ProtaInterviewLiliennächteKT

Rezension: Revival von Stephen King

Revival von Stephen King
Cover: Heyne Verlag

Autor: Stephen King
Originaltitel: Revival
Verlag: Heyne
Seitenanzahl: 512
Erscheinungsjahr: 2015
Preis: eBook 8,99 € | Hardcover 22,99 €
Genre: Mystery, Horror

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Vielen Dank an Heyne für das Rezensionsexemplar!

 

 

Inhalt:

Jamie Morton ist 6 Jahre alt, als er Charlie Jacobs das erste Mal begegnet – eine Begegnung, die den Rest seines Lebens ausmachen wird. Im Laufe seines Lebens begegnet er ihm immer wieder, das Schicksal führt sie zusammen, denn es hat einen Plan mit beiden – einen grauenhaften Plan, bei dem Jamie der Schlüssel ist.

Meine Meinung:

Der neue King reißt einen von der ersten Seite mit, in denen wir Jamie Morton begegnen, der uns Lesern seine Geschichte erzählt. Von der ersten Begegnung mit dem netten neuen Reverend, der sein bester Freund werden wird, aber bei einem Unfall seinen Glauben an Gott verliert, von seiner Musikerkarriere und Drogensucht, die ebenjener Reverend heilt; die zweite Begegnung. Doch die dritte wird Jamies Leben von grundauf ändern – und nicht nur seines. 

Man verschlingt die Seiten nur so, denn kein anderer wie der Meister kann Alltägliches so faszinierend erzählen, das Familienleben einem so nahebringen. Er erzählt von Sorgen und Ängsten, Glück und das Erwachsenwerden, ohne den Leser zu langweilen. Man erlebt hautnah mit, wie ein Mensch gebrochen wird – so nah, dass es einem schwer ums Herz wird, vor allem, wenn man sieht, wie ein Moment das gesamte Leben einer Person ändern kann.

Jamie entwickelt sich, wird zum Junkie, der nur noch nach dem nächsten Schuß lechzt, aber gerettet wird, es akzeptiert – und schließlich alles in Zweifel zieht. 
Er ist ein Charakter, den man von Kindesbeinen an verfolgt und mag, dem man helfen möchte, wenn er ganz unten ist.
Auch sein Gegenüber, seine Nemesis, der freundliche Reverend, den man mitsamt Familie sofort ins Herz schließt,  verändert sich. Man will nicht, dass er es tut, aber man kann nur dabei zusehen, wie sein Leben nur noch hat nur noch einen Sinn bekommt, was zum großen Showdown führt. Von dem hatte ich mir etwas mehr erwartet, aber nichtsdestotrotz hatte ich Gänsehaut – und King zeigt mit nur wenigen Sätzen, warum gerade er der Meister des Horrors ist, beschwört Bilder herauf, die man sich nicht vorstellen mag. 

Die beiden, die zusammengehören, treffen immer und immer wieder aufeinander und bei jedem Mal haben sich beide mehr verändert – bis man einen von beiden irgendwann nicht wieder erkennt. Nur leider zieht es sich zwischen dem dritten Treffen und dem großen Showdown etwas, was dem ganzen etwas den Schrecken nimmt.

Die meiste Zeit über weiß man eigentlich auch gar nicht, was man eigentlich liest. Eine Geschichte übers Erwachsenwerden, über Verluste und die Drogensucht? Dennoch kann man nicht anders, als weiterzulesen, ist gefesselt, blättert die Seiten um, denn man weiß: irgendetwas wird passieren – so wie Jamie es weiß. Und der Schrecken wird andauern …   

Ein King, der einen lange herumführt, einem viel zeigt, ein King, bei dem man weiß, dass es zum Unausweichlichen kommen wird – trotz der Längen ein Genuss, der trotz der vielen Seiten schnell weggelesen ist!

Fazit:

Something happened

 

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Rezension: Aus dunklen Federn von Sonja Rüther (Hrsg.)

Aus dunklen Federn von Sonja Rüther
Cover: Amazon

Herausgeber: Sonja Rüther
Verlag: Briefgestöber
Seitenanzahl: 368
Erscheinungsjahr: 2014
Preis: eBook 4,99 € | Taschenbuch 12,95 €
Genre: Anthologie, Horror, Mystery

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Vielen Dank an den Verlag Briefgestöber und Vincent Voss für das Rezensionsexemplar!

