ProtaInterviewLiliennächteKT

Serien-Review: The Following, Staffel 1

Serien-Review: The Following, Staffel 1 Originaltitel: The Following
Studio: Warner
Produktionsland: USA
Erscheinungsjahr: 2013
Länge pro Episode: ca. 42 Minuten
Folgen pro Staffel: 15
FSK: 18
Idee: Kevin Williamson
Darsteller: Kevin Bacon, James Purefoy, Shawn Ashmore, Natalie Zea, Valorie Curry, etc.
Genre: Thriller

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Inhalt:

Der Serienkiller Joe Carroll bricht aus dem Gefängnis aus. 10 Jahre zuvor hat er mehrere seiner Studentinnen brutal umgebracht und ihnen nach Edgar Allan Poes Vorbild die Augen ausgestochen. Damals schnappte ihn der FBI-Agent Ryan Hardy und rettete damit einem weiteren Opfer, Sara Fuller, das Leben. Seitdem betrachtet Carroll sie als unvollendetes Werk, das er beenden muss – mit Ryan als Gegenspieler. Doch im Gefängnis hat Carroll es geschafft, Anhänger um sich zu versammeln, die alles für ihn tun würden. Entführen, morden, sich selbst umbringen. Er ist also nicht allein – und keiner weiß, wer Teil dieser Gemeinschaft ist …

Meine Meinung:

Joe Carroll (James Purefoy) ist Literaturprofessor und Schriftsteller, der Edgar Allen Poe vergöttert. Durch seine Taten hat er Aufmerksamkeit erhalten, aber das reicht ihm nicht. Er will mehr … Ryan Hardy (Kevin Bacon) dagegen ist Alkoholiker mit einem Herzschrittmacher (den er Carroll zu verdanken hat), weg vom FBI – bis Carroll wieder auf der Bildfläche erscheint und Hardy als „Carroll-Experte“ gebraucht wird. Und das Morden beginnt …

Klingt nach dem üblichen Katz- und Maus-Spiel zwischen Serienkiller und gebrochenem Alkoholiker-Ermittler – aber die Umsetzung hat es in sich!

„The Following“ ist eine überaus rasante Serie, als Zuschauer bleibt einem kaum Zeit zum Luftholen.

Durch die Follower, die Carroll im Netz gewonnen hat, weiß man nicht, wem man trauen kann und wem nicht.  Serienkiller trifft auf Serienkiller trifft auf Serienkiller. Sie alle haben die Lust am Töten gemein und Joe Carroll versammelt sie. Über Rückblenden erfährt man einiges über sie, aber viele bleiben auch im Dunkel. Somit rätselt man automatisch mit: Ist der eine oder andere ein Follower? Eine seltsame Handlung und man ist sofort skeptisch! Jeder, absolut jeder, könnte einer von ihnen sein – was der Verlauf der Staffel eindrücklich zeigt. Es gibt sehr viele Überraschungen, manches Mal sitzt man geschockt vorm Fernseher und denkt sich nur: „WTF?“ Aber nicht nur geschockt, es gibt auch Szenen, die einen faszinieren, einen fesseln. Das wird auch oftmals von guter Musik untermalt, sodass sich beinahe Gänsehaut aufbaut. Ich denke da nur an meine Lieblingsszene, wenn Joe das erste Mal auf viele seiner Follower trifft, im Hintergrund läuft Fever Ray mit „If I had a heart“. Die Stimmung ist spürbar, man fühlt sich bedroht von dem Wahnsinn, ahnt, dass da etwas Gefährliches im Kommen ist und kann dennoch nicht den Blick davon wenden. Etwas, das nicht viele Serien schaffen.

Viel Blut, viele Tote

Da die Serie von einer Masse Killern handelt, ist der Gore-Anteil recht hoch. Manche foltern gern, Carroll liebt es, Augen auszustechen. Womit ich nicht gerechnet habe, ist der hohe Body-Count! Ihr findet, in Game of Thrones gibt es viele Tote ? The Following ist genauso. Pro Folge sterben mehrere Menschen und genau wie in GoT gilt: No ones safe. Nur weil jemand ein wichtiges Bindeglied oder gar ein Hauptdarsteller ist, heißt das nicht, dass er oder sie überleben wird. Vor Joe Carroll und seinen Followern ist niemand sicher. Also schließt keinen ins Herz, sonst tut es vielleicht bald weh.

