ProtaInterviewLiliennächteKT

Rezension: Die Dunwich-Pforte von Arthur Gordon Wolf

Die Dunwich-Pforte von Arthur Gordon Wolf
Cover: Arthur Gordon Wolf

Autor: Arthur Gordon Wolf
Teil des UMC-Universums
Indie
Seitenanzahl: 60
Erscheinungsjahr: 2012
Preis: eBook 1,99 €
Genre: Dystopie, Mystery

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Inhalt:

Ein Killer macht Jagd auf VR-Spieler, richtet ein Blutbad nach dem anderen an. Als er geschnappt wird, zieht es Jaron Hatamura in eine Welt hinein, die eigentlich gar nicht existieren dürfte …

Meine Meinung:

Ja, ich gestehe – ich bin süchtig nach dieser Reihe. Innerhalb weniger Wochen die 3. Geschichte, dabei sollte man sie sich einteilen, denn Nachschub lässt auf sich warten, wenn ich auch nicht verstehe, warum.

Arthur Gordon Wolfs Universum ist so vielseitig, erschreckend und meiner Meinung nach gar nicht so unvorstellbar.

In „Die Dunwich-Pforte“ vereint er seine neue Welt mehr als gekonnt mit einer Alten, über die bereits Lovecraft geschrieben hat, und das mehr als gekonnt. Man fühlt sich in keiner der beiden Welten wohl, doch würde ich die Zeit von UMC dem vorziehen, was einem in Duwich erwartet, so plastisch, so detailgetreu wird alles beschrieben. Ich sah diesen wirklich vor mir, ging darin spazieren und fühlte das Grauen, das dort haust. Es war mir unheimlich, etwas, das ein Autor selten bei mir erreicht.

Die beiden Welten verschmelzen zu einer, die Übergänge gelingen fließend und man fiebert mit Hatamura mit, obwohl man ihn kaum kennt, anfangs vielleicht sogar unsympathisch findet – aber in dieser Welt ist nichts, wie es scheint. Nicht der Killer, der ein Katz- und Mausspiel führt, nicht die friedliche Welt eines Spiels. Trotzdem passt alles, man wundert sich nicht, nimmt dem Autor alles ab.

Bis auf Hatamuras Gefühle, die gingen mir dann doch zu schnell, rissen mich etwas aus dem Fluss heraus, waren in meinen Augen überflüssig.

Dafür erwischt einen das Ende eiskalt und lässt einen mit Gänsehaut zurück.
Und mit dem Wunsch nach mehr …

Fazit:

Spiel oder Realität?

 
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Rezension: Liebe mich! von Arthur Gordon Wolf

Liebe mich von Arthur Gordon Wolf
Cover: Arthur Gordon Wolf

Autor: Arthur Gordon Wolf
Teil des UMC-Universums
Indie
Seitenanzahl: 15
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: eBook 0,99 €
Genre: Dystopie

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Inhalt:

Tyron Zeb hat es satt, alleine zu sein, bekommt aber keine menschliche Frau ab und einen Replikanten kann er sich nicht leisten. Außer …

Meine Meinung:

„Liebe mich!“ ist die zweite Story, die ich aus dem von Arthur Gordon Wolfs erschaffenen UMC-Universum gelesen habe.

Nach der Novelle „Die weißen Männer“ war ich begierig darauf, mehr davon zu erfahren. Und das, obwohl mir diese Welt suspekt ist, ich nicht in ihr leben möchte, in einer Welt, in der man nicht mehr weiß, ob das Gegenüber menschlich oder doch nur ein Roboter ist, in der Menschen schlicht und ergreifend ersetzt werden und es für jeden normal, ja sogar gewünscht ist.

So auch Tyron Zeb, der keine menschliche Frau an sich binden kann, stattdessen für Sex mit Maschinen zahlt – und das nicht gerade wenig.