 

 

Inhalt:

Eine Anthologie mit Geschichten verschiedenster Art, über realen Grauen bis zu fantastischem. 

Die Autoren sind: Markus Heitz, Thomas Finn, Vincent Voss, Sonja Rüther, Hanka Jobke, Boris Koch und Lena Falkenhagen.
Als Extra gibt es noch von den Autoren individuell erstellte Titelseiten zu ihren Geschichten.   

Meine Meinung:

Von Horror Anthologien erwarte ich recht viel, ich will mich gruseln oder auch mal ekeln.
„Aus dunklen Federn“ ist tatsächlich recht bunt gemischt, es gibt vorwiegend sehr gute Geschichten – und welche, die mich überhaupt nicht überzeugen konnten.

In diesem Buch sind Autoren vereint, von denen ich das erste Mal gehört und/oder was gelesen habe, nur Vincent Voss war mir vorher bekannt und hat auch hier mit seinen Geschichten „Farben des Frühlings“ und „Destruenten“ wieder auf voller Linie überzeugt.

Natürlich ist auch Markus Heitz ein Name, höchstwahrscheinlich sogar der Headliner dieser Antho, doch von ihm hab ich das erste Mal etwas gelesen – und vermutlich das letzte Mal. Von seinen Geschichten war ich sehr enttäuscht, „Exeplenum“ hab ich sogar abgebrochen.
Schade, denn dadurch wurde mein Eindruck dieser Sammlung geschmälert.

Alle anderen Geschichten waren nämlich ausgezeichnet, hatten ihren ganz eigenen Charme, so verschieden sie auch waren.
Ich wüsste jetzt gar nicht, welche ich herausheben sollte: Hanka Jobke schaffte es mit einer Seite Gänsehaut zu erzeugen, Sonja Rüther ließ mich eine Spinne mögen und Boris Koch hat dafür gesorgt, dass ich mich mal wieder so richtig altmodisch gegruselt hab. 

Auch ein absolutes Highlight: die selbst gestalteten Titelseiten – tolle Idee, super umgesetzt, einfach was Besonderes.

Definitiv werde ich die Autoren dieser Antho im Auge behalten und hoffe auf ein weiteres Werk dieser Art, denn alles in allem ist „Aus dunklen Federn“ eine großartige Sammlung deutscher Autoren.

Fazit:

Bunt gemischte, hochklassige Anthologie

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Rezension: Unrein von Andreas Acker

Unrein von Andreas Acker
Cover: Amazon

Autor: Andreas Acker
Indie
Seitenanzahl: 487
Erscheinungsjahr:2014
Preis: eBook 3,49 €
Genre: Thriller, Horror, Mystery, Fantasy

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Vielen Dank an Andreas Acker für das Bereitstellen seines Romanes!

 

 

Inhalt:

Kentosians ist ein Sumpf von Mördern und Vergewaltigern. Als die Schwester seiner Schwägerin als weiteres Opfer eines Irren aufgefunden wird, unterbricht der ehemalige Kommandant der Garde, Berzerk Momentum, sein Selbstmitleid wegen des von ihm ausgelösten Todes seines Bruders, und schart eine kleine Truppe um sich, um den Mörder zu schnappen. 
Eine Jagd, die alle an den Rand des Erträglichen bringt … 

Meine Meinung:

Endlich wieder ein Roman von Andreas Acker, darauf hab ich nach seinem tollen Debüt „Die Beschleunigung der Angst lange gewartet. Aber Fantasy, eigene Welt? Egal, her damit! Der Autor kann einfach schreiben, da schreckte mich das Wort Fantasy auch nicht ab, zumal er mir versprach, dass es auch blutig zur Sache gehen würde – und da hat er nicht zuviel versprochen.