Na gut, ganz so verhindern lässt sich das nicht, denn die Schauspieler spielen überaus überzeugend, sodass man sogar den Psychopathen selbst, Joe, irgendwie anfängt zu respektieren. Besonders seine Darstellung finde ich große Klasse. Liebender Ehemann und Vater, gescheiterter Schriftsteller, berechnender Psychopath – und wahnsinniger Irrer. Denn je mehr Zeit vergeht, desto mehr beginnt Joe wahnsinnig zu werden, sein Plan läuft schief, was er nicht ertragen kann. Hut ab vor dieser Leistung. Und zu Kevin Bacon muss man nicht wirklich viel sagen, oder? Ein erstklassiger Schauspieler, der in dieser Rolle aufgeht und dem gebrochenen, unglücklichen Ryan Hardy deprimiertes Leben einhaucht. Egal, wer es ist, man baut eine Verbindung auf, ob gut oder schlecht, ob Liebe oder Hass. Die guten sind nicht durchwegs gut, Ryan geht durchaus weit, um Carroll zu kriegen. Aber die schlechten auch nicht durchwegs schlecht. Die Menschen werden nicht schwarzweiß dargestellt, sondern vielschichtig.

The Following, Staffel 1

The Following hat alles, was eine gute Serie braucht und Staffel 1 konnte mich (uns) vollends überzeugen. Eine interessante Story, eine rasante Handlung, Action, vielschichtige Charaktere und Schauspieler, denen man all das abnimmt, was sie verkörpern verbinden sich zu einer sehr spanndenen, mitfiebern-lassenden Sendung. Dafür übersehe ich gerne mal unglaublich dämliche Handlungen seitens der Polizei, über die ich mich dann aber auch leidenschaftlich gerne aufregen kann.

Fazit:

Spannendes Katz- und Maus-Spiel

Trailer:

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Rezension: Mind Control von Stephen King

Mind Control von Stephen King
Cover: Heyne Verlag

Autor: Stephen King
Originaltitel: End of Watch
Teil 3 der Bill Hodges-Reihe
Verlag: Heyne
Seitenanzahl: 528
Erscheinungsjahr: 2016
Preis: eBook 18,99 € | Hardcover 22,99 €
Genre: Thriller, Horror

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 Mein Dank gilt dem Heyne Verlag für die Zusendung des Buches!
 
 
 


Inhalt:

Mr. Mercedes ist noch am Leben – und bösartiger denn je. Brady Hartsfield liegt angeblich teilnahmslos auf der neurologischen Station, von seinem Arzt von der Justiz abgeschirmt und mit experimentellen Medikamenten behandelt. Doch sein Gehirn hat sich weiterentwickelt und schmiedet einen Plan, der ihn doch noch in die Geschichte eingehen lassen soll – und ihm Gerechtigkeit bringen soll.
 

Meine Meinung:

Die Finders Keepers sind zurück! Und kämpfen gegen ihren alten Feind, Brady Hartsfield.

Als hätte es „Finderlohn“ nie gegeben, formiert sich rund um Hodges seine alte Bande – sie sind wieder vereint. Und brauchen ihre Stärke mehr denn je! 
 
Von der Hodges-Trilogie ist man eigentlich Realismus gewohnt, keine übernatürlichen Wesen, keine Monster, nur die Menschen selbst. Aber im dritten (und letzten) Teil kann der Meister doch nicht aus seiner Haut und verpasst seinem Monster Mr. Mercedes übersinnliche Fähigkeiten. Man bekommt hautnah mit, wie Brady Hartsfield sie entwickelt, erstmals einsetzt und sie schließlich kontrollieren kann und damit den ultimativen Coup plant.Genau wie Band 1, Mr. Mercedes, ist dieses Buch extrem spannend.
Auch hier ist man wieder auf beiden Seiten, man weiß, was Brady plant und sieht dabei zu, wie sich langsam das Begreifen auf Hodges Gesicht ausbreitet, wenngleich er sich dagegen wehrt.
Und man beginnt selbst zu überlegen: Ist so etwas möglich? Realität vermischt sich mit der Phantastik und das mehr als gekonnt.
Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen: Hollys Ticks, Hodges fürsorgliche Art und man lächelt, wenn Jerome mal wieder seinen alten Slang auspackt. Und selbst Brady erkennt man wieder und hasst ihn wie eh und je, besonders, wenn man dabei ist, wie er Menschen in den Selbstmord treibt.
 
