zieht einen zu ihm. Und er ist ein Gentleman durch und durch, der gegen seine Gefühle kämpft.

Es gibt so viel über diese auf ihre Weise besondere Geschichte zu erzählen, aber ich will nicht zu viel verraten, was leicht geschieht, obwohl die Handlung an sich relativ einfach ist. Dennoch beschert sie einem Herzklopfen, fesselt einen und lässt einen mitfühlen.

Fazit:

Irgendwann ist vielleicht alles möglich

 

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Rezension: Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag

Cover: Heyne fliegt

Autor: Anne Freytag
Verlag: Heyne fliegt
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsjahr: 2015
Preis: eBook 11,99 € | Hardcover 14,99 €
Genre: Liebe, Jugend, Drama

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Inhalt:

Tessa ist 17, Jungfrau und hat keinen Führerschein. Und sie wird bald sterben. Seit der alles verändernden Nachricht verkriecht sie sich in ihrem Zimmer, hat aufgehört zu leben. Erst als sie Oskar trifft, begreift sie, dass sie nur noch kurz Zeit dazu hat, ihr Leben zu genießen. Gemeinsam mit ihm macht sie sich auf den Weg.

Meine Meinung:

Bücher über sterbende Jugendliche scheinen schwer in Mode zu sein. Obwohl man ihrer schon fast wieder überdrüssig ist (so schlimm das auch klingen mag!), kam ich an dem Hype um „Mein bester letzter Sommer“ nicht vorbei und neugierig hab ich es mir auf den Tolino geladen.

Das erste Kapitel machte es mir jedoch recht schwer, ich hatte das Gefühl, dass es sehr gewollt war. Dann wurde die Schreibart normal und flüssig und ich hegte Interesse an Tessa und ihrem Leben. Dieses Interesse ebbte auch nicht ab, wenngleich ich Tessa nicht besonders sympathisch fand. Aber wer kann schon sagen, wie man sein sollte, wenn man weiß, dass man nicht mehr allzu lange zu leben hat?

Dann kam Oskar und brachte Humor in die Geschichte, schlich einem ins Herz und machte sich dort breit, obwohl man zusehen musste, wie er sich selbst ins Messer warf.

Tessa und Oskar sind ein wirklich schönes Paar, wenngleich mich dieses Liebe auf den ersten Blick-Szenario wirklich genervt hat und den beiden absolut nicht gerecht wurde. Man hätte ihnen Zeit geben müssen, denn so ist Tessas Verwandlung absolut nicht glaubwürdig. Oder ist das Leben nur lebenswert, wenn man einen Freund hat?
Dennoch ziehen die beiden einen in ihren Bann und eine andere Geschichte hätte ich liebend gerne über die beiden gelesen – denn diese war einfach nur allzu vorhersehbar.
Jede kleine Entwicklung wusste man bereits im Voraus, auch Tessas zwischenmenschliche Beziehungen zu ihrer Familie waren einfach – nicht überraschend. Der Vater nie da, die Mutter zu viel, dennoch angespanntes Verhältnis und die Schwester … ja, man wusste es alles bereits.
Oskars Vergangenheit und das Ende setzten dem ganzen da leider nur die Krone auf, denn so sympathisch mir dieses Pärchen war – die gesamte Geschichte war konstruiert. Und das merkte man.

Ebenso war es einfach too much, dass die Autorin versucht hat, allzu tiefgründige Gedanken unterzubringen. Es war zu viel des Guten, hat den sonst angenehmen, bildhaften (manchmal zu bildhaften: Schweiß, wohin das Auge reicht) beinahe zerstört. Und dabei kann Anne Freytag und sich auch in Jugendliche hineinversetzen.

Schade fand ich auch den Perspektivwechsel zum Schluss. Ich hätte mir einmal gewünscht, dass es konstant bei der Protagonistin geblieben wäre. Denn genau das wäre passend. 

Was ich allerdings auch loben muss: Die Musikanspielungen und die passende Playlist am Ende des Buches. So kleine Extras sind wirklich was tolles für den Leser.

Dieses Buch hat mich wirklich gespalten, denn einerseits war es gut geschrieben und man bleibt aufgrund des Pärchens bei der Stange, andererseits merkte man, dass einfach zu viel gewollt war und das hat dem ganzen einfach den Charme genommen.

Fazit:

Man muss nicht auf jeder Welle mitschwimmen

 

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Rezension: Fürchte den Donner von Jim Thompson

Cover: Heyne Hardcore

Autor: Jim Thompson
Originaltitel: Heed the Thunder
Verlag: Heyne Hardcore
Seitenanzahl: 464
Erscheinungsjahr: 2015
Preis: eBook 8,99 € | Taschenbuch 9,99 €
Genre: Drama, Noir

 
Vielen Dank an Heyne Hardcore für dieses Rezensionsexemplar! 
 
 
 
 


Inhalt:

Nebraska, Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Ort, eine einflussreiche Familie, dutzende Verstrickungen. Verdon, die Fargos und viel Leid wie auch Irrsinn.

Meine Meinung:

Ein Roman, bei dem es schwer fällt, den Inhalt zusammenzufassen, denn einen wirklich roten Faden gibt es nicht. Überhaupt ist das Buch so ganz anders als erwartet. Man sollte sich vom Label „Hardcore“ nicht blenden lassen. Es erwartet einen kein Thriller oder Krimi oder gar ein schockierender Horrorroman, wie es das Vorwort erahnen lässt. Der Horror liegt hier im Leben.

Man folgt einer Familie Anfang des 20. Jahrhunderts und ihre Bemühungen, ihr persönliches Glück zu finden. Lincoln Fargo, der Patriarch, hat es für sich gefunden, wenn auch mit Einschränkungen. Oder doch überhaupt nicht? Seine Frau verfällt langsam den Wahnsinn, verkauft die Farm an Gott. Ein Anwalt aus der Stadt wiederum verklagt Gott daraufhin.Es ist ein Netz aus Irrsinn und Verzwickungen, jede Geschichte nur durch einen Hauch mit der anderen verbunden – und doch unheimlich interessant.

Jim Thompson KANN schreiben. Anders lässt es nicht erklären, dass man bei solch banalen Storylines wie gebannt am Lesen ist, sich fragt, was nun wieder passiert und ob das Ganze in einem grauenhaftem Ende gipfelt – oder ob doch jemand es schafft, dem allen zu entrinnen.

Ein Roman über das Familienleben, das Erwachsenwerden, den Kampf und alles, was damit zusammenhängt. Das Ringen um Glück. In deutlicher Sprache, und zu einer Zeit, in der alles anders war als heute.

Ein faszinierender Roman, wenngleich ich meine Gedanken dazu gar nicht wirklich in Worte fassen kann, ohne zu viel zu verraten. Denn jedes Schicksal hat seine eigene Note in diesem Buch. 

Man darf kein Buch der Marke „Festa-Extrem“ oder dergleichen erwarten, hier schwingen die ruhigen Töne, der leise Horror durch die Seiten.In einer Zeit, in der es nur noch ums Schocken geht, in dem die Leser genau das erwarten, ist dieser Roman eine herrliche Abwechslung. Denn der Horror ist allgegenwärtig. Nur sieht er für jeden anders aus.

Fazit:

Leises Familiendrama

 
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