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Protagonisteninterview: Liliennächte von Kim Leopold

Und nun zum zweiten Teil meiner Romancewoche-Aktivität: Protagonisten Interview zu „Liliennächte“ von Kim Leopold!

Protagonisteninterview Liliennächte von Kim Leopold

Zwischen den Bloggern von  Kathaflauschi (Katha), Geile-Zeile (Julia) und PM thinks (Phoebe) mit Lilian Jones, James Williams und Ashton Parker!

Endlich ist es soweit, seit Wochen erwarten wir schon diesen Tag an denen wir endlich mit euch dreien Reden können! Es ist ja beinahe schwieriger an euch ran zu kommen, als an einen Hollywood-Star.

Schön, dass ihr da seid Lila, Jamie und (the real) Ashton Parker!

Ein bisschen konnte man euch ja schon in der #HowtoBeHappy Facebook-Gruppe kennenlernen

Protagonisteninterview Liliennächte von Kim Leopold

Katha: Ash, wieso bist du ausgerechnet mit Jamie zusammen in eine WG gezogen? Zufall oder geplant?

Ash: Wir haben uns beide auf die WG beworben. Marty hat uns eingeladen, wir haben die ganze Nacht gezockt und der Pakt war besiegelt.

Jamie: Darauf folgte ein Jahr lang Tiefkühlpizza, Comics und Konsolenspiele. Das Highlight war der Flipper, den Marty gekauft hat.

Ash: Den hat er aber leider mitgenommen, als er ausgezogen ist.

Jamie: Und dann kam Rose und der Spaß hatte ein Ende …

Phoebe: Ash, wir wissen, dass der Verlust von Rose dich sehr schwer getroffen hat. Aber keiner weiß, was du wirklich gefühlt hast. Möchtest du uns etwas darüber erzählen?

Ash: Ihr habt’s echt drauf angelegt, mich zu quälen, oder?

Lily streckt eine Hand aus und drückt sein Knie.

Ash fährt sich mit einer Hand durchs Haar.

Ash: Wisst ihr, wie das ist, wenn dir jemand das Herz rausreißt und darauf Mambo tanzt? Und du dich im freien Fall nach unten befindest und nichts dagegen tun kannst? So ging es mir, als Sam gestorben ist. Rose hat da noch eine Schippe draufgelegt. Ich wollte sie überraschen, nicht ihren Abschiedsbrief lesen. Das hat mich zerstört. Sie hat mich zerstört.

Katha räuspert sich, um die gedrückte Stimmung zu vertreiben: Jamie, woher kommt dein Faible für Comics und bedruckte T-Shirts?

Jamie: Das begann als rebellischer Akt meinem Vater gegenüber und irgendwann habe ich angefangen, es zu mögen. Jetzt komm ich nicht mehr davon los. Wieso auch nicht? Jeder Mensch mag gute Geschichten. (lacht)

Lily: Und jeder Mensch mag deine T-Shirts. Sie bringen mich immer zum Lachen.

Jamie: Hast du einen Favoriten?

Lily: Mein Favorit ist ja die Superman-Unterwäsche. (grinst)

Ash: Sowas will doch keiner wissen! (lacht)

Phoebe: Du hast ja bekanntlich Probleme mit deiner Familie. Kannst du dir vorstellen, dass ihr irgendwann darüber hinwegkommt und eine gute Familie seid? Fehlt dir das nicht manchmal?

Jamie: Ach, der einzige Idiot in unserer Familie ist mein Dad. Wenn er mal einen Gang runterschalten und seine Erwartungen nicht ständig auf Toby und mich abdrücken würde, hätten wir keine Probleme. Zum Glück haben wir meine Mom und ihren Freund. Da stimmt die Harmonie. Wir verbringen unsere Zeit gerne mit den beiden.

Phoebe: Du dagegen, Lily, hattest „nur“ deine Mom, die dich liebte. Wie war es, nur mit ihr aufzuwachsen? Die meisten Kinder wachsen mit beiden Elternteilen auf. War das für dich ein großes Problem?