Mein einziger Wermutstropfen ist das (gewollt) vorhersehbare in diesem Roman. Schon am Anfang weiß man, wie es enden wird, und der obligatorische Schneesturm hat mir nur ein genervtes Seufzen entlockt. Muss es denn wirklich immer ein Sturm zum Showdown sein?
 
Dennoch ist dieses Buch ein toller Abschluss der Hodges-Trilogie und ich muss sagen, dass die Finders Keepers mir fehlen werden. Macht’s gut!
 
Noch etwas in eigener Sache: Warum muss man englische Titel mit englischen Titel versehen, statt die Originaltitel beizubehalten? Band 1 englisch, Band 2 deutsch, Band 3 wieder englisch – muss das wirklich sein, lieber Heyne Verlag?

Fazit:

It’s the end of watch

 
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Rezension: Das Spiel – Opfer von Jeff Menapace

Cover von Heyne Hardcore

Autor: Jeff Menapace
Originaltitel: Bad Games
Teil 1 der „Das Spiel“ – Reihe
Verlag: Heyne Hardcore
Seitenanzahl: 400
Erscheinungsjahr: 2016
Preis: eBook 8,99 € | Taschenbuch 9,99 €
Genre: Thriller

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Vielen Dank an Fr. Fritsch und den Verlag für das Rezensionsexemplar!

 

 

Inhalt:

Die Familie Lambert macht sich auf an den Crescent Lake, um ein erholsames Wochenende voller Spiel, Spaß und Freude zu genießen. Die Farelli-Brüder möchten ebenfalls eine vergnügliche Zeit verbringen. Ihre Mitspieler haben sie sich bereits ausgesucht: die Lamberts. Nur dass beide Familien nicht die gleiche Art von Spiel im Sinn haben …

Meine Meinung:

Wer muss bei der Beschreibung nicht an den (die) Film(e) Funny Games denken? Ich definitiv und genau deswegen war ich so neugierig auf das Buch.
Psychopathen treffen auf Familie und wollen ein Spiel spielen … Da steckt doch enorm viel Potenzial dahinter. Viel Thrill, viel Gemetzel, hach, mein blutrünstiges Herz schlug ganz schnell.

Schon nach wenigen Seiten war ich voll dabei, denn Jeff Menapace schreibt sehr flüssig und unheimlich mitreißend. Er hat interessante Charaktere kreiirt, und endlich mal ein Paar, das nicht nach vielen Ehejahren die Nase voll von einander hat, sondern noch frisch verliebt agiert.
Und gleich zu Beginn treffen Patrick und Amy auf Arty, einem Penn-State-Fan, der ihnen eine Ladung Sprit spendiert. Nett, oder? Nur ist niemand auf der Welt einfach nur nett.

Ab da nimmt das Unheil seinen Lauf und manches Mal wäre ich wirklich gerne ins Buch geklettert und hätte Patrick mal so richtig durchgeschüttelt. Bei all den seltsamen Vorkomnissen, die sich häuften, hätte ich schon längst Reißaus genommen. Notfalls auch von meinem Mann, wenn der das nicht verstanden hätte. So baut sich nach und nach Spannung auf und man weiß genau, was kommen wird – kann aber nicht anders, als eine Seite nach der anderen umzublättern.

Gut gelungen finde ich, dass nicht nur die Lamberts ihre Sichtweise der Geschichte schildern, sondern man auch Arty und Jim Farelli bei ihren Planungen über die Schulter schauen lässt – und dabei in kranke Gehirne blickt. Die beiden sind sehr interessant (wie alle Psychopathen irgendwie) und besonders das Machtgefüge zwischen den beiden fand ich gut geschildert.

