ProtaInterviewLiliennächteKT

Rezension: Soulsister von Jennifer Benkau

Soulsister von Jennifer Benkau
Cover: cbj

Autor: Jennifer Benkau
Verlag: cbj
Seitenanzahl: 384
Erscheinungsjahr: 2017
Preis: eBook 11,99 € | Klappbroschur 14,99 €
Genre: Jugend, Liebe

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Vielen lieben Dank an cbj für das Bereitstellen dieses Leseexemplares!

 

 

 

Inhalt:

Nach dem Tod ihrer älteren Schwester Polly hat sich Romy völlig zurückgezogen. Sie unternimmt kaum noch etwas und verbringt viel Zeit, mit Polly zu sprechen. Als sie dann auf den neunzehnjährigen Killian Schwarz trifft, erwacht sie aus ihrer Lethargie, versucht jedoch mehr wie Polly zu sein statt sie selbst und belügt ihn. Was sich als katastrophal erweist, da Killian sich bald als umfeierter Fußballstar entpuppt …

Meine Meinung:

Soulsister sprach mich aus irgendeinem Grund sofort an, obwohl ich sonst eher nicht so dem Jugendbuch zugeneigt bin, schon gar nicht mit einer Fünfzehnjährigen als Protagonistin.

Romy erzählt aus ihrer Sicht die Geschichte um Killian, einem Fußballstar, und sich. Ihre erste Liebe, voller Probleme. Neidische Ex-Freundinnen, knallharte Manager und die bitterböse Presse. Und eine Lüge, die alles zerstört.

Dabei ist Killian der erste Mensch, den sie nach dem Tod von Polly wieder an sich heranlässt – weil Polly das so will.

Ich finde die Idee, dass jemand auf seine Art mit einer Toten kommuniziert, irgendwie schön. Ich habe es nicht so erwartet, aber genau das hat mich von Anfang an in seinen Bann gezogen.

Es hat mich berührt, wie sehr sich Romy nach ihrer Schwester sehnt, mit der sie soviel verbunden hat. Es hat gleichzeitig aber auch mein Herz schwer gemacht, da ein solches Verhalten absolut nicht gesund ist. Und ein ganz kleiner Teil von mir hat sie beneidet, da sie so noch immer etwas von Polly hatte – ob eingebildet oder nicht. Die Menschen, die wir lieben, können uns so schnell verlassen und hinterlassen dabei einfach ein Loch. Das große, schwarze Loch, wie Romy es nennt. 

„Es ist still, weil alle schweigen. Weil ihnen die Worte fehlen. Weil Tote weder reden noch singen können.“ -Romy auf Seite 307

Dabei wollen sie mit Sicherheit, dass wir unser Leben weiterführen, glücklich werden, nicht ewig trauern. Und genau das ist es, was Romy aus dem Loch holt: Polly. Polly, die ihr ihre Gedanken mitteilt und sie damit zurück ins Leben holt. Und zu Killian bringt.

Jennifer Benkau schaffte es mühelos, dass ich mich in ihre dreizehn Jahre jüngere Protagonistin hineinversetzen konnte. Dass ich mit ihr litt, mit ihr in der Schule war und die Art, wie ihre Eltern mit ihr umgingen, unmöglich fand. Dennoch wollte ich sie manchmal schütteln – obwohl ich sie verstehen konnte. Sie hat Angst, sie selbst zu sein, Angst, als sie selbst nicht zu genügen. Dabei ikonisiert sie das Bild ihrer Schwester, die bei weitem nicht so perfekt war, wie Romy dachte.

Kilian passt wunderbar zu ihr, ein junger Mann, der die Prioritäten des Lebens noch kennt, trotz des recht oberflächlichen Lebens, das er führt. Er ist wirklich zum Verlieben, dabei teilweise jedoch schon fast zu perfekt.

Ich mag Menschen mit Ecken und Kanten und die gibt es in diesem Buch. Trauernde Eltern, die den völlig falschen Weg einschlagen, oberflächliche Zicken, die dann doch ganz anders sind und umgekehrt. Der heimliche Star dieses Buches ist für mich Heidi, Killians Oma. Sie hat eine unheimlich sympathische Art, die Romy und auch Killian hilft. Manchmal braucht man genau so jemanden an seiner Seite. Und wenn es noch so klischeelastig ist.