Lily: Ich war es gewöhnt, keinen Vater zu haben. Es gab immer nur meine Mama und mich. Wir waren nicht nur Familie, sondern auch Freunde. Es wurde erst schwer, als sie krank wurde und schließlich gestorben ist. Dann stand ich ganz allein da. Als ich nach Amerika gezogen bin, habe ich einiges über meine Familie erfahren, was sie mir verheimlicht hat. Das hat das Abschied nehmen schließlich leichter gemacht. Aber ich vermisse sie auch heute noch sehr.

Katha: Dafür hast du aber nun deinen Dad. Kannst du dir vorstellen, deinem Vater jemals wirklich zu verzeihen, nach alldem was passiert ist?

Lily: Ich glaube, das ist längst geschehen. Ich war noch nie jemand, der jemandem lange Vorhalte macht. Er hatte seine Gründe und die kann ich verstehen. Klar, wünsche ich mir manchmal, ich hätte einen Vater gehabt, als ich ihn brauchte. Aber er ist jetzt für mich da. Und das ist das, was zählt.

Julia: Lily, mich würde ja brennend interessieren, ob du dir manchmal gewünscht hast, dass mehr zwischen dir und Ash gelaufen wäre, als es schon ist. Ich denke da z.B. an die Übernachtung in deinem Bett.

Lilian: Ash ist ein wahnsinnig guter Freund. Aber ich habe ihn nie als festen Freund gesehen. Die Nächte, in denen wir uns das Bett geteilt haben, waren die, in denen wir einen Freund mehr denn je nötig hatten. Sein Herz gehörte immer Rose. Meins gehört Jamie. Nicht wahr, Ash? (grinst)

Ash: Du willst deine Gefühle für mich ja nur nicht gestehen, weil Jamie neben dir sitzt. (lacht)

Jamie haut Ash die Faust gegen die Schulter.

Julia: Okay, okay, bevor das hier ausartet (wir kennen euch ja), würde ich lieber von dir, Jamie, wissen, was deine Gedanken waren, als du Lilian zum ersten Mal gesehen hast? Abgesehen von ihrer Ähnlichkeit mit Rose. Was machte sie selbst für dich als Frau aus?

Jamie: Das war schon eine große Überraschung. Ich habe echt für einen Moment gedacht, Rose wäre von den Toten auferstanden. Aber dann habe ich genauer hingesehen und eine wundervolle Frau entdeckt, die sich nicht hinter selbst errichteten Schutzmauern versteckt. Lily war mir vom ersten Moment an sympathisch.
Julia: Hach, ihr zwei! Eine letzte Frage noch an Ash: Bereust du die Entscheidungen, die du getroffen hast? Wünschst du dir manchmal dich anders zu entscheiden? Oder stellst du dir die Frage, ob das für deine Zukunft etwas positiv oder negativ verändert hätte?

Ash: Wie könnte ich sie bereuen, nach allem, was in Irland passiert ist? (zwinkert)

Julia: Das stimmt natürlich… da wäre ich auch gerne dabei gewesen. (grinst)

Bevor hier gleich noch schmutzige Geheimnisse verraten werden – wobei genau die ja sehr interessant wären – wird es Zeit ein Ende zu finden.

Es war schön mit euch! Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt. Ich hoffe wir hören uns bald wieder, denn eure Geschichten sind ja noch lange nicht zu Ende erzählt. Und wer weiß, Ellie wird uns bestimmt mit dem neuesten Klatsch auf dem Laufenden halten. Keiner kommt so gut an Informationen ran wie sie!

P.S. ärgert die liebe Kim Leopold nicht so viel 😉

Großen Dank an das Team der Romancewoche, an die wundervolle Kim Leopold, an meine beiden Mit-Blogger und natürlich an Lily, Jamie & Ash!

Zum Abschluss haben wir dann noch den Klappentext zu „Liliennächte“ für euch.

Protagonisteninterview Liliennächte von Kim Leopold

Falls ihr neugierig seid: hier gibt es Liliennächte zu kaufen.

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Buchvorstellung: Couture: Wenn Liebe stärker ist von Emma S. Rose

Im Rahmen der Romancewoche 2017 würde ich euch gerne das Buch „Couture: Wenn Liebe stärker ist“ von Emma S. Rose näher vorstellen.

