ProtaInterviewLiliennächteKT

Rezension: Die Pestmagd von Brigitte Riebe

Cover: Diana

Autor: Brigitte Riebe
Teil 1 der Pestmagd-Reihe
Verlag: Diana
Seitenanzahl: 544
Erscheinungsjahr: 2013
Preis: eBook 8,99 € | Taschenbuch 9,99 €
Genre: historisch

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Ich danke dem Diana-Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

 

 

Inhalt:

Johanna von Arnheim kämpft sich seit dem Tod ihres Mannes alleine durch. Doch als alleinstehende Frau hat sie es im 16. Jahrhundert mehr als schwer und als sie ihren Schwager zurückweist, lässt der sie wegen Gattenmordes anklagen. Nur der Arzt Vincent kann ihr noch helfen, doch die beiden verbinden Differenzen, die unüberwindbar scheinen. Zudem wütet die Pest in Köln und bedroht das Leben aller. Doch nicht nur deswegen ist Johanna in Gefahr …

Meine Meinung:

Eine starke Frau, die die Pest und die Obrigkeit im Rücken hat. Ein interessantes Szenario, das zu überzeugen weiß und durch das man sich dank der Spannung und Sprache schnell liest.

Johanna Arnheim ist eine starke Frau, aber nicht wie so viele andere in diesen Romanen, auch sie hat Schwächen und zeigt sich einmal schwach. Sie hat Geheimnisse und kämpft Tag für Tag.
Dass sie mit Vincent etwas Unschönes verbindet, merkt man recht schnell, wenngleich man natürlich auch herauslesen kann, worum es geht. Auch Vincent hat seine Schwächen und Kanten, ist nicht der Ritter in weißer Rüstung, sondern muss selbst erst über seinen Schatten springen.

Sehr interessant sind hier ebenfalls die doch vielen Nebencharaktere, die dem Buch durch die wechselnden Sichtweisen eine gewisse Tiefe verleihen.
Sei es die Hure Bella, der Badewirt oder andere ungebetene Besucher aus Johannas Vergangenheit, jeder spielt eine wichtige Rolle und fügt sich perfekt ins Ganze ein.

Normalerweise gelingt es Autoren selten, eine doch recht große Anzahl an Nebencharakteren passend unterzubringen, aber in diesem Fall kann man sich alles erinnern, da jeder seine Aufgabe hat.

Alles fügt sich zu einem interessanten und vor allem spannenden Ganzen zusammen. Die grobe Linie erkennt man zwar recht früh, dennoch warten die ein oder andere Überraschung auf den Leser.
Ich konnte es teilweise kaum aus der Hand legen, so gespannt war ich, wohin uns der Weg führen wird.

Interessante Charaktere, spannendes Setting und über allem der schwarze Tod – ein mehr als gelungener Historienroman, der Lust auf den zweiten Teil macht.

Fazit:

Spannender Historienroman mit interessanten Charakteren

 
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Rezension: Der weiße Stern von Iny Lorentz

Der weiße Stern von Iny Lorentz
Cover: Knaur Verlag

Autor: Iny Lorentz
Teil 2 der Auswanderersaga
Verlag: Knaur
Seitenanzahl: 592
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: eBook 9,99 € | Klappbroschur 10,99 €
Genre: historisch

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Inhalt:

Walther und Gisela haben sich in Mexiko ein neues Leben aufgebaut, das hart ist, ihnen aber viele Möglichkeiten bietet. Als sie die ersten Indianer kennenlernen, reagiert Walther besonnen – und rettet somit seinem ungeborenen Sohn das Leben, denn kurz darauf kann er die Indianerin Nizhoni als Amme erwerben. Und sie wird sich noch in weiteren Fällen als große Hilfe beweisen …

Meine Meinung:

Ich war sehr gespannt, zu erfahren, wie es dem Auswandererpaar aus „Das goldene Ufer“ in der mexikanischen Provinz ergeht. Das Autorenpaar hat sehr gut gezeigt, dass die Auswanderer es zu der damaligen Zeit nicht leicht hatten und vieles entbehren mussten, um sich ein neues Leben aufzubauen – und dass es nicht jeder geschafft hat.