„Nein, leichter wird es nicht. Aber das Herz ist nicht umsonst ein Muskel, Romy. Es wächst an seinen Aufgaben, wenn man es trainiert. Und jeden Tag kann es die schwere Last ein wenig besser tragen.“ -Heidi auf Seite 175

Die Geschichte ist mit Sicherheit nicht perfekt, es hätte noch an einigen Ecken runder sein können und bedient definitiv einige Klischees. Aber der Schreibstil berühte mich. Ich spürte Trauer und Hoffnung, Liebe und Schmerz – und das ist genau das, was ich von einem guten Buch erwarte.

Niemand ist perfekt. Auch nicht Romy. Sie lügt, betrügt – und am allermeisten sich selbst.

„Wenn Löwenzahn durch Asphalt wächst, dann werde ich auch meinen Weg finden.“ -Romy auf Seite 154

Soulsister ist ein wunderbares Buch über den harten Weg, zu sich selbst zu finden. Es bedient einige Klischees, erwärmt das Herz jedoch auf besondere Weise.

Fazit:

Zeit, aus dem Loch zu klettern

 
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Rezension: Nächstes Jahr am selben Tag von Colleen Hoover

Nächstes Jahr am selben Tag von Colleen Hoover
Cover: dtv

Autor: Colleen Hoover
Originaltitel: November 9th
Verlag: dtv
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsjahr: 2017
Preis: eBook 11,99 € | Taschenbuch 14,95 €
Genre: Liebe, Jugend, Drama, Coming of Age

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Inhalt:

Fallon hat genau am 9. November Furchtbares erleben müssen und hasst seitdem jenen Tag. Bis sie zwei Jahre später Ben am 9. November kennenlernt – und mit ihm vereinbart, dass sie sich jedes Jahr an genau jenem Tag wiedertreffen. Ohne jeglichen Kontakt zwischendrin gehen beide weiter durchs Leben und fiebern stets dem 9. November entgegen. Sie geben sich viel, brauchen sich und dass, ohne sich eigentlich richtig zu kennen …

Inhalt:

Bei diesem Buch muss ich sagen, dass mich der Klappentext gar nicht so wirklich ansprach. Aber hey – es ist ein Hoover! Und wenn jemand schreiben kann, dann sie.

Und tatsächlich hatten mich Fallon und Ben bereits nach wenigen Seiten in ihren Bann gezogen. Allein ihr Kennenlernen hat mich schmunzeln und mein Herz aufgehen lassen. Fallon hatte es nicht leicht, ich konnte sie so gut verstehen – und sie brauchte genau jemanden wie Ben. Er tat ihr gut, er half ihr, ihr Selbstbewusstsein zurückzuerobern. Dabei hatte er selbst zu kämpfen …

„Behaglichkeit kann manchmal so etwas wie eine Krücke sein, auf die man sich stützt, statt zu versuchen, wieder ohne Hilfe zu laufen. Ziele erreicht man aber nur, wenn man sich überwindet, dafür zu arbeiten.“ -Fallon O’Neill auf Seite 85

Dieses Buch ist in meinen Augen etwas Besonderes. Zwar kommen beide zu Wort und schildern ihre Sichtweisen, aber nur jene an diesem einen Tag im Jahr. Was also zwischendrin passiert, erfährt man gar nicht groß. Ich weiß nicht, ob ich das gut finde oder es mich stört, denn ich hätte gern erlebt, wie Fallon sich nach Ben entwickelt hat oder wie sich manche Dinge in Bens Leben ergeben haben. Man erfährt es letztendlich nur aus kurzen Erzählungen von ihnen. Es ist eben mal ganz was anderes. Die ganze Geschichte konzentriert sich auf einen Tag im Jahr. Einen einzigen …

Anders als in ihren sonstigen Büchern ahnte ich hier schnell, worauf es hinausläuft, womit Ben zu kämpfen hat. Nicht in seiner vollen Tragweite, die mich wirklich mitgenommen hat, aber doch grob. Und dennoch saß ich da und musste lesen und lesen und lesen … Es war wie ein Sog, ließ mich nicht los. Ich habe mich in Ben und Fallon verliebt. Die beiden sind herrlich … normal. Trotz des Leides, das sie beide durchmachen mussten, sind sie humorvoll, schlagfertig und einfach wie füreinander gemacht. Fallon liebt Bücher (allein deswegen muss man sie lieben!) und Ben ist endlich mal kein Bad Boy, sondern steht zu seinen Stärken – und Schwächen.