Rezension: Couture: Wenn Liebe stärker ist von Emma S. RoseAutor: Emma S. Rose
Indie
Seitenanzahl: 424
Erscheinungsjahr: 2017
Preis: eBook 3,99 € | Taschenbuch 11,99 €
Genre: Liebe

 

 

 
Worum es geht:

Felicia steht vor den Trümmern ihres Lebens. Nicht nur, dass ihre Eltern vor einigen Jahren bei einem Unfall starben und sie seitdem die Verantwortung für ihre jüngere Schwester trägt – jetzt hat sie auch noch ihren Job verloren und weiß nicht, wie es weitergehen soll. Als sie in einer bedrohlichen Situation unerwartete Hilfe von dem gutaussehenden Chris bekommt, ahnt sie nicht, welche Konsequenzen das haben wird. Dank ihm erhält sie kurz darauf eine Stelle im neuen It-Club Couture, und plötzlich scheint sich ihr Leben zum Guten zu wenden. Sie fühlt sich magisch zu Chris hingezogen, auch wenn er launisch ist und ständig andere Frauen an seiner Seite hat. Kann sie sich seiner Anziehungskraft erwehren? Und was stimmt nicht mit ihrer Schwester, die sich immer mehr von ihr abwendet?

Aber ein Buch nachzuerzählen ist ein bisschen langweilig – immerhin sollt ihr es ja selbst lesen.

Da ich die Charaktere jedoch so toll fand, dachte ich mir, ich mache euch einfach neugierig auf die! Und Luna von Books – The Essence of Life hat mir dabei kräftig geholfen.

Die Protagonistin des Romans ist Felicia, kurz Feli. Sie ist 24 Jahre alt und hat nach dem Studio angefangen zu studieren. Als ihre Eltern dann vor vier Jahren gestorben sind, musste sie die Verantwortung für ihre kleine Schwester Isabell (damals 11) übernehmen. Sie hangelt sich von Job zu Job, um sich und Isa über Wasser halten zu können. Ob Putzen oder Kellnern, sie tut alles dafür. Natürlich hat sie auch Träume und hofft, die nach Isas Schulabschluss irgendwann verwirklichen zu können.

Luna: Felicia ist unsicher, was ihre Entscheidungen und ihre Verantwortung betrifft, aber umso stärker, wenn es darum geht, die Dinge in Angriff zu nehmen. Vor allem in Bezug auf Isabell, kämpft sie wie eine Löwin und beißt sich durch ergreifende Situationen. Ich konnte mich gut mit ihr identifizieren.

Phoebe: Ja, ich konnte mich auch recht gut mit ihr identifizieren. Ich selbst habe defnitiv mit ihr mitgelitten. Allein wie sie zur Tafel gehen musste – ich wüsste nicht, ob ich das gekonnt hätte.
Doch für Isa macht sie alles. Sie hat’s nicht leicht im Leben, aber gibt nicht auf. Das hat für mich etwas Vorbild-Funktion.

Isabell, kurz Isa, geht zur Schule und ist von ihrer großen Schwester Feli abhängig. Gemeinsam leben die beiden in einer Ein-Zimmer-Wohnung auf 35 qm, was mit einem Teenager natürlich nicht ganz leicht ist. So macht sie Feli das Leben durchaus schwerer als nötig. Was jedoch schnell als typisch pubertäres Verhalten abgetan werden könnte, hat einen Grund, der mich wirklich mitgenommen hat. Sie hat Humor und weiß zu schätzen, was ihre Schwester alles für sie tut. Sie wehrt sich, wenn es sein muss, und lässt sich nicht unterkriegen.

Luna: Isa ist für ihr Alter von 15 Jahren ein sehr reifes Mädchen, wird im Laufe der Geschichte aber immer verschlossener. Sie hat mit einigen Sachen zu kämpfen und genau das macht sie so authentisch. Egoismus kennt sie nicht, eher tritt sie für andere ein, als für sich selbst und auch wenn ich sie manchmal schütteln wollte, ist die kleine Schwester wahnsinnig liebenswert.

Phoebe: Ohja, schütteln ist das richtige Stichwort. Isa hat mir mal wieder gezeigt, dass Teenager echt schwierig sein können. Wie haben es unsere Eltern nur mit uns ausgehalten? Mir tat Feli manches Mal leid, wenn sie nicht wusste, wie sie mit ihrer Schwester umzugehen hat. Als man dann aber den Grund erfahren hat, wusste ich nicht, ob ich Isa bewundern und noch mehr schütteln sollte. Ich denke, dass Feli sich keine Sorgen um sie machen muss, weil sie genauso stark wie ihre Schwester ist.