Mit Walther und Gisela hatten sie ein starkes Paar geschaffen, bei dem man überzeugt war, dass sie alles gemeinsam meistern würden – auf Walther trifft das zu, aber Gisela wurden in diesem Teil von der starken Frau aus Deutschland zu einem schwachen Weib in Mexiko degradiert. Sie hat durch das Erlebte einen großen Knacks erhalten, mit dem ich ehrlich gesagt nicht gerechnet hatte. Selbstverständlich ist es nachvollziehbar, aber sie haben Gisela im ersten Teil als viel stärker gezeichnet – und nicht so. Teilweise war ich wirklich genervt von ihr, so leid mir das tut.

Nizhoni dagegen wurde von der von Trauer gebeutelten Frau zu einer, ja, fast schon Amazone aufgebaut, die stark ist – und eigentlich besser zu Walther passt. Sie kämpft, sie weiß sich zu wehren und lässt sich absolut nichts bieten. Und sie liebt Giselas Kinder wie ihre eigenen, die Freundschaft der beiden geht tief und gibt Gisela Kraft.

Auch die anderen Charaktere fügen sich wunderbar in die Geschichte ein – die altbekannten, wie die neuen, nicht immer sympathischen.

Diese Geschichte spielt vor einem sehr interessanten geschichtlichen Hintergrund: die Eingliederung von Tejas als amerikanischer Staat Texas. Ich wusste darüber nicht sehr viel und es war wirklich spannend, mehr darüber zu erfahren, denn bei diesem Autorenpaar weiß man, dass sie gut recherchieren.

Das Ende kam überraschend, aber es passt einfach – sodass man sich auf Band 3 freut und gespannt ist, wie die Geschichte weitergeht.

Fazit:

Spannende Story vor interessantem Hintergrund

 
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Rezension: Der Hexenschöffe von Petra Schier

Der Hexenschöffe von Petra Schier
Cover: rororo

Autor: Petra Schier
Verlag: rororo
Seitenanzahl: 512
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: eBook 9,99 € | Taschenbuch 9,99 €
Genre: historisch

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Inhalt:

Rheinbach, 1636: Der Hexenwahn greift um sich und dringt nun erneut in das kleine Städtchen, in dem bereits vor einigen Jahren Verbrennungen stattfanden. Hermann Löher fürchtet eine erneute Eskalation der Dinge, als wieder Unschuldige zu Unrecht beschuldigt werden.
Doch als er eingreifen will, gerät er selbst ins Visier des Hexenjägers Buirmann …

Meine Meinung:

Die Hexenverfolgungen sind ein dunkles Thema in der Geschichte unseres Landes, dennoch eines, das uns weiterhin fasziniert.

Die Zeiten waren fürchterlich, jeder musste befürchten, sich den Unmut eines anderen zuzuziehen und defamiert zu werden – und war man einmal in den Mühlen der „Justiz“, gab es kein Entrinnen. Eine fürchterliche Vorstellung, die Petra Schier mit deutlichen Worten untermauert, die Ausweglosigkeit der Opfer und die Hilflosigkeit der Angehörigen. Es war schwer zu ertragen, sich so etwas vorzustellen, aber nötig, um die Dunkelheit jener Zeit vor dem geistigen Auge heraufzubeschwören. Passend dazu gab es recht detaillierte Szenen der Verhöre, die sicher nicht für jedermann geeignet sind.

Alles in allem hat die Autorin das Grauen wunderbar eingefangen, allerdings bin ich einfach mit dem Protagonisten nicht warm geworden, sodass ich nicht wirklich mit ihm und seiner Familie mitgefiebert habe, wie es trotz aller Umstände bei einem Roman sein sollte. Denn es geht um die Geschichte, sonst könnte ich auch ein Sachbuch zu dem Thema lesen.

