Rezension zu Anatomie eines Skandals von Sarah Vaughan

Rezension: Anatomie eines Skandals von Sarah Vaughan

Posted: 07/26/2019

Lange, lange hatte ich keinen Nerv für Rezensionen, daher bin ich euch Anatomie eines Skandals von Sarah Vaughan aus dem Lübbe-Verlag schon seit Januar schuldig! Schande über mich, aber hier findet ihr nun meine Meinung zu diesem vielversprechend klingenden Roman.

Inhalt:

James Whitehouse ist der Politikstar Großbritanniens: gutaussehend, eloquent, charmant und unglaublich ambitioniert. Ihm zur Seite steht seine Frau Sophie, die mit ihm und den beiden Kindern ein Bilderbuchleben führt. Doch die Fassade bekommt Risse, als eine von James Mitarbeiterinnen, mit denen er eine Affäre unterhielt,  ihn der brutalen Vergewaltigung bezichtigt. Staatsanwältin Kate Woodcroft angelt sich den Fall und klagt James an. Dabei stellt sie nicht nur das Leben der Familie Whitehouse auf den Kopf, sondern auch ihr eigenes …

Cover vom Buch Anatomie eines Skandals von Sarah Vaughan
Cover: Lübbe

Autor: Sarah Vaughan
Verlag: Lübbe
Seitenanzahl: 445
Erscheinungsjahr: 2019
Preis: eBook 11,99 € | Klappbroschur 15,00 €
Genre: Drama

Mein Dank gilt Lübbe für das kosten- und bedingungslose Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares!

 

 

 

Meine Meinung:

Der Klappentext holte mich zweifellos ab, versprach das Sezieren eines Skandels, einen tiefen Blick in jede betroffene Person. Und am Anfang ging es auch vielversprechend los. Es gibt drei verschiedene Sichtweisen: Kate erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive, Sophie und James werden von einem Erzähler näher beleuchtet. Und um James Vergangenheit näher zu beleuchten, wird sogar ein Abstecher in die Vergangenheit gemacht.

Das Potenzial ist da – an der Umsetzung scheitert es

Es gibt also viel Potenzial, Anatomie eines Skandals von Sarah Vaughan genau zu dem zu machen, was der Titel verspricht: Einer peinlich genauen Obduktion, wie es dazu kommen konnte und was ein solches Verfahren mit den Beteiligten macht. Denn dass daraus niemand unbescholten hervorkommt, dürfte klar sein.

Anatomie eines Skandals von Sophie Vaughan kratzt nur an der Oberfläche

Doch leider enttäuschte mich die Autorin und kratzte überall nur an der Oberfläche. Es wurde leichte Risse entdeckt, etwas aufgebrochen, doch nie wird tiefer gegangen, nie das Innenleben seziert. Dabei hatte ich mir das gewünscht: den Mut, das Unangenehme ans Tageslicht zu holen und den Schmerz eines solchen Verbrechens aufzuzeigen. Sophies Schmerz wird oberflächlich beleuchtet, ihre Verhaltensweisen werden kaum erläutert. Und obwohl sich so viel Mühe mit James gegeben worden war, bleibt er einem doch fremd.

Stattdessen verfängt sich Sophie Vaughan in Erzählungen, wie es der Elite Englands in ihren Privatschulen ergeht und wie die dort geschlossenen Verbindungen einem ein Leben lang folgen und/oder nutzen. Sicherlich kein uninteressantes Thema, doch für mich hier fehl am Platz.

Und den Twist erahnte ich leider bereits in den ersten Kapiteln – da hätte man durchaus mit offenen Karten spielen können, um das ganze plastischer zu zeigen.

So liest sich der Roman flüssig und mit Sicherheit auch nicht langweilig, jedoch überwiegt die Enttäuschung in mir, da ich mir etwas völlig anderes erhofft hatte.

Fazit:

Oberflächliche Anatomie eines Verbrechens

Alle meine Rezensionen findest du hier

 

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