Chris hingegen scheint alles zu haben, was ein Mensch braucht. Viel Kohle, Selbstbewusstsein und natürlich darf auch das gute Aussehen nicht fehlen. Er rettet Feli aus einer brenzligen Situation und lässt sie danach auch nicht im Regen stehen. Er ist anfangs recht undurchschaubar, allerdings merkt man schnell, dass er eine weichen Kern unter der harten Schale hat. Bei ihm zeigt sich, dass der Schein manchmal trügt und dass man nie auf den ersten Blick wissen kann, wie ein Menschen ist.

Luna: Chris ist die „Verkörperung  purer Männlichkeit“. Er ist groß, gutaussehend, stark und strahlt diese immense beschützende Art aus. Dieser Mann ist einfach intensiv und die Damen im, wie auch außerhalb des Buches kriegen das zu spüren. Seine geheimnisvolle Art und die erfrischend hilfsbereite Ader machen ihn sehr interessant und zu einer sinnlichen Mischung.

Phoebe: Frauen … Immer nur aufs Aussehen bedacht.  Anfangs wusste ich ja nicht wirklich, was ich von ihm halten sollte. Sein Verhalten war teilweise schon seltsam bis blöd. Er hat sich manchmal echt angestellt und vieles verkompliziert. Aber als er für Feli immer alles hat stehen und liegen lassen, da bin selbst ich hingeschmolzen.

Carmen stellt Feli  im Couture ein und wird ihr eine gute Freundin. Sie ist ein lebensfroher, offener Mensch, der Feli schnell alle Schüchternheit nimmt. Fröhlich, humorvoll, trotzdem hat sie ein kleines Geheimnis, das sie zu verstecken versucht.

Luna: Carmen ist warmherzig, fröhlich und die gute Seele vom „Couture“. Sie nimmt Felicia mit offenen Armen auf und erinnert ein wenig an eine Mutter mit ihrer umsorgenden Art. Ich fand sie sehr sympathisch. 

Phoebe: Ohja, Carmen war definitiv einer meiner Lieblinge, weswegen mir ihr Geheimnis nicht so wirklich gefallen hat. Aber es zeigt auch, dass jeder nur ein Mensch mit Schwächen und Fehlern ist.

Weiteres Couture-Crew-Mitglied ist Aaron. Humorvoll, frech, aber auch charmant. Er nimmt Feli etwas unter seine Fittiche, zeigt ihr das Cocktail-Mixen und das Umgehen mit schwierigen Gästen.

Luna: Aaron ist unter den Nebencharakteren mein Liebling. Er ist frech, unterhaltsam und hat immer einen schlagfertigen Spruch auf den Lippen. Der Barista lockert die Atmosphäre oft auf und ich hab ihn sofort ins Herz geschlossen. Er wurde Feli auch ein guter Freund und darf in der Geschichte nicht fehlen.

Phoebe: Mehr kann ich dazu gar nicht sagen. Aaron ist der perfekte Sidekick in dem Buch.

Natürlich gibt es noch viel mehr Charaktere, aber das sind die wichtigsten. Und wir wollen euch ja nicht den ganzen Roman erzählen. Lest selbst, findet heraus, wie die Charaktere sind, welche Geheimnisse sie bergen und wie sie miteinander umgehen, denn das ist definitiv eine der Stärken von „Couture“: das Miteinander der Charaktere.

Luna hat sich auf ihrem Blog noch einem anderen, wichtigen Thema des Buchs angenommen: Die Organisation „Die Tafel“, auf die Feli im Buch angewiesen ist. Schaut unbedingt mal bei ihr vorbei und erfahrt mehr über Felis Konflikt in dem Bezug: Buchvorstellung. Ihre Rezension findet ihr hier: Rezension.

Weitere Rezensionen findet ihr u.a. bei Bonnie’s Buchemotion und Sabines Test-Blog.

Ich hoffe, die Vorstellung hat euch gefallen und euch neugierig auf „Couture“ gemacht – falls ja: hier kaufen und genießen.