Liebe ist und war schon immer käuflich – zumindest die Illusion davon. In dieser Zukunftsvision ist es noch leichter, sich den idealen Partner zu beschaffen, wenn man das nötige Kleingeld hat. Jeder Modus, jede Persönlichkeit möglich, doch ist das auch erstrebenswert?

Ist es wirklich gut, auf der Suche nach Geborgenheit jede Grenze zu überschreiten, so wie Tyron es hier tut?

In dieser Kurzgeschichte zeigt uns Herr Wolf seine Sichtweise, subtil, aber da – und genau das macht sie so besonders.

Dem Autor gelingt etwas Seltenes: man möchte seinem Universum nicht angehören, hofft, dass man, falls solche Zeiten eintreten sollten, das nicht mehr mit erlebt, aber gleichzeitig begierig darauf ist, mehr darüber zu erfahren.

Fazit:

Liebe um jeden Preis?

 
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Rezension: Die weissen Männer von Arthur Gordon Wolf

Die weissen Männer von Arthur Gordon Wolf
Cover: Arthur Gordon Wolf

Autor: Arthur Gordon Wolf
Teil des UMC-Universums
Verlag: Voodoo Press
Seitenanzahl: 120
Erscheinungsjahr: 2013
Preis: eBook 2,99 €
Genre: Mystery, Dystopie

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Inhalt:

Im 22. Jahrhundert ist alles anders, als wir es kennen. Künstliche Intelligenz ist keine Vision mehr, sie ist Realität. Und wie gefährlich diese Realität werden kann, erlebt Brandon Tolliver, als er menschliches Interesse zeigt und seiner Nachbarin zu Hilfe eilt. Denn der Schein soll doch gewahrt werden …

 
Meine Meinung:

Arthur Gordon Wolf ist ein Autor, dessen Kurzgeschichten ich sehr gerne lese, und nachdem ich schon so viel von seinem UMC-Universum gelesen hab, musste ich einfach einmal reinschnuppern, auch wenn es leider sehr schwierig ist, die Geschichten in ihrer eigentlichen Reihenfolge zu lesen zu bekommen und knapp 10 € nicht gerade wenig Geld für „schlappe“ 120 Seiten ist.

Aber es lohnt sich! Die weißen Männer waren für mich ein gelungener Einstieg ins Universum, ich wurde aufgeklärt, was es mit UMC und anderen Firmen auf sich hat, ohne gelangweilt zu werden, sah, wie unser Leben in der Zukunft aussehen könnte – und bin wahrlich froh, zu alt zu sein, um das noch mitzubekommen. Denn dass diese Dystopie auch einen Schuss Gesellschaftskritik enthält, versteht sich von selbst.
Mir wurde wirklich mulmig zumute, wenn ich mir Alexander vorstellte (da bekomme ich auch jetzt noch eine Gänsehaut, er ist einfach … widerlich), wenn ich daran dachte, dass man irgendwann Mensch von Roboter nicht mehr unterscheiden kann. Was auch ein großes Lob an Wolfs bildhafter Sprache ist (die leider durch einige Fehler teils etwas gestört wurde), denn ich sah wirklich alles vor mir, die liebe Mrs. Brookdahl ebenso wie die weißen Männer – einfach alles, was nicht immer ein Vorteil war.

Brandon stach da richtig positiv heraus, sodass ich sofort mit ihm mitfieberte, immer voll auf seiner Seite stand und er mir wegen seines tristen Lebens richtig leid tat. Mit ihm ist dem Autor eine Figur gelungen, die es schafft, einem auf so kurzen Seiten richtig mitfühlen zu lassen.

Leider muss ich sagen, dass mich gerade deswegen das Ende so richtig unbefriedigt zurück lässt. Ich möchte unbedingt wissen, wie es mit ihm (und seiner süßen Begleiterin!) weitergeht und hoffe, es in einem der anderen Teile zu erfahren.