Ich hab mit ihnen mitgelitten, gehofft, gebangt und war letztendlich fassungslos, wie grausam das Leben sein kann.

„Wer auch immer gesagt hat, dass die Wahrheit wehtut, hat massiv untertrieben. Die Wahrheit ist ein mieses Dreckstück.“ -Fallon O’Neill auf Seite 29

Dieses Buch hat mich berührt, mir tolle Charaktere ans Herz wachsen lassen (habe mich besonders über ein Wiedersehen mit Tate & Miles aus „Zurück ins Leben geliebt“ gefreut) und mir gezeigt, dass „Insta-Love“ (Zitat Fallon) nicht immer unrealistisch sein muss – dass man einen Menschen aber auch nicht nach kurzer Zeit vollkommen kennt. Und dass man nie alle Fakten kennt, wenn dein Gegenüber nicht bereit ist, sie dir offen zu zeigen.

Fazit:

Die Wahrheit ist ein mieses Dreckstück

 

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Rezension: Letztendlich sind wir dem Universum egal von David Leviathan

Cover: S. Fischer Verlag

Autor: David Levithan
Originaltitel: Every Day
Verlag: Fischer
Seitenanzahl: 400
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: eBook 8,99 € | Hardover 16,99 €
Genre: Jugend, Liebe, Drama

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Inhalt:

A führt ein außergewöhnliches Leben. Denn jeden Tag ein anderes. Nie weiß er, in welchem Körper er erwacht, nie weiß er, wessen Leben er ein Tag lang führen wird. Und es ist ihm egal, er hält einfach durch, Tag für Tag. Denn es ist sein Leben. Bis er Rhiannon trifft, die ihm zeigt, dass es nicht egal ist, kein eigenes Leben zu haben.

Meine Meinung:

Was für ein erfrischend anderes Buch, was für eine interessante Idee.

Jeden Tag in einem neuen Körper aufzuwachen, sich an neue Gesichter und neue Eigenarten zu gewöhnen. Das ist As Leben. Doch wie kann man so ein eigenes Leben führen, sich verlieben und glücklich werden, wenn man doch am nächsten Tag meilenweit entfernt sein kann?

A ist ein spannender Charakter, viel reifer als für 16 Jahre üblich. Nicht männlich und nicht weiblich, hat er (ich nenne es dennoch mal so) jeden Tag ein anderes Geschlecht und Aussehen. Und dennoch ist er im Inneren der Gleiche. Er kann den Menschen ihre Geschichten ansehen, aus den Menschen lesen und sammelt weitaus mehr Erfahrungen, als er es in diesem Alter sollte.
Er versucht, das Leben seines Körpers nie zu beeinträchtigen, keine Spuren zu hinterlassen und keine Veränderungen zu bewirken.

Bis er eines Tages Justin ist und sich in dessen Freundin verliebt. Ab da stellt er alles in Frage und ist bereit, jedes Leben eines jeden Jugendlichen zu verändern. Und hat er nicht irgendwo auch das Recht dazu? Selbst glücklich zu werden?

Eine sehr spannende Geschichte, tiefgründig und doch durch den Autor leicht umgesetzt. Der Leser lebt mehrere Leben, indem er A in jedes davon begleitet. Ob Junkie oder Depressiver, Schönheitskönigin oder unscheinbares Sklavenkind. Und zieht aus jedem seine Erfahrungen und teilt sie mit uns. Und erst, als er Rhiannon kennenlernt, ist er bereit, sich selbst ein Leben zuzugestehen und bringt seinen Körper dadurch teilweise auch in Schwierigkeiten – und hinterlässt Spuren.