 

 

 

 

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Rezension: Couture: Wenn Liebe stärker ist von Emma S. Rose

Rezension: Couture: Wenn Liebe stärker ist von Emma S. RoseAutor: Emma S. Rose
Indie
Seitenanzahl: 424
Erscheinungsjahr: 2017
Preis: eBook 3,99 € | Taschenbuch 11,99 €
Genre: Liebe

>>Buch bei Amazon kaufen<<*

 

Inhalt:

Seit dem Tod ihrer Eltern schlägt sich Feli gemeinsam mit ihrer Schwester Isa durchs Leben. Von Job zu Job, immer darauf bedacht, genug zum Leben zu haben. Als sie ihren Job verliert, steht sie vor dem Abgrund. Infolgedessen kommt sie in eine bedrohliche Situation, aus der sie der attraktive Chris befreit. Von da an scheint es bergauf zu gehen: Dank ihm kann sie im Szene-Club „Couture“ anfangen. Doch ihre Schwester macht Probleme und zu allem Überfluss fühlt sie sich zu dem Womanizer Chris hingezogen – eine Liebe, die keine gute Idee zu sein scheint …

Meine Meinung:

Ich liebe Bücher, in denen es die Protagonisten nicht leicht haben und nicht alles perfekt ist. „Couture“ klang daher trotz unpassendem Cover nach interessanter Lektüre.

Und tatsächlich verschmilzt Emma S. Rose ernste Themen mit leichtem Liebesroman. So muss Feli, die die Story aus ihrer Sicht erzählt, einiges im Leben zurückstecken, um für ihre kleine Schwester zu sorgen. Mich hat ihr Engagement wirklich gerührt und fand es klasse, wie sie sich durchgekämpft hat. Manches Mal litt ich mit ihr, wenn sie z.B. die Gaben der Tafel in Anspruch nehmen musste. Ich habe auch meinen Stolz, weswegen ich sehr gut verstehen konnte, wie schwer es ihr gefallen ist.

„Immer wieder war ich mir sicher gewsen, dass es grausam war zu sterben. Heute wusste ich, dass es viel schlimmer war zurückzubleiben.“ -Feli (Kapitel 2)

Überhaupt ist Feli ein Mensch, wie er jeder sein könnte. Es fällt einem leicht, sich mit ihr zu identifizieren, auch wenn man noch nie in ihrer Situation gesteckt hat.

Auch die anderen Charkater sind der Autorin wunderbar gelungen, Menschen mit Ecken und Kanten – nobody’s perfect! Auch Chris nicht, der sich für Feli einsetzt, aber auch seine Vergangenheit mit sich herumträgt. Oder Carmen, die sich zu einer guten Freundin mausert. Und Isa, ein Teenager mit allen Problemen derer, erst recht nicht.

Dennoch bekommt man hier keine schwere Kost serviert. Es ist trotz allem ein leichter Liebesroman, wobei ich nicht weiß, ob ich das gut oder schlecht finden soll. Manchen der Themen, besonders auf Isa bezogen, hätte etwas mehr Tiefe gutgetan. Es ist alles zu schnell abgehandelt worden. Ab einem gewissen Punkt lief einfach alles zu reibungslos und die Konflikte waren die typischen Liebesroman-Klischees.

Natürlich ist es ein Liebesroman, aber ich finde, wenn man solche Themen anschneidet, sollte man das auch konsequenter durchziehen …

Leider hat man der Geschichte auch das fehlende Lektorat angemerkt, wodurch ich einige Male gestolpert bin, ein paar Sachen werden unnötig wiederholt und eine Sache wurde zu meinem Bedauern nur angeschnitten, aber nicht aufgelöst.

Dennoch: Humor, ernste Themen, prickelnde Leidenschaft gepaart mit einem flüssigen, lebhaften Schreibstil ergeben ein Buch, das man schnell durchgelesen hat.

Fazit:

Lockere Unterhaltung mit wichtigen Themen

 
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Rezension: Der letzte erste Blick von Bianca Iosivoni

Rezension: Der letzte erste Blick von Bianca Iosivoni
Cover: Lyx

Autorin: Bianca Iosivoni
Teil 1 der Firsts-Reihe
Verlag: Lyx
Seitenanzahl: 496
Erscheinungsjahr: 2016
Preis: eBook 9,99 € | Klappbroschur 12,99 €
Genre:
Liebesroman

 
Vielen lieben Dank an den Lyx Verlag für das Rezensionsexemplar!
 

