ProtaInterviewLiliennächteKT

Rezension: Emotion Caching von Heike Vullriede

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Autorin: Heike Vullriede
Verlag: Luzifer-Verlag
Seitenanzahl: 400
Erscheinungsjahr: 2015
Preis: eBook 4,99 € | Taschenbuch 13,95 €
Genre: Thriller

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Vielen Dank an den Luzifer-Verlag für das freundliche Bereitstellen des Rezensionsexemplares!

 

Inhalt:

Kim empfindet selbst nichts – außer, sie bekommt die Emotionen bei anderen mit. Also erfindet sie  Emotion Caching. Gemeinsam mit drei Freunden sammelt sie ab sofort Emotionen. Doch das Spiel läuft schon bald aus dem Ruder und Kim verliert die Kontrolle über alles – auch über ihre eigenen Gefühle.

Meine Meinung:

Kim ist kalt. Zumindest hat sie das Gefühl, keine echten Emotionen zu empfinden. Gemeinsam mit ihren Freunden Benni, Nico und Lena lebt sie in den Tag hinein, ohne Job, ohne Perspektive, ein trostloses Leben, das sie dadurch aufpeppen, andere Menschen zu reizen. Sei es der Autofahrer, der jeden Tag um die gleiche Zeit irgendwo vorbeifährt oder die Rassisten, die den Inhaber ihres zweiten Zuhauses bedrohen.
Doch was, wenn man diese Menschen bis zum Äußersten treibt? Sie blankes Entsetzen lehrt, sie zur panischen Angst führt? Sie zum schreien bringt … Jeder hat einen emotionalen Schutzwall, ist der überschritten, kommen die tiefsten Emotionen hervor, derer wir fähig sind. Und genau darauf hat es Kim abgesehen: den perfekten Schrei.

Um den zu erlangen, überschreiten sie jede Grenze, fordern alles. Und der Leser hat jede Szene bildlich vor Augen. Heike Vullriede lässt einen die Trostlosigkeit im Leben der vier spüren, zeigt einem, was jeder von ihnen zu ertragen hat. Kleineres Leid, größeres Leid – und alles umgeben von einer Aura des Untätigen, der Hoffnungslosigkeit, was dazu führte, dass ich mich als Leserin relativ unwohl fühlte und ein flaues Gefühl im Magen hatte. Mich verband nichts mit ihnen, ich mochte die vier nicht wirklich, obwohl auch sie ihre guten Seiten haben.

Die Idee hingegen ist toll – statt dem bekannten Geo-Caching Emotionen cachen, jemanden so lange reizen, bis er bereit ist, „abgeholt“ zu werden. Die Methoden sind simpel, aber hart, tun einem als Leser weh, wenn man sich in die Opfer hineinversetzt. Die Umsetzung dieser Szenen ist sehr hart, gefühlvoll – man sieht, was die Autorin kann.

Der Stil war einfach, aber bildhaft, so flüssig zu lesen, dass man ob der Spannung das Buch wirklich in einem Rutsch lesen muss – es geht gar nicht anders.

Und dann das Ende … Platt, konstruiert, vorhersehbar. Und wirklich 08/15. Alles, was sie vorher aufgebaut hatte, jede geniale Idee, jeder sorgsam umgesetzter „Streich“ war in Anbetracht dessen fast bedeutungslos geworden – sehr schade.

Dennoch: Fesselnde neue Ideen braucht das Land – Heike Vullriede kann es!

Fazit:

Trostlos und fesselnd

 
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Rezension: Die andere Seite der Realität von A.P. Glonn

Die andere Seite der Realität von A.P. Glonn
Cover: Amazon

Autor: A.P. Glonn
Verlag: Luzifer
Seitenanzahl: 528
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: eBook 4,99 € | Taschenbuch 14,95 €
Genre: Fantasy

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Inhalt:

Im London des Jahres 1888 macht Jack the Ripper Jagd auf Frauen, bringt sie auf brutale Art und Weise um. Inspector Seth Aspen stößt eher zufällig auf den Fall und wird geradezu besessen davon. Er verfolgt den Ripper bis in die Neue Welt – und weit darüber hinaus, bis Seth nicht mehr weiß, an was er noch glauben kann …

Meine Meinung:

Jack the Ripper ist bis heute ein faszinierendes Thema, mit dem ich mit zugegebenermaßen noch nicht tiefergehend beschäftigt habe. Natürlich hab ich dann etwas erwartet, dass sich mit diesem Thema beschäftigt, es ausschmückt, aber doch beim Grundthema bleibt. Das erste Drittel des Buches war es auch so. Wir waren im dreckigen Whitechapel, überaus bildlich von der Autorin dargestellt. Es ist kalt, nass, blutig. Man lernt Seth Aspen kennen, ein Mann, der für seine Arbeit lebt. Auch Abberline taucht auf, gemeinsam gehen sie auf die Jagd nach dem, der sich Jack the Ripper nennt und ungreifbar erscheint. Bis es einen Hinweis gibt. Und dann …

Dann ging es auf die andere Seite der Realität. Es wurde phantastisch, anders. Anfangs wusste ich nicht, wie mit diesem Wechsel umzugehen, da ich nicht so der Fantasyfan bin und es mich zwar nicht vollends kalt erwischt, aber doch überrascht hat. Vor allem der harte Schnitt. Aber mit der Zeit wurde ich warm damit, was vor allem den tollen Charakteren Aelin und Duncan geschuldet war. Es wurde noch interessanter und mitreißender, als in den kalten Gassen Londons und schnell verstand ich das Leben auf der anderen Seite.

Wobei ich mich nicht mit allem anfreunden konnte und so doch froh war, dass die Verzehrer nur einen einmaligen Auftritt hatten, denn sie passten für mich nicht so ganz in das Szenario und erweckten den Eindruck, möglichst viele Genres unterbringen zu wollen. Zum Glück war dem nicht der Fall und alles blieb interessant, aber nicht zu vollgequetscht.

Die verschiedenen Personen und ihre Beziehungen zueinander gefielen mir, auch wenn man öfter ahnte, worauf es hinausläuft, war ich gespannt auf die Entwicklungen zwischen ihnen allen. Manchmal wäre ich gerne bei ihnen gewesen, hätte Seth gemeinsam mit Duncan geärgert und auch Wolfie gerne mal gekrault, so real erschienen sie mir. Ich mochte den Humor (sehr sogar!) und die Art und Weise, wie alle miteinander umgingen. Der Autorin gelang ein bunter Haufen mit einem Glengall, der Schattenläuferin und den Wölfen, die dunklen Wandler nicht zu vergessen, die alle überzeugten; alle hatten ihren Platz – und einige fanden ihren Weg in mein Herz.

Den Plot um Jack the Ripper fand ich interessant angepasst, etwas klischeehaft, aber spannend – es wurde ein tolles Geflecht um die historische Persönlichkeit gestrickt, dem man sich dann kaum zu entreißen vermochte, vor allem auf den letzten 200 Seiten.

Obwohl ich anfangs überaus skeptisch ob der anderen Seite war – im Nachhinein fühlte ich mich dort wohler und mehr unterhalten als in London, auch wenn es eben „anders“ war, und finde es fast ein wenig schade, dass es so schnell vorbei war.

Der Epilog lässt zumindest auf eine Fortsetzung hoffen – wer weiß?

Fazit:

Ein phantastisches Gebilde rund um Jack the Ripper

 

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