Natürlich spielt es in einer Welt, die wir nicht kennen, aber die unserem, ich würde sagen, Mittelalter gar nicht mal so entfernt ist. Könige, Garde, Mörder und Vergewaltiger – und Magier! Es ist brutal, man ist seines Lebens nicht sicher. Junge Frauen werden ausgeweidet und die Garde kann es nicht verhindern – es ist blutig, wie versprochen.
Kentosians ist, obwohl ein wahres Moloch, wirklich faszinierend; die verschiedenen Viertel, die Bewohner, das Königspaar Rantor und Reynes – und allem voran unsere „Helden“ Berzerk, seine Schwägerin Luna, Barbar Amorer, Gerichtsmediziner Kirl und … noch jemand. Niemand von denen ist unschuldig oder rein, alle haben ihre Päckchen zu tragen, mit ihrem Leben zu kämpfen. Kein Wunder, in einer Stadt wie Kentosians … Aber man mag sie, sogar den „tumben“ Schläger Amorer. Das ist eine Art von Acker, die nicht jeder beherrscht: Man erfährt nicht allzuviel über seine Charaktere, wird quasi mit ihnen mitten ins Geschehen geworfen – und doch schließt man sie bald ins Herz und fiebert mit ihnen, es ist, als wäre man bei ihnen.

Da das Geschehen von Berzerk erzählt wird, ist man ihm natürlich am nähsten, versteht ihn und seine Gedanken – und wird dank ihm auch das ein oder andere mal zum Schmunzeln gebracht. Ich mag seinen Humor, seine gerade Art zu erzählen. Man blickt in seine dunklen Seiten, die zeigen, was mit ihm passiert ist, wie es zum Tod seines Bruders gekommen ist – und was das aus ihm gemacht hat. 

Sie gehen auf Mörderjagd, gehen dabei nicht zimperlich vor und werden wirklich an den Rand der Hölle geführt. Als Leser ist man voll dabei, hat etwas mehr wissen, als die Gruppe, aber nicht viel, sodass man sich stets fragt: was passiert als nächstes? 
Nach und nach erfährt man auch die Hintergründe, Vergangenheit wunderbar gepaart mit dem aktuellen Geschehen, immer spannend, es kommt keine Langeweile auf. 

Unrein ist Thriller, Fantasy- und Horrorroman in einem, gepaart mit Gefühl, Humor und Action – eine Mischung, die dafür sorgt, dass man an den Seiten klebt. Der Autor hat einen ungemein fesselnden Schreibstil, der seine Romane einfach zu Pageturnern macht. 

Es ist die zweite Perle aus der Feder von Andreas Acker, und ich hoffe sehr, dass noch viel mehr ihr entspringen werden! 

Fazit:

Mörderjagd der fantastischen, brutalen Art

 

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Rezension: Die Dunwich-Pforte von Arthur Gordon Wolf

Die Dunwich-Pforte von Arthur Gordon Wolf
Cover: Arthur Gordon Wolf

Autor: Arthur Gordon Wolf
Teil des UMC-Universums
Indie
Seitenanzahl: 60
Erscheinungsjahr: 2012
Preis: eBook 1,99 €
Genre: Dystopie, Mystery

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Inhalt:

Ein Killer macht Jagd auf VR-Spieler, richtet ein Blutbad nach dem anderen an. Als er geschnappt wird, zieht es Jaron Hatamura in eine Welt hinein, die eigentlich gar nicht existieren dürfte …

Meine Meinung:

Ja, ich gestehe – ich bin süchtig nach dieser Reihe. Innerhalb weniger Wochen die 3. Geschichte, dabei sollte man sie sich einteilen, denn Nachschub lässt auf sich warten, wenn ich auch nicht verstehe, warum.

Arthur Gordon Wolfs Universum ist so vielseitig, erschreckend und meiner Meinung nach gar nicht so unvorstellbar.

In „Die Dunwich-Pforte“ vereint er seine neue Welt mehr als gekonnt mit einer Alten, über die bereits Lovecraft geschrieben hat, und das mehr als gekonnt. Man fühlt sich in keiner der beiden Welten wohl, doch würde ich die Zeit von UMC dem vorziehen, was einem in Duwich erwartet, so plastisch, so detailgetreu wird alles beschrieben. Ich sah diesen wirklich vor mir, ging darin spazieren und fühlte das Grauen, das dort haust. Es war mir unheimlich, etwas, das ein Autor selten bei mir erreicht.