Es wird spannend, berührend, witzig – es ist einfach ein sehr gelungenes Jugendbuch, endlich mal etwas anderes. Und irgendwie hofft ein Teil von mir auf eine Fortsetzung …

Fazit:

Hunderte Leben oder doch lieber nur eines?

 

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Rezension: Mein bester letzter Sommer von Anne Freytag

Cover: Heyne fliegt

Autor: Anne Freytag
Verlag: Heyne fliegt
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsjahr: 2015
Preis: eBook 11,99 € | Hardcover 14,99 €
Genre: Liebe, Jugend, Drama

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Inhalt:

Tessa ist 17, Jungfrau und hat keinen Führerschein. Und sie wird bald sterben. Seit der alles verändernden Nachricht verkriecht sie sich in ihrem Zimmer, hat aufgehört zu leben. Erst als sie Oskar trifft, begreift sie, dass sie nur noch kurz Zeit dazu hat, ihr Leben zu genießen. Gemeinsam mit ihm macht sie sich auf den Weg.

Meine Meinung:

Bücher über sterbende Jugendliche scheinen schwer in Mode zu sein. Obwohl man ihrer schon fast wieder überdrüssig ist (so schlimm das auch klingen mag!), kam ich an dem Hype um „Mein bester letzter Sommer“ nicht vorbei und neugierig hab ich es mir auf den Tolino geladen.

Das erste Kapitel machte es mir jedoch recht schwer, ich hatte das Gefühl, dass es sehr gewollt war. Dann wurde die Schreibart normal und flüssig und ich hegte Interesse an Tessa und ihrem Leben. Dieses Interesse ebbte auch nicht ab, wenngleich ich Tessa nicht besonders sympathisch fand. Aber wer kann schon sagen, wie man sein sollte, wenn man weiß, dass man nicht mehr allzu lange zu leben hat?

Dann kam Oskar und brachte Humor in die Geschichte, schlich einem ins Herz und machte sich dort breit, obwohl man zusehen musste, wie er sich selbst ins Messer warf.

Tessa und Oskar sind ein wirklich schönes Paar, wenngleich mich dieses Liebe auf den ersten Blick-Szenario wirklich genervt hat und den beiden absolut nicht gerecht wurde. Man hätte ihnen Zeit geben müssen, denn so ist Tessas Verwandlung absolut nicht glaubwürdig. Oder ist das Leben nur lebenswert, wenn man einen Freund hat?
Dennoch ziehen die beiden einen in ihren Bann und eine andere Geschichte hätte ich liebend gerne über die beiden gelesen – denn diese war einfach nur allzu vorhersehbar.
Jede kleine Entwicklung wusste man bereits im Voraus, auch Tessas zwischenmenschliche Beziehungen zu ihrer Familie waren einfach – nicht überraschend. Der Vater nie da, die Mutter zu viel, dennoch angespanntes Verhältnis und die Schwester … ja, man wusste es alles bereits.
Oskars Vergangenheit und das Ende setzten dem ganzen da leider nur die Krone auf, denn so sympathisch mir dieses Pärchen war – die gesamte Geschichte war konstruiert. Und das merkte man.

Ebenso war es einfach too much, dass die Autorin versucht hat, allzu tiefgründige Gedanken unterzubringen. Es war zu viel des Guten, hat den sonst angenehmen, bildhaften (manchmal zu bildhaften: Schweiß, wohin das Auge reicht) beinahe zerstört. Und dabei kann Anne Freytag und sich auch in Jugendliche hineinversetzen.

Schade fand ich auch den Perspektivwechsel zum Schluss. Ich hätte mir einmal gewünscht, dass es konstant bei der Protagonistin geblieben wäre. Denn genau das wäre passend. 

Was ich allerdings auch loben muss: Die Musikanspielungen und die passende Playlist am Ende des Buches. So kleine Extras sind wirklich was tolles für den Leser.

Dieses Buch hat mich wirklich gespalten, denn einerseits war es gut geschrieben und man bleibt aufgrund des Pärchens bei der Stange, andererseits merkte man, dass einfach zu viel gewollt war und das hat dem ganzen einfach den Charme genommen.

