Rezension zu Zeit des Verrats von Sabine Ebert

Rezension: Zeit des Verrats von Sabine Ebert

Posted: 11/10/2018

Historische Romane lese ich bevorzugt im Urlaub. Ich kann nicht genau erklären, warum, außer dass ich da meist viel Zeit dafür habe und auch eher in diese andere Epoche abtauchen kann. Bei Zeit des Verrats von Sabine Ebert war es mir jedoch unmöglich, den nächsten Urlaub abzuwarten – nach Band 1 und 2 musste ich einfach weiterlesen, sobald ich das Buch in Händen hielt.

Inhalt:

Friedrich, ehemaliger Herzog von Schwaben, hat es trotz aller Widrigkeiten geschafft: Er wurde zum deutschen König gekrönt. Nun hat er es eilig, seine ungebetene Gemahlin Adela loszuwerden und zum Kaiser gekrönt zu werden. Dafür geht er weiterhin starke Allianzen ein, lockt seine Freunde mit Titeln und Ländern, seinen Feinden hingegen zeigt er sich unbarmherzig. Doch schnell merkt er, dass auch ein König weiterhin kämpfen muss: Heinrich der Löwe wird ob der nicht eingehaltenen Versprechen ungeduldig und auch seine Fürsten wenden sich aufgrund seiner Loyalitäten gegen ihn. Friedrich möchte das Land einen, zerteilt es aber mit seiner Art immer weiter …

Cover von Zeit des Verrats von Sabine Ebert aus dem Knaur Verlag
Cover: Knaur

Autor: Sabine Ebert
Schwert und Krone 3
Verlag: Knaur
Seitenanzahl: 656
Erscheinungsjahr: 2018
Preis: eBook 14,99 € | Hardcover 19,99 €
Genre: historisch

Mein Dank gilt Droemer Knaur für das kosten- und bedingungslose Bereitstellen dieses Rezensionsexemplares!

 

 

Meine Meinung:

Wie soll man den Inhalt einer solch komplexen Geschichte widergeben, ohne zuviel zu verraten? Sicher, wer in Geschichte aufgepasst hat, kennt Friedrich, den späteren Barbarossa ein wenig. Doch es gibt so viele Aspekte unserer Geschichte, die in seinem Schatten untergehen. Und dabei ist sie so spannend!

Zeit des Verrats ist grausam

Das Mittelalter war eine grausame Zeit. Dass diese Eigenschaft irgendwann deutlich in die Schwert und Krone Reihe von Sabine Ebert einfließen musste, war klar. Deutete es sich in den vorangegangenen Bänden an, wird es in Zeit des Verrats deutlich: Wir befinden uns in eriner grauenhaften Epoche. Kriege, Morde, Vergewaltigungen, Plünderungen, Armut – all das tritt in diesem Buch stark zutage. Sei es der Kampf um Dänemark, die darausfolgende Flucht und das grausige Ende eines der Regenten (das selbst mir Gänsehaut machte), die Armut der Bauern und das rücksichtslose Handeln gegen sie – und das Schicksal der Frauen.

Die Frauen treten in den Vordergrund

Dass die Frauen es in dieser Zeit nicht leicht hatten, weiß man, auch ohne viele historische Romane zu lesen. Doch wie es den Frauen in dieser Geschichte ergeht, ist schrecklich und sorgten aufgrund des Wissens, dass nicht alle fiktiv waren und die fiktiven für viele Vorbilder standen oftmals für ein schweres Herz. Allein wie Friedrich seine ungebetene Frau Adela behandelte, sie einfach wie ein Ding beiseiteschob (obwohl es für sie besser war), wie die Ehe von Otto von Meißen und seiner Hedwig ihren Anfang nahm, wie sehr Adele unter dem Wahn ihres Mannes Sven litt. All diese Umstände und besonders das (fiktive) Schicksal von Christians erster großer Liebe Luitgard können einem wirklich Übelkeit bereiten. Als Frau war man damals ein Gegenstand, eine Ware im Spiel der Männer. Es war egal, wie es uns erging, Hauptsache, man gebährte Söhne. Daran werde ich mich in dieser Art Roman wohl nie gewöhnen, aber ich danke Frau Ebert, dass sie diesen Aspekt in keiner ihrer Geschichten auslässt, egal, ob es gut oder schlecht ausgehen mag.

Der Hunger nach Macht

Die Sympathien in diesem Roman sind spärlich verteilt und liegen größtenteils bei den Frauen, denn selbst Friedrich lässt seine charismatische Maske langsam fallen und verfällt der Macht. Immer mehr, immer größer, immer egoistischer. Der charmante Junge aus den vorherhigen Teilen wurde korrumpiert und ist von weiteren Machtbesessenen umgeben. Daher darf man gespannt sein, wie seine Geschichte (und die aller anderen) weitergeht.

Ich bleibe weiterhin stark nach diesem Buch und werde mich nicht weiter mit dieser überaus interessanten deutschen Zeit beschäftigen und lasse mich lieber von Sabine Ebert ein weiteres Mal entführen – denn das ist eindeutig spannender als jeder Artikel, den man über Barbarossa lesen könnte.

Fazit:

Erinnerung an eine grausame Zeit

Alle meine Rezensionen findest du hier

 

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