Inhalt:

Emery Lance zieht von Montana nach West Virginia, um zu studieren. Und zu flüchten. Das Abschlussjahr an der High School war die Hölle für sie und in West Virginia erhofft sie sich, ein neues Leben aufbauen zu können. Und wenn sie dafür mit der Nervensäge Mason ein Zimmer teilen muss, ist das eben so. Immerhin nicht mit seinem besten Freund Dylan, der sie in den Wahnsinn treibt. Doch nicht alles läuft wie geplant und sie muss lernen, dass die Vergangenheit nun ein Teil ihres Lebens ist …

Meine Meinung:

Neuanfang, weglaufen, großes Geheimnis – und nervtötender Mitbewohner. Das klingt nach spannender und zugleich unterhaltsamer Lektüre.  Die Hälfte davon stimmt …

Denn das Buch hat mich wirklich unterhalten. Humorvoll, charmant und mit einfach tollen Charaktere, die man nur ins Herz schließen kann.
 
Mit Emery und Dylan hat Bianca Iosivoni ein wirkliches Traumpaar geschaffen. Endlich mal ein Good Guy, der auch dazu steht, einer zu sein. Ein Mann, der Herzen zum Schmelzen bringen kann, aber dennoch nicht langweilig ist. Und Emery (ich hab mich in diesen Namen verliebt) als der perfekte Gegenpart: klug, humorvoll, nicht auf den Mund gefallen. Die Gefechte zwischen den beiden bereiten einen Spaß und bringen einen zum Lachen. Der Running-Gag, dass die beiden sich ständig Streiche spielen, hat mir überaus gut gefallen. Ich fühlte mich einfach sehr wohl mit ihnen.
 
Überhaupt möchte man in dieses Buch kriechen und Zeit mit den Charakteren verbringen. Elle, Tate, Mason, Luke – alle mit Ecken und Kanten und doch eine eingeschworene Clique, die füreinander einsteht und alles stehen und liegen lässt, wenn es sein muss. Die Chemie ist spürbar. Hut ab vor der Autorin.
Zu den Ecken und Kanten gehört auch, dass ich Emery manches Mal gern geschüttelt hätte und ihr Verhalten nicht verstand. Gleichzeitig erkennt man darin den Widerspruch, den sie in sich trägt.
 
Der lockere Schreibstil passt wunderbar dazu. Leicht, fluffig, gespickt mit vielen Anspielungen bezüglich Musik und Serien – manchmal schon fast etwas zuviel, es wirkte teilweise fast erzwungen auf mich. Aber alles in allem hätte ich nicht glücklicher sein können – wenn, ja, wenn sich die Geschichte nicht so gezogen hätte.
 
So weh es nun tut, das schreiben zu müssen: Es passierte einfach nichts. Alles war vorhersehbar, das große Geheimnis schnell erkennbar und Dylans Verhalten wirkte … konstruiert. Wie auch manch andere Züge der Geschichte. Es plätscherte so vor sich hin, sodass ich mich manchmal dabei erwischte, wie ich Passagen, die nicht den oben genannten Charme versprühten, nur überflog. Und das haben die Charaktere nicht verdient …

So schlagen zwei Herzen in meiner Brust: eines für die Clique, die ich sehr schnell eben darin eingeschlossen habe, und eines, das ihnen, so grausam das klingt, mehr entlockt sehen wollte.