Das einzige, was meinen Blutdurst etwas enttäuscht hat, war, dass eigentlich dennoch relativ wenig wirklich passierte. Ein paar Vorkommnisse, die definitiv ein Gefühl der Beklemmung erzeugten, aber erst gegen Ende geht es richtig zur Sache. Und dass dann aber leider etwas überstürzt. Vom Showdown war ich sehr enttäuscht, hatte einen richtigen Knall erwartet.

So ist der Thriller mehr auf Thrill statt auf Grauen ausgelegt, wo ich etwas anderes erwartet hatte, und die Story auch definitiv etwas mehr Grauen vertragen hätte. 

Nur das Ende, das ist sowas von nach meinem Geschmack. So müssen solche Bücher enden und nicht anders. Dafür gibt’s sogar ein Extrasternchen. Man liest und liest und liest (in meinem Fall war das Buch innerhalb weniger Stunden verschlungen) und dann schließt man das Buch doch mit einem Lächeln.

Fazit:

Anders als erwartet

 
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Rezension: Castingshow von Andreas Acker

Cover: Andreas Acker

Autor: Andreas Acker
Indie
Seitenanzahl: 385
Erscheinungsjahr: 2015
Preis: eBook 2,99 €
Genre: Thriller, Humor

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Vielen lieben Dank an Andreas Acker, dass ich auch dieses Buch wieder rezensieren durfte!

Inhalt:

Autor Arne hat seit seinem Bestseller „File: Not found“ nichts ordentliches mehr aufs Papier gebracht, glänzt stattdessen mit privaten Problem und Suppennudeln. Als sein Agent ihm die Pistole auf die Brust setzt, zieht er zähneknirschend in ein Hotel, um an einer Castingsshow für Autoren teilzunehmen. Geplant: eine feste Wortzahl pro Tag in Ruhe und Abgeschiedenheit. Nicht geplant: Konkurrenzkampf, Neid und nachts schreiende Frauen. In dieser Castingshow verläuft nichts nach Drehbuch.

Meine Meinung:

Endlich ein neues Buch von Andreas Acker. Nach „Die Beschleunigung der Angst“ und „Unrein“ waren meine Erwartungen relativ hoch.

Diesmal wurde es ein Thriller mit einem ungewöhnlichem Thema: eine Castingshow für Autoren. Auf die Idee muss man erstmal kommen, selbst in unserer von solchen Shows überfluteten Zeit. Denn wer will schon ein paar Autoren beim Tippen zusehen?
Nach diesem Buch kann ich nur sagen: ich!

Auf keiner einzelnen Seite kam Langeweile auf, stattdessen wurden immer neue Fragen aufgeworfen. Aus der Ich-Perspektive erzählt uns Arne seine Sicht der Dinge, lässt den Leser an den Ereignissen im Wellnesshotel teilhaben, die alles andere als entspannend sind. Neid, Missgunst und Konkurrenzkampf bestimmen den Alltag. Selbst als Leser weiß man nicht, wem man trauen kann und wer nur ein Spiel spielt, um sich selbst die Sympathie der Zuschauer zu erkämpfen. Dabei hat Andreas Acker einen bunt gewürfelten Mix von Autoren zusammengestellt: Sachbuchautoren, abgehalfterte Musiker, Liebesroman- und Thrillerschreiber. Charismatische Typen und skurille Frauen. Und alle wunderbar mit einem schön bissigen Humor geschildert, sodass ich desöfteren schmunzeln, wenn nicht gar laut lachen musste. Herrlich!

Dabei muss ich ehrlich sagen, dass es keinen richtigen Sympathieträger gibt, denn auch Arne tut und tat in der Vergangenheit Dinge, die ihn einem nicht nur gewogen machen. Und ihn versteht man noch, kann seinen Gedanken folgen, wodurch man automatisch mit ihm mitfiebert. Doch der Rest aller bleibt recht undurchsichtig, was dafür sorgt, dass man sich permanent fragt: Wie geht es weiter?

Ohne große Actionereignisse wird man bei der Stange gehalten, fliegt durch die Seiten und überlegt ständig, ob das von der Show so geplant war, ob jemand anderes dahintersteckt und was zum Teufel das alles soll. Es fällt einem teilweise schwer, Pausen zu machen, denn die Kapitel sind verlockend kurz, sodass man leicht darin verfällt „noch schnell eins zu lesen“ – bis das Buch mit einem Knall, mit dem man nicht rechnet, zu Ende geht.