Fazit:

Man muss nicht auf jeder Welle mitschwimmen

 

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Rezension: All die verdammt perfekten Tage von Jennifer Niven

All die verdammt perfekten Tage von Jennifer Niven
Cover: Limes Verlag

Autor: Jennifer Niven
Originaltitel: All the bright places
Verlag: Limes
Seitenanzahl: 400
Erscheinungsjahr: 2015
Preis: eBook 11,99 € | Klappbroschur 14,99 €
Genre: Drama, Liebe, Jugend

Ich bedanke mich recht herzlich bei Limes für die Übersendung des Rezensionsexemplares!

 

 

Inhalt:

Finch trifft Violet, als er gerade vom Glockenturm  seiner Schule springen will. Stattdessen hält er sie vom selben Vorhaben ab und drängt sich in ihr Leben. Langsam lässt sie ihn an sich heran und merkt plötzlich, dass das Leben viele Gründe hat, es weiterzuleben, auch wenn man meint, es geht nicht weiter. Und auch Finch kann bei Violet er selbst sein, aber trotzdem seine Dämonen nicht abschütteln.

Meine Meinung:

Mal wieder eines der Bücher, wo ich nicht wirklich weiß, was ich davon halten soll.
Die Geschichte um Theodore Finch und Violet Markey ist berührend, aber auf manchen Strecken auch zu gewollt und sich ziehend. Und erneut eins dieser Jugendbücher, in denen die Protagonisten eigentlich ziemlich untypische Jugendliche sind. Es wird mit Virginia Woolf Zitaten und derer anderer Poeten und Autoren herumjongliert, als würde die Autorin beweisen wollen, wie bewandert sie in den Klassikern der Literatur ist.
Ich habe nichts gegen Charaktere, die abseits der Norm sind – aber dann doch bitte nicht immer das gleiche Klischee des ehemals beliebten, nun belastenden Mädchens und des Außenseiters.

Dennoch haben die beiden durchaus ihren Charme. Durch die wechselnden Sichtweisen kommt man beiden sehr nah, versteht ihre Sorgen und Ängste und fühlt mit ihnen. Manchmal möchte man beide einfach nur packen und schütteln, an anderer Stelle beruhigend in den Arm nehmen.
Sie sind so erwachsen, auf der Suche nach dem Leben und doch leben sie irgendwie nicht. Mir fehlt die Lebensfreude, die ich vom Klappentext erwartet habe, die Violet in die Normalität zurückholen sollte. Leider ging das alles aber in bedrückenden Situationen unter.
Am meisten überzeugt haben mich eigentlich die Nebencharaktere. Violets Eltern, die mit so vielem zu kämpfen haben und dennoch stark sind, und Finchs Mutter, die alles aufgegeben hat und ihrem Sohn nicht helfen kann.
Daraufhin muss ich leider auch sagen, dass mir der Verlauf der Geschichte leider etwas zu vorhersehbar war. Gleichzeitig emotional und doch unterkühlt. Und trotz der Inneneinsicht ist mir das Problem zu oberflächlich geblieben, man konnte nicht verstehen, warum genau. Denken, ja, aber es hätte ruhig tiefer gehen können, um das wichtige Thema dementsprechend zu behandeln.

So bleibt ein doch zu oberflächlicher Jugendroman mit zwar sympathischen, aber nicht authentischen Charakteren übrig. Zu sehr gewollt als gekonnt und nicht wirklich Eindruck hinterlassend, so leid mir das tut.

Lange hab ich mit mir gerungen, denn das Buch gefiel mir besser als „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ und hat mich definitiv gefesselt. Aber sobald ich genauer darüber nachgedacht habe, kam mir vieles einfach nicht stimmig vor. Und letztendlich zählt der Gesamteindruck.

Fans von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ kann ich das Buch vollends empfehlen, denn genauso hab ich mich bei „All die verdammt perfekten Tage“ gefühlt – nur dass Theodore Finch sympathischer ist als Augustus Waters. Ansonsten sind die Bücher sich meines Erachtens sehr, sehr ähnlich – fast schon zu ähnlich.

Fazit:

Auf den Spuren von John Green

 

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