Fazit:

Charaktere zum Verlieben

 
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Rezension: Paper Princess von Erin Watt

Rezension: Paper Princess von Erin Watt
Cover: Piper

Autor: Erin Watt
Originaltitel: Paper Princess
Verlag: Piper Verlag
Seitenanzahl: 384
Erscheinungsjahr: 2017
Preis: eBook 9,99 € | Klappbroschur 12,99 €
Genre: Liebe, Erotik

>>Buch bei Amazon kaufen<<*

Inhalt:

Ella Harper ist 17 und Waise. Ihren Vater kennt sie nicht, ihre Mutter, eine Stripperin, ist vor kurzem gestorben. Nach deren Tod gibt sie sich als sie aus und strippt abends im Club, während sie tagsüber in der Schule sitzt. Ihr Ziel: einen guten Abschluss machen, dann aufs College und schließlich ein ganz normales, langweiliges Leben führen. Ihr chaotisches Leben gerät vollends aus den Fugen, als der Millionär Callum Royal auftaucht und behauptet, der beste Freund ihres Vaters und damit ihr Vormund zu sein. Er holt sie zu sich in seine Villa in einem noblen Küstenort. Zu sich und seinen fünf Söhnen, die mit der neuen Stiefschwester ganz und gar nicht einverstanden sind …

Meine Meinung:

An diesem Buch kommt man derzeit nicht vorbei. Überall ploppt es auf und Lobgesänge prasseln nieder. Zumindest anfangs. Nun werden immer mehr Stimmen laut, wie frauenverachtend dieses Buch doch ist. Dass es unterste Schublade sei. Gut, dass ich mir davon nun selbst ein Bild machen konnte.

Ella ist alles andere als ein kleines schwaches Weibchen, das nur mit einem Mann existieren kann. Im Gegenteil, sie ist eine starke, junge Frau, die viel Schei*e durchmachen musste. Ihr Mutter war chaotisch, zog alle naselang mit ihr um, wenn es entweder mit dem Job oder den Kerlen nicht klappte. Sie strippte und machte weiß Gott was für den Lebensunterhalt. Bereits früh musste Ella sich gegen diverse ihrer Freunde wehren, die ihre Finger nicht bei sich behalten konnten. Sexuelle Belästigung, ganz klar. Doch hat sie sich davon nicht zerstören lassen, sondern ist daran gewachsen. Und sie ist sich durchaus bewusst, dass ihre Mutter nicht die beste aller Zeiten war – aber sie ist mit Liebe aufgewachsen.

Ella strippt, um zu überleben. Ja. Aber das ist nicht ihr Lebensziel. Sie will studieren und danach einen möglichst langweiligen Job haben – sie tut es für ihre Zukunft. Etwas, das heute sicher nicht allzu selten ist.

Dann wird sie in dieses völlig neue Leben geworfen (was mich etwas gestört hat, ist, dass sie diese Entwicklung nicht besonders hinterfragt hat. Sie hat sich nirgends erkundigt, ob Callum wirklich ihr Vormund ist, sondern lässt sich einfach von ihm entführen. Ja, entführen!), bekommt fünf „Brüder“, die sie scheinbar hassen, und wird auf der Schule gemobbt. Dennoch lässt sie es sich nicht gefallen. Sie hat ein Ziel vor Augen und für dieses Ziel ist sie bereit, einiges zu ertragen.

Ich finde Ella erstaunlich stark. Sie ist nicht auf den Mund gefallen, sondern weiß sich zu wehren. Die Leute an ihrer Schule ziehen sie mit ihrer Stripper-Vergangenheit auf? So what – dann stolziert sie eben in ihrem Outfit rein und zeigt ihnen, dass sie das nicht stört. Es mag vielleicht nichts sein, worauf man stolz sein müsste, aber diese Menschen steckten nicht in ihrer Haut, mussten noch nie ihren Unterhalt verdienen. Ella schon.

Dadurch, dass der Roman aus Ellas Sicht geschrieben ist, erfährt man allerdings auch, dass sie nicht so tough ist, wie sie tut. Es verletzt sie, sie weint auch, aber beschließt, sich nicht unterkriegen zu lassen. Und wenn sie dafür einiges in Kauf nehmen muss. Zur Not auch die sexuellen Anspielungen ihrer „Brüder“, die damit austesten, wie weit sie bei ihr gehen können.

„Bei sexueller Belästigung geht es ja auch nicht zwangsläufig um Sex. Es geht um Macht. Das würde ich den beiden gerne sagen, merke aber, dass meine Sorge unnötig war. Sie müssen mir nicht wehtun, weil sie ohnehin schon Macht über mich haben. Das hier sollte mich einfach einschüchtern. Es ist ein Spielchen.“ -Ella Harper auf Seite 97

Dazu möchte ich anmerken, dass sexueller Missbrauch oder Belästigung in diesem Buch nicht heruntergespielt oder gar romantisiert wird. Ella ist bewusst, was ihr angetan wird. Sie handelt die Dinge auf ihre Weise, was man nicht gutheißen muss. Jeder Mensch geht anders damit um. Auch ich finde, dass sie manche Dinge hätte anders regeln sollen. Entschlossener. Weitreichender. Besonders eine Begebenheit gegen Ende des Buches.