Ich kann es nicht wirklich in Worte fassen, aber Löher war mir … unsympathisch. Jähzornig, impulsiv, natürlich auch mitfühlend, aber alles in allem konnte ich zu ihm keine Verbindung aufbauen, obwohl er litt und dem Morden ein Ende setzen wollte.
Und so ging es mir mit allen Charakteren, entweder waren sie mir zu unpersönlich und unsympathisch oder ihnen wurde zu wenig Spielraum gewährt.
Daher hat mich ihr Schicksal nur in Maßen berührt, obwohl die Geschichte spannend war und ein für mich überraschendes Ende bot.

Zusammenfassend kann man also sagen: Hervorragend recherchiert, die Gräuel gekonnt in Worte gefasst und das Hätte-Wäre-Könnte gut geschrieben – nur an der Charakterzeichnung mangelte es mir, wobei es natürlich sehr schwer ist, realen Personen ein mögliches Leben zu verpassen.

Fazit:

Das Grauen der Zeit gut eingefangen

 
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Rezension: Das goldene Ufer von Iny Lorentz

Das goldene Ufer von Iny Lorentz
Cover: Knaur

Autor: Iny Lorentz
Teil 1 der Auswanderersaga
Verlag: Knaur
Seitenanzahl: 640
Erscheinungsjahr: 2013
Preis: eBook 9,99 € | Klappbroschur 10,99 €
Genre: historisch

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Inhalt:

Die Kriegswaisen Gisela und Werner werden als Kinder vom Grafen von Renitz aufgenommen, da Walther ihm das Leben gerettet hat. Das ändert das Leben der beiden, denn Walther kann nun studieren und auch Gisela hat gute Aussichten auf der Burg voranzukommen. Im Laufe der Zeit entwickeln sich Gefühle, aber der eifersüchtige Sohn des Grafen gönnt Walther nichts – schon gar nicht die schöne Gisela …

Meine Meinung:

In ihrer neuen Reihe nimmt sich das Autorenpaar dem spannenden Thema Auswanderung an. Hier im ersten Band erzählen die beiden, wie Walther und Gisela aufwachsen, wie in Walther langsam der Gedanke wächst, dem strengen Deutschland zu entkommen – und wie er und Gisela zu einander finden.

Walther und Gisela sind zwei sehr sympathische Charaktere, die jedoch nicht von selbst zueinander finden, obwohl sie Gefühle für einander haben. Die Umstände bringen sie zusammen, die natürlich mal wieder nicht ohne sind. Der Sohn ihres Gönners ist hinter Gisela hier – und auch die Religion steht zwischen den beiden. 

Das Buch spielt Anfang des 19. Jahrhunderts und beginnt mit der Schlacht von Waterloo, in der Walther dem Grafen von Renitz das Leben rettet. 

Wir begleiten die beiden durch die ersten Jahre, dann Walther an der Uni und mit seinen Kommilitonen, die in ihm den Wunsch reifen lassen, gen Amerika aufzubrechen. Und letztendlich, wie sie tatsächlich gezwungen werden, auszuwandern – und wie sie angenommen werden. 

Es ist einfach eine spannende Geschichte, die einem dem Wunsch und später das Müssen einer Auswanderung früher näherbrachten, die Hoffnung, dort ein besseres Leben führen zu können, als in Deutschland als Magd (und damit Freiwild für Männer) oder als niederer Angestellter, immer auf die Gunst der Adligen angewiesen.
Zusätzlich wird die Kluft der Religion angesprochen, die damals größer war als heute. 

Natürlich läuft es auch etwas nach dem Lorentz’schen Schema F, aber wer Bücher der beiden liest, weiß, worauf er sich einlässt – und ich genieße es. 

Wie immer sehr gut recherchiert, katapultiert die Geschichte einen in die Zeit des Geschehens, lässt einen Teil davon werden. Dank des tollen Schreibstils und der lebendigen Charaktere (Haupt- wie Neben) ist man mittendrin, erlebt alles hautnah mit und meint, das Grauen der Überfahrt an eigenem Leib zu erleben.