Humor, Action, Gesellschaftskritik – das Buch hat viel zu bieten und das auf wenig Seiten! 
Herausheben muss ich noch die wirklich gelungen Illustrationen, die dem Ganzen noch das gewisse Etwas geben. Wem es also nicht reicht, Alexander beschrieben zu kriegen, der kann ihn sich Tag und Nacht ansehen *grusel*

Fazit:

Bildhafte Schreckensvision

 

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Rezension: Das letzte Sandkorn von Bernhard Giersche

Das letzte Sandkorn von Bernhard Giersche
Cover: Amazon

Autor: Bernhard Giersche
Verlag: Begedia
Seitenanzahl: 360
Erscheinungsjahr: 2013 
Preis: eBook 6,99 € | Taschenbuch 13,95 €
Genre: Dystopie

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Inhalt:

Gott gibt den Menschen 10 Tage Zeit, ihr Leben und ihre Welt zu retten – mit dem kleinen Fehler, dass er jeden Erdenbewohner explizit zum Weltenretter macht. Eine Botschaft, die die gesamte Weltbevölkerung zur gleichen Zeit erhält, stürzt unsere Zivilisation in Chaos und Verderben. Denn alles könnte Gott ein Dorn im Auge sein, absolut alles. Was retten und was zerstören? Wird die Menschheit es schaffen, sich zu retten?
 

Meine Meinung:

Was passiert, wenn Gott entschließt, uns auszulöschen? Gibt er uns eine Chance? Dieser Frage geht Bernhard Giersche in seinem Debütroman nach, in welchem jeder zum Retter der Welt wird – zumindest denkt jeder das von sich.
 
Man stelle sich vor, 7 Milliarden Menschen auf der Welt und jeder denkt, nur er könne die Welt retten. Wie sieht das wohl aus?
Genau da treffen wir unsere Protagonisten an: den Single Adam, der sich selbst Frau und Kindern vorzog, die blinde Brigitta, die ohne fremde Hilfe kaum Überlebenschancen hat, und Psychopath Fred Linder, der zum Zeitpunkt der „Durchsage“ in der Psychiatrie saß. Erst einmal eine ungewöhnliche Kombi, aber ich kann versichern: jeden von ihnen schließt man auf seine Weise ins Herz – und noch einige mehr. Und eine ganz besonders, das verspreche ich.
 
Mit den Charakteren sind dem Autor vielleicht keine extrem vielschichtigen Personen gelungen, aber interessante. Natürlich bleibt das ein oder andere Klischee nicht aus, aber ich kann von mir behaupten: ich mag sie alle – naja, fast alle. Es muss ja auch Bösewichte geben, irre und verrückt, aber gerade deswegen so faszinierend.
 
Nur die Kennenlernphase, die macht der Autor einem nicht leicht, denn den Beginn des Ganzen finde ich etwas holprig, aber man muss sie ja irgendwie einführen. Ist zudem Geschmackssache; ich bin kein Fan von Actionszenen in Büchern. Nichtsdestotrotz fiebert man schnell mit allen mit und fragt sich, wohin das führt und ob alle vom Schicksal zusammengeführt werden – der Schreibstil tut sein Übriges dazu, er ist sehr flüssig und leicht zu verstehen.
 
Eine Apokalypse der etwas anderen Art, unerwartet und spannend, ganz anders als die Endzeitthrillern, die derzeit den Markt überschwemmen. Bernhard Giersche hat eben eine andere Sicht darauf und lässt uns daran teilhaben, mit etwas Philosophie als Würze, aber nur dezent. Und das Ende … Darauf möchte ich nicht näher eingehen, auch wenn ich gerade dazu mehr zu sagen hätte. Daher: Wer sich das entgehen lässt, ist selbst schuld.
 

Info:

Die 1. Auflage enthält viele Fehler, die störend wirken. In der 2. Auflage sollen diese aber bereinigt sein, daher fällt das nicht in meine Wertung mit ein.
 