Die fünf Royal-Jungs dagegen mussten noch nie um etwas kämpfen. Sie sind verzogen und verwöhnt, die Wortführer ihrer Schule, nach deren Regeln sich alle richten. Sie prügeln sich, um ihren Schmerz loszuwerden, und schlafen sich durch die Weltgeschichte. Doch sie sind nicht eindimensional; sie haben auch ihre guten Seiten. Je mehr Zeit vergeht, desto mehr öffnen sie sich. Easton z.B. wird mir trotz seiner Art sympathisch, man merkt, wie er sich nach Nähe und Liebe sehnt.

Die Royals sind kaputt. Ihr Vater ist ein schlechtes Vorbild, ihre Mutter tot. Was nichts entschuldigen kann, aber sie haben eine Vergangenheit, die sie zu denen gemacht hat, die sie jetzt sind.  Und ich hoffe, in Band 2 noch mehr darüber zu erfahren.

Ella weiß, dass die Royals „nicht normal“ sind. Sie weiß, dass es falsch ist, sich zu einem von ihnen hingezogen zu fühlen, nur weil er gut aussieht. Sie ist 17. Die Hormone drehen durch. Sicher stand jede Frau schon mal auf den falschen Typen. Und Reed weiß, dass er nicht gut für sie ist. Versucht, sich von ihr fernzuhalten. Doch manchmal kann man gegen seine Gefühle nichts tun.

„Ich verliebe mich nicht in den Typen, verdammt! Er ist ein Arschloch, und ich will nichts mit ihm zu tun haben.“ -Ella Harper auf Seite 115.

Es wird mit Geld und sexuellen Anspielungen um sich geworfen, es wird geprügelt und gevögelt. Es wird Macht demonstriert und sich gewehrt. Alles (fast alles) hat seine Gründe und deutet ein bisschen auf die kaputte Gesellschaft hin, aber es ist kein Buch, das eine große Aussage hat.

Natürlich hat mir auch einiges nicht gepasst: genervt hat mich, dass die Jungs etwas zu oft leicht bekleidet herumliefen und allzu oft ihr tolles Aussehen in den Mittelpunkt gestellt wurde. Aber ich bin auch aus dem Alter draußen (wenn ich jemals drin war).  Und vom Ende war ich sehr enttäuscht. Vorhersehbar und platt. Und Ellas Reaktion darauf mehr als übertrieben. Dennoch bin ich gespannt auf den zweiten Teil und hoffe, man wird etwas mehr über die Hintergründe der Royals erfahren. Eine tote Mutter reicht mir da noch nicht.

Trotz allem hat das Autorenduo Erin Watt interessante Charaktere geschaffen, die nicht nur schwarz/weiß sind. Egal ob Ella, die Royals oder manch ein Mitschüler.

Manches Mal musste ich sicher den Kopf schütteln, aber vielleicht sollte man sich daran erinnern, dass dieses Buch nicht die Realität widerspiegelt. Es soll mich unterhalten und das hat es getan, wenngleich ich mit mancher Handlungsweise nicht einverstanden war. Aber das ist das Gute daran: Es ist nicht das Leben. Und schon gar nicht meines.

Paper Princess ist ein Roman, der die Gemüter erhitzt. Unnötigerweise. Er ist fiktiv und jeder sollte wissen, dass ein solches Buch nicht der Realität entspricht. Ich weiß nicht, wie man das als Gefahr für die Lebensweise ansehen kann. Ich tue es nicht. Stattdessen habe ich eine gut geschriebene Geschichte genossen, mich endlich mal eine starke Protagonistin in einem derartigen Buch gefreut und mit ihr gelitten.

Manche Bücher sollen zum Nachdenken anregen, andere einfach nur unterhalten – dieses gehört zur zweiten Kategorie.

Fazit:

Hardcore Aschenputtel

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