Ich bin schon sehr gespannt, wie es Gisela und Walther in Teil 2 ergeht.

 

Fazit:

Vielversprechender Beginn einer neuen Reihe

 

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Rezension: Hansetochter von Sabine Weiß

Hansetochter von Sabine Weiß
Cover: Bastei Lübbe

Autorin: Sabine Weiß
Teil 1 der Hansetochter-Reihe
Verlag: Bastei Lübbe
Seitenanzahl: 592
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: eBook 8,49 € | Taschenbuch 10 €
Genre: historisch

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Vielen Dank an Blogg dein Buch und Bastei Lübbe für das Rezensionsexemplar!

 

 

Inhalt:

Henrike Vresdorp ist die Tochter eines angesehenen Kaufmanns in Lübeck und lebt in einer heilen Welt – bis ihr Vater umgebracht wird. Sie und ihr Bruder Simon kommen beim unbeliebten Onkel unter, der zudem auch alle Geschäfte seines Bruders übernimmt. In Henrike keimt ein schrecklicher Verdacht …

Meine Meinung:

Für dieses Buch habe ich mit seit Ewigkeiten einmal wieder bei Blogg dein Buch beworben und mich sehr gefreut, dass ich den Zuschlag bekam. Ich lese sehr gerne historische Romane, noch dazu aus der Zeit des Mittelalters (auch, wenn es sich hier schon dem Ende entgegen neigt) und bin immer auf der Suche nach neuen, guten Autoren in diesem Genre, denn die Erfahrung hat gezeigt, dass es ein eher schwieriger Bereich ist.

Leider muss ich sagen, dass sich auch dieses Buch in die Reihe der Enttäuschungen gesellt hat. Voller Vorfreude schlug ich es auf und musste bereits auf den ersten Seiten stutzen: Es liest sich eher wie ein Gegenwartsroman statt wie ein historischer, geschweige denn aus dem 14. Jahrhundert. Natürlich ist die Zeit eine andere als das tiefste Mittelalter, aber dennoch hab ich schon Bücher aus dieser Zeit gelesen, die mir die damaligen Umstände näherbrachten als es dieses Buch tat – kurzum: es hat mich nicht gepackt.

Spannung war leider ebenfalls keine vorhanden, im Gegenteil: Es zog sich alles unnötig in die Länge. Innerhalb 100 Seiten hätte man schon mal etwas zur Sache kommen können, der Überfall der Piraten hat die vorhandene Langweile für mich eher noch verstärkt.

Gute Charaktere können einiges einer schlechten Geschichte wieder ausgleichen, aber die Protagonisten hier langweilten mich ungemein und ließen zumindest auf den ersten 100 Seiten keine Entwicklung erkennen. Henrike, die Hauptfigur, ist egoistisch und oberflächlich, auch etwas verzogen. Da brachte auch die Hilfe einer Bettlerin gegenüber keine Abhilfe, denn damals sahen das die Bürger als ihre Pflicht an. Sie war mir schlichtweg unsympathisch. Alle anderen Charaktere blieben noch blasser als bereits sie, ihr „wohl irgendwann Love Interest“ Adrian ließ mich ebenso kalt. Ich konnte einfach zu niemandem aus dem Buch eine Verbindung aufbauen.

Mir fehlte an diesem Roman einfach alles: Authentizität, interessante Charaktere und Spannung. So zog sich alles für mich hin. Als ich bemerkte, dass ich sogar Seiten bestimmter Szenen übersprang, wusste ich, dass das Buch und ich keine Freunde werden würden. So hab ich einige Blicke in den weiteren Geschichtsverlauf geworfen und da es weiterhin uninteressant blieb, entschloss ich schweren Herzens, das Buch abzubrechen. Die Zeit ist für uninteressante Bücher zu schade, wenn man so viele Bücher hat, die darauf warten, gelesen zu werden.

Fazit:

Keine Spannung, keine Authentizität

 
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