Die beiden Welten verschmelzen zu einer, die Übergänge gelingen fließend und man fiebert mit Hatamura mit, obwohl man ihn kaum kennt, anfangs vielleicht sogar unsympathisch findet – aber in dieser Welt ist nichts, wie es scheint. Nicht der Killer, der ein Katz- und Mausspiel führt, nicht die friedliche Welt eines Spiels. Trotzdem passt alles, man wundert sich nicht, nimmt dem Autor alles ab.

Bis auf Hatamuras Gefühle, die gingen mir dann doch zu schnell, rissen mich etwas aus dem Fluss heraus, waren in meinen Augen überflüssig.

Dafür erwischt einen das Ende eiskalt und lässt einen mit Gänsehaut zurück.
Und mit dem Wunsch nach mehr …

Fazit:

Spiel oder Realität?

 
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Rezension: Die weissen Männer von Arthur Gordon Wolf

Die weissen Männer von Arthur Gordon Wolf
Cover: Arthur Gordon Wolf

Autor: Arthur Gordon Wolf
Teil des UMC-Universums
Verlag: Voodoo Press
Seitenanzahl: 120
Erscheinungsjahr: 2013
Preis: eBook 2,99 €
Genre: Mystery, Dystopie

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Inhalt:

Im 22. Jahrhundert ist alles anders, als wir es kennen. Künstliche Intelligenz ist keine Vision mehr, sie ist Realität. Und wie gefährlich diese Realität werden kann, erlebt Brandon Tolliver, als er menschliches Interesse zeigt und seiner Nachbarin zu Hilfe eilt. Denn der Schein soll doch gewahrt werden …

 
Meine Meinung:

Arthur Gordon Wolf ist ein Autor, dessen Kurzgeschichten ich sehr gerne lese, und nachdem ich schon so viel von seinem UMC-Universum gelesen hab, musste ich einfach einmal reinschnuppern, auch wenn es leider sehr schwierig ist, die Geschichten in ihrer eigentlichen Reihenfolge zu lesen zu bekommen und knapp 10 € nicht gerade wenig Geld für „schlappe“ 120 Seiten ist.

Aber es lohnt sich! Die weißen Männer waren für mich ein gelungener Einstieg ins Universum, ich wurde aufgeklärt, was es mit UMC und anderen Firmen auf sich hat, ohne gelangweilt zu werden, sah, wie unser Leben in der Zukunft aussehen könnte – und bin wahrlich froh, zu alt zu sein, um das noch mitzubekommen. Denn dass diese Dystopie auch einen Schuss Gesellschaftskritik enthält, versteht sich von selbst.
Mir wurde wirklich mulmig zumute, wenn ich mir Alexander vorstellte (da bekomme ich auch jetzt noch eine Gänsehaut, er ist einfach … widerlich), wenn ich daran dachte, dass man irgendwann Mensch von Roboter nicht mehr unterscheiden kann. Was auch ein großes Lob an Wolfs bildhafter Sprache ist (die leider durch einige Fehler teils etwas gestört wurde), denn ich sah wirklich alles vor mir, die liebe Mrs. Brookdahl ebenso wie die weißen Männer – einfach alles, was nicht immer ein Vorteil war.

Brandon stach da richtig positiv heraus, sodass ich sofort mit ihm mitfieberte, immer voll auf seiner Seite stand und er mir wegen seines tristen Lebens richtig leid tat. Mit ihm ist dem Autor eine Figur gelungen, die es schafft, einem auf so kurzen Seiten richtig mitfühlen zu lassen.

Leider muss ich sagen, dass mich gerade deswegen das Ende so richtig unbefriedigt zurück lässt. Ich möchte unbedingt wissen, wie es mit ihm (und seiner süßen Begleiterin!) weitergeht und hoffe, es in einem der anderen Teile zu erfahren.

Humor, Action, Gesellschaftskritik – das Buch hat viel zu bieten und das auf wenig Seiten! 
Herausheben muss ich noch die wirklich gelungen Illustrationen, die dem Ganzen noch das gewisse Etwas geben. Wem es also nicht reicht, Alexander beschrieben zu kriegen, der kann ihn sich Tag und Nacht ansehen *grusel*

Fazit:

Bildhafte Schreckensvision

 

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