Für mich hat sich Andreas Acker als einer DER deutschen Spannungsautoren fest etabliert. Er schafft es mit einer klaren und geraden Sprache, einen fest in seinen Bann zu ziehen – und dann lässt er einen nicht mehr los.

Fazit:

Die fesselndste Castingshow seit langem

 
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Rezension: Finderlohn von Stephen King

Cover: Heyne Verlag

Autor: Stephen King
Originaltitel: Finders Keepers
Teil 2 der Bill-Hodges-Reihe
Verlag: Heyne
Seitenanzahl: 544
Erscheinungsjahr: 2015
Preis: eBook 11,99 € | Hardcover 22,99 €
Genre: Thriller

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Vielen Dank an den Heyne Verlag für das Exemplar!

 

 

Inhalt:

Pete Saubers, dessen Familie vom Mercedes-Killer auf eine harte Probe gestellt wurde, findet eine Tasche voller Geld – und Notizbüchern. Der Inhalt gehört dem Autoren John Rothstein, der in den 70ern brutal ermordet wurde. Und der Mörder wird zur gleichen Zeit aus dem Gefängnis entlassen, wo er über 30 Jahre darauf gewartet hat, Rothsteins Vermächtnis zu lesen …

Meine Meinung:

Bill Hodges ist zurück! Oder?

Nicht so ganz … Zwar taucht „Kermit“ wieder als Ritter in der strahlenden Rüstung auf, doch diesmal ist es mir zu wenig von ihm und seiner Crew, den „Finders Keepers“. Hodges und Holly und auch ein relativ normaler Jerome tauchen erst relativ spät auf und spielen keine wirklich wichtige Rolle.

Die bleibt Pete Saubers und Morris Bellamy vorbehalten, ein Teenager und ein Mörder, beide fasziniert von den Werken John Rothsteins.

Die beiden machen diese Geschichte aus: Diese beiden so gegensätzlichen Charaktere, die gleichzeitig soviel gemein haben. Nur Stephen King kann so faszinierend von Büchern, den Macht der Worten und über das Schreiben und Lesen schreiben, zeigen, was es aus Menschen machen kann. Es ist ein Vergnügen, den Weg der beiden zu begleiten und das, obwohl Morris bei weitem nicht so ein interessanter Charakter wie es seinerzeit Brady Hartsfield war.

Und auch hier gelingt es King wieder einmal, ein Familienleben so zu sezieren, dass man mitfühlt, sich hineinversetzt und das, ohne dass eigentlich etwas passiert. Man baut eine Verbindung zu Pete auf, macht sich Sorgen um die Ehe seiner Eltern und natürlich auch, wie es seiner kleinen Schwester ergehen wird. Und obendrein bekommt man als Leser schöne Parallelen zu „Mr. Mercedes“ serviert.

Jedoch gibt es für mich ein großes Manko an diesem Buch: Die Vorhersehbarkeit, die dafür sorgt, dass man genau weiß, worauf es hinausläuft und somit das, was wirklich spannend sein sollte, blass und eben spannungsarm wirkt. Obwohl zu Ende hin soviel passiert, ist es irgendwie enttäuschend geworden – da hätte man einfach mehr Spannung herausholen, den Leser mehr mitnehmen können.

Ich sage es ungern, aber da hat King einfach mehr drauf. In Mr. Mercedes lief ein Film vor meinen Augen ab, der in Finderlohn manchmal stockte, bei dem es mich nicht störte, mal eine Pause einzulegen.

Alles in allem hatte ich mir etwas mehr erwartet, denn als Krimi/Thriller wäre das Buch bei mir durchgefallen, nur die Charaktere und die tolle Story um die Faszination der Bücher hat daraus einen Roman gemacht, in den man gerne eintaucht und der sicher auch für ein erneutes Lesen zur Hand genommen wird. Stephen King regt zum Nachdenken an und das auf seine eigene Art. Und dank des Endes kann ich es kaum erwarten, bis es weiter geht – da könnte etwas ganz Großes auf uns zu kommen.

Fazit:

Shit don’t mean shit

 

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