Fazit:

Apokalypse der etwas anderen Art

 

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Rezension: Menschenjagd von Stephen King

Menschenjagd von Stephen King
Cover: Heyne Verlag

Autor: Stephen King
Originaltitel: Running Man
Verlag: Heyne
Seitenanzahl: 411
Erscheinungsjahr: 1982 (unter Richard Bachman)
Preis: eBook 8,99 € | Taschenbuch 9,99 €
Genre: Thriller, Dystopie

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Inhalt:

Ben Richards ist arbeitslos, arm und hat eine kranke Tochter, die dringend Medikamente braucht. Um sich diese leisten zu können, meldet er sich für die Unterhaltungsspiele des Networks an – Sendungen, in denen Menschen gequält werden um das Publikum zu belustigen. Und tatsächlich wird er für das größte Spiel auserwählt: die Menschenjagd. 30 Tage lang wird er vom ganzen Land gejagt werden, wird ein hohes Kopfgeld über ihn schweben. Überlebt er diese 30 Tage, bekommt er 1 Milliarde Dollar. Doch dieses Spiel hatte noch nie einen Sieger …

Meine Meinung:

Stephen King schaffte mit diesem Buch eine Dystopie vom Feinsten. Der Unterschied zwischen reich und arm ist enorm, Drogen wurde legalisiert, das Fernsehen ist kostenlos und die Menschen werden mit rohen Spielen ruhiggestellt, in denen Menschen ALLES für Geld tun. Ihr Gesundheit riskieren, fast sterben und auch andere Menschen töten. Denn die meisten haben keine andere Wahl.

Der 28jährige Ben Richards ist einer von ihnen. Er ist arbeitslos und seine Frau prostituiert sich, um Essenspillen auf den Tisch zu bekommen. Und seine kleine Tochter ist schwerkrank, eine Grippe, die in dieser Zeit ohne Medikamente den Tod bedeutet. Doch Geld für die Medikamente ist nicht da und so macht er sich zum Freiwild fürs ganze Land.

Richards ist ein sarkastischer Ironiker mit dunklem Humor und einer reellen Weltanschauung. Er weiß, dass er nur eine Chance hat, wenn er an den Spielen teilnimmt. Dass sein Rebellismus ihn zum größten Spiel von allen bringt, damit hätte er nicht gerechnet.

Das Network, dass die Spiele veranstaltet ist ein mächtiges Imperium, das damit auch die Chance nutzt, etwaige Rebellen ruhigzustellen. So auch Richards, denn die Menschenjagd hat noch keiner überlebt.

30 Tage lang muss Richards überleben. Doch jeder, der ihn sieht und es meldet, bekommt Geld. Wer den entscheidenden Hinweis gibt, der zu seinem Tod führt, bekommt richtig viel Geld.

Richards muss man schon allein wegen seines dunklen Humors und seinen Hass auf die großen Mächte mögen. Klug ist er zudem, gelingt es ihm doch erstmal, seinen Verfolgern zu entkommen.

Anfangs steht nur er im Mittelpunkt, seine Familie lernt man eher weniger kennen, so geht’s schon auf den ersten Seiten zum Network. Auch dort bleiben alle Begegnungen nur oberflächlich, aber man merkt, wie die Ärzte und die gutbetuchten auf Leute wie ihn herabsehen und wie sie behandelt werden.

Ben dagegen wird einem immer sympathischer und sein letzter Schachzug ist genial. Allgemein ist der Countdown nicht zu übertreffen, die Spannung steigert sich stetig. Wird er geschnappt oder nicht, gelingt sein Bluff oder wird er ihm das Leben kosten?

Die Sprache ist sehr einfach, wie immer, aber King verzichtet gerade im letzten Viertel nicht mit Details über herausklaffende Gedärme, etc. Auch gibt es während des gesamten Buches viele Tote, Menschen, die einem sympathisch sind, die Ben allen Widerständen zum Trotz helfen. Die gute Menschen sind, trotz oder gerade wegen ihrer Armut.

Fazit:

Grausame Zukunftsvision des King